PGIM Fixed Income:Chinas Exportstärke
Gerwin Bell, PhD, Chefvolkswirt des Asia Global
Macroeconomics Research Teams bei PGIM Fixed Income
Chinesischen Behörden haben im Gegensatz zu offiziellen Vertretern anderer großer Volkswirtschaften die Absicht betont, groß angelegte Konjunkturmaßnahmen zu vermeiden. Dies führte bei einigen Beobachtern erneut zu Bewunderung von Chinas Fähigkeiten, die westlichen Länder in einer vermutlich nachhaltigeren Weise zu übertreffen. Ich halte diese Ansicht für ziemlich falsch.
Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft ist ein wesentlicher Grund für die jüngsten Anhebungen der Wirtschaftsprognosen für die Industrienationen und die Welt insgesamt. Außerhalb Chinas liegt der Schwerpunkt der Konjunkturpolitik derzeit auf der Einkommensunterstützung durch großzügige Transferleistungen. Dies stützt die Nachfrage, während die Produktion über weite Teile des Jahres eingeschränkt blieb. Chinas Priorisierung der Produktion hat es dem Land ermöglicht, die erhöhte Nachfrage zu befriedigen, und die Warenexporte konnten sich infolgedessen auf das Niveau von 2019 erholen. Die externe Nachfrage aus anderen Industrienationen hat es China gestattet, seine eigenen geldpolitischen Maßnahmen zu begrenzen.
Obwohl der wirtschaftliche Aufschwung in China beeindruckend ist, ist er heterogen verlaufen und nach der aktuellen Datenlage vermutlich nicht nachhaltig. Erstens hat der wirtschaftliche Aufschwung überwunden geglaubte Muster wieder aufleben lassen, wie zum Beispiel steigende Außenhandelsüberschüsse und steigende inländische Verschuldung. Zweitens bestehen konkrete Deflationsrisiken und die Zahlungsbilanz zeigt einige besorgniserregende Entwicklungen.
Aufgrund der vergleichsweise restriktiven Geldpolitik profitiert auch das Schattenbanken- system von der Investitionswelle. Banken sehen sich zunehmend gezwungen, unrentable, quasi fiskalische Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich Sache des Staats wären. Infolgedessen ist ein Großteil der in den letzten acht Jahren gemachten Fortschritte bei der wirtschaftlichen Neuausrichtung und beim De-Risking/De-Leveraging wieder verloren gegangen. Schließlich sind die Risiken wohl auch chinesischen Investoren nicht entgangen, da die Zahlungsbilanz im 2. und 3. Quartal Kapitalabflüsse in Höhe von etwa 275 Mrd. US-Dollar verzeichnete. Die Abflüsse sind besonders überraschend, wenn man die hohen Zuflüsse aufgrund des steigenden Leistungsbilanzüberschusses und die zunehmende Zahl chinesischer Anleihen bedenkt, die in internationale Indizes aufgenommen werden.
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