DNB AM | Healthcare setzt sich im vierten Quartal an die Spitze
Rune Sand-Holm, Portfoliomanager Healthcarefonds DNB Asset Management
Investmentfonds.de - Der globale Healthcare-Sektor galt lange als Sorgenkind der Aktienmärkte. Politische Einflussnahme, steigende Kosten und eine schwache Kursentwicklung hatten das Vertrauen der Investoren erodieren lassen. 2025 markierte jedoch einen Wendepunkt durch eine Reihe struktureller Entwicklungen, die den Blick nach vorn wieder erlauben.
Besonders deutlich wurde das im Schlussquartal. Während der Gesundheitssektor fast das ganze Jahr über hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben war, entwickelte er sich im vierten Quartal zum weltweit leistungsstärksten Sektor. Dies war nicht auf die Konjunktur oder die defensive Nachfrage zurückzuführen, sondern auf eine Neubewertung wichtiger Risiken.
Politische Risiken: Von Worst Case Szenarios zu Verhandlungslösungen
Über Jahre lastete vor allem die US-Arzneimittelpolitik auf den Bewertungen großer Pharmakonzerne. Die Sorge vor drastischen Preisdeckeln traf Unternehmen wie Pfizer, Merck, Johnson & Johnson, Novartis oder Sanofi gleichermaßen. Im Herbst 2025 kam die Wende: Pfizer einigte sich mit der US-Regierung auf ein „Most-Favored-Nation“-Modell, das Preiszugeständnisse und Investitionen in die US-Produktion und -Forschung mit Markterweiterungen und Zollentlastungen verknüpft.Entscheidend für den Markt waren nicht die Details der Vereinbarung, sondern die Dynamik: Alle anderen großen Pharmakonzerne schlossen ähnliche Vereinbarungen. Damit wich die Angst vor unkontrollierbaren Eingriffen einer kalkulierbaren Realität. Die politischen Risiken sind nicht verschwunden, aber sie sind beherrschbar geworden – ein zentraler Bewertungshebel für den gesamten Sektor.
Bewertungen: Normalisierung im Gange
Eine größere politische Klarheit führte zu einer raschen Neubewertung.. Healthcare hatte zuvor mit einem Abschlag von rund 20 Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt gehandelt. Bis Ende 2025 schloss sich diese Lücke teilweise. Dennoch notiert der Sektor weiterhin unter seinem langfristigen Bewertungsdurchschnitt. Die Erholung wirkt damit eher wie eine Rückkehr zur Normalität als wie eine Übertreibung – zumal sie von verbesserten Fundamentaldaten begleitet wird.Gewinne wachsen dank Struktur und Disziplin
Für die kommenden Jahre erwarten Analysten ein jährliches Gewinnwachstum von rund neun Prozent – deutlich mehr als im vergangenen Jahrzehnt. Bemerkenswert ist, dass die besseren Perspektiven nicht auf optimistischen Preisannahmen beruhen. Die Haupttreiber sind vor allem die Normalisierung der Margen nach dem pandemiebedingten Kostenschub sowie eine veränderte Branchenstruktur. Niedrigmargige Geschäftsmodelle, insbesondere aus dem Bereich Healthcare Services, haben an Bedeutung verloren. Gleichzeitig gewinnen margenstärkere Pharma-, Biotech- und Medtech-Unternehmen wieder an Gewicht. Konzerne wie Merck, Eli Lilly oder Johnson & Johnson profitieren davon doppelt: Sie kombinieren stabile Cashflows aus etablierten Produkten mit einer Pipeline, die zunehmend in die Kommerzialisierung kommt.Forschung: Investitionen zahlen sich aus
Dass es sich nicht um eine rein zyklische Erholung handelt, zeigt der Blick auf die Forschungsbudgets. Die 15 größten Pharmakonzerne haben ihre F&E-Ausgaben in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 50 Prozent erhöht – trotz zwischenzeitlichen Margendrucks. Zu den größten Investoren zählen AstraZeneca, Eli Lilly, Merck, Roche und Johnson & Johnson. Diese Investitionen zahlen zunehmend auf konkrete Innovationszyklen ein, etwa in der Onkologie, bei kardiovaskulären Therapien oder neuen Stoffwechselmedikamenten.Gerade Eli Lilly steht exemplarisch für diesen Trend. Der Konzern profitiert nicht nur von der GLP-1-Dynamik, sondern auch von einer breiten Pipeline, die die Abhängigkeit von einzelnen Blockbustern reduziert – ein Aspekt, den Investoren lange vermisst hatten.
Medtech: Solider als sein Ruf
Auch der Medizintechniksektor trägt zum Aufschwung bei. Unternehmen wie Abbott, Medtronic, Boston Scientific oder Stryker haben ihre Forschungsinvestitionen deutlich ausgeweitet und profitieren zugleich von strukturellen Trends wie minimalinvasiven Verfahren und einer alternden Bevölkerung. Dass Abbott 2025 den Diagnostikspezialisten Exact Sciences übernahm, unterstreicht den strategischen Anspruch, Wachstum nicht nur organisch, sondern gezielt über Akquisitionen zu suchen.Übernahmen: ein Zeichen für neues Vertrauen
Generell ist die wieder anziehende Übernahmetätigkeit ein zentraler Indikator für das neue Selbstbewusstsein der Branche. Allein in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wurden groß angelegte Transaktionen im Gesundheitswesen im Wert von mehr als 150 Milliarden US-Dollar angekündigt. Große Übernahmen wie Novartis/Avidity Biosciences, Merck/Verona Pharma und Cidara Therapeutics, Pfizer/Metsera und Genmab/Merus zeigen, dass strategische Käufer wieder bereit sind, hohe Summen für Innovationen zu zahlen.Dabei ist die finanzielle Ausgangslage komfortabel: Große Pharma- und Medtech-Unternehmen verfügen zusammen über mehr als 600 Milliarden US-Dollar an Übernahmekapazität. Das spricht für eine Fortsetzung der Konsolidierung – und für anhaltende Fantasie bei innovativen Zielunternehmen.
Fondsupdate
Der DNB Fund Health Care profitierte 2025 von der verbesserten Sektordynamik und erzielte eine positive absolute Rendite von 4,2 Prozent, während der Vergleichsindex bei 1,2 Prozent lag. Die Entwicklung reflektiert insbesondere die Positionierung in großen, innovationsgetriebenen Pharma-, Biotech- und Medtech-Unternehmen, die von der Entspannung regulatorischer Risiken und einer zunehmenden Pipeline-Dynamik profitierten.
Der Fonds bleibt weiterhin auf das strukturelle Wachstum des Sektors ausgerichtet – hohe Forschungsintensität, technologische Innovation und selektive M&A-Aktivität. In einem Umfeld, in dem Healthcare wieder an Sichtbarkeit und Investorenvertrauen gewinnt, stellt dies eine solide Ausgangsbasis dar.
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