AM One | Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen in Japan befeuern erneut den Handel mit Takaichi-Aktien
Yuko Iizuka, Ökonomin und Hitoshi Asaoka, Chefstratege bei Asset Management One
- Spekulationen über eine Auflösung des Unterhauses verdichten sich
Sitzanteile nach Parteien in beiden Kammern des Parlaments
Quelle: Asset Management One Co., Ltd., basierend auf Materialien des Unter- und Oberhauses.
Angesichts der hohen Zustimmungswerte für die Takaichi-Regierung gilt es als wahrscheinlich, dass die LDP ihre Sitzzahl ausbauen kann. Damit würde sich Takaichis politische Basis innerhalb der LDP stärken – insbesondere vor dem Hintergrund unterschiedlicher Positionen in der Partei zu einer aktiveren Fiskalpolitik. Insgesamt würde dies die Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit der Regierung erhöhen.
Dem stehen jedoch auch Risiken gegenüber. Der Rahmen für eine Wahlkooperation ist noch nicht abschließend festgelegt – sowohl mit Ishin, die im Unterhaus in zentralen Fragen mit der LDP zusammenarbeitet, als auch mit Komeito, die ihre Koalition mit der LDP aufgelöst hat. Entsprechend bleibt offen, ob die LDP ihre Mandate wie beabsichtigt steigern kann.
Zudem sind die Auswirkungen auf die Verabschiedung des Haushalts ein Unsicherheitsfaktor. LDP und Ishin hatten sich gemeinsam mit der oppositionellen Demokratischen Volkspartei sowie Komeito auf den Haushalt und Eckpunkte der Steuerreform verständigt. Sollte es jedoch zur Auflösung des Unterhauses kommen, hat die Demokratische Volkspartei angedeutet, ihre Unterstützung für den Haushalt möglicherweise zurückzuziehen.
Der „Takaichi-Trade“ lebt wieder auf
Als am 9. Januar Berichte über eine mögliche Auflösung des Unterhauses bekannt wurden, schwächte sich der Dollar-Yen-Kurs bis auf 158 ¥ je US-Dollar ab. Am heimischen Aktienmarkt legte der Nikkei-Index am Montag, dem 13. Januar, deutlich zu; zugleich zogen die langfristigen Renditen an. Damit setzte der „Takaichi-Trade“ faktisch erneut ein.Abbildung 2 zeigt die Entwicklung des Nikkei-Index vor und nach den sieben Unterhauswahlen zwischen 2005 und 2024. Im Vorfeld des Wahltages tendierten die Aktienkurse im Allgemeinen nach oben. Nach der Wahl fiel die Richtung jedoch unterschiedlich aus – abhängig davon, ob die LDP Stimmen- und Sitzgewinne erzielte oder Einbußen hinnehmen musste.
Kursentwicklung japanischer Aktien vor und nach Unterhauswahlen
Quelle: LSEG Datastream, Asset Management One Co., Ltd. Hinweis: Der Chart zeigt die Performance japanischer Aktien seit 2005, indexiert auf 100 zum Stichtag (Wahltag). „Sitzanteil steigt“ bezieht sich auf Wahlen, bei denen die LDP ihren Anteil hielt oder ausbaute (2005, 2012, 2014, April 2017). „Sitzanteil sinkt“ bezieht sich auf die Wahlen 2009, 2021 und 2024.
In den Ende Dezember vorgelegten Eckpunkten zur Steuerreform der Regierungsparteien sowie im Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2026 war ein Streben nach fiskalischer Stabilisierung erkennbar. Expansive Elemente wurden jedoch nur begrenzt zugelassen. Dies dürfte Rücksicht auf Parteikreise widerspiegeln, die großen Wert auf Haushaltsdisziplin legen.
Im Fokus steht nun, ob die LDP ihre Sitze bei einer Unterhauswahl deutlich ausbauen und eine absolute Mehrheit erreichen kann. Das würde Premierministerin Takaichi ermöglichen, ihre Position innerhalb der Partei zu konsolidieren. Sollte der Mandatszuwachs hingegen begrenzt ausfallen, ist nicht auszuschließen, dass die LDP erneut auf Kooperationen mit Oppositionsparteien angewiesen wäre – eine Entwicklung, die an den Märkten genau beobachtet werden dürfte.
Zusammenfassung
Die Spekulationen über eine Auflösung des Unterhauses haben deutlich zugenommen. Berichte der Yomiuri Shimbun sowie offizielle Wahlvorbereitungen deuten auf eine Ankündigung um den 23. Januar hin.Die Märkte reagierten prompt: Der Yen schwächte sich bis auf 158 ¥ je US-Dollar ab, während die CME-Nikkei-Futures um 1.585 ¥ zulegten. Das stützt die Erwartung einer Vorwahl-Rally.
Hoffnungen auf fiskalische Impulse stützen zwar die Stimmung. Dennoch wird erwartet, dass die Takaichi-Regierung ihre Politik eher feinjustiert, statt groß angelegte Konjunkturprogramme aufzulegen. Damit dürften die Käufe ausländischer Investoren im Vergleich zu früheren Episoden (z. B. nach der „Post-Auflösung“) begrenzt bleiben.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter https://www.investmaxx.com, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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