Aberdeen Investments | Schwellenländeraktien im Aufschwung?
Gabriel Sacks, Investment Director Asian Equities bei Aberdeen Investments
Investmentfonds.de - Frankfurt a. Main, 05.02.2026 - Aberdeen Investments ist der Ansicht, dass ein Aufwärtstrend bei der Performance von Schwellenländeraktien eingesetzt hat – getragen von drei zentralen Faktoren: höheren Investitionsausgaben (Capex), dem Carry‑Effekt (Einfluss des US‑Dollars auf die Anlageklasse) und günstigen Bewertungen. Gleichzeitig warnt das Haus vor Risiken im Zusammenhang mit der Monetarisierung von KI‑Investitionen.
2025 haben die Schwellenländer die Erwartungen klar übertroffen: Der MSCI EM Index stieg trotz geopolitischer Spannungen erstmals seit 2020 stärker als die Industrieländer und legte in US‑Dollar um 34 % zu¹. Dies könnte nach Einschätzung von Aberdeen den Beginn einer Phase nachhaltiger Outperformance gegenüber den USA markieren. Trotz dieser starken Entwicklung notiert der MSCI EM Index weiterhin mit einem Abschlag von 42 % gegenüber dem S&P 500 und damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 32 %². Auf zyklisch bereinigter Basis (CAPE) beträgt der Bewertungsabschlag sogar 60 %³.
Gabriel Sacks, Investment Director Asian Equities bei Aberdeen Investments, kommentiert:
„Die Schwellenländer starten mit starker Dynamik in das Jahr 2026. Nach einem transformativen Jahr 2025 wurde ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen und politischen Risiken durch attraktive Bewertungen, verbesserte Fundamentaldaten und ein günstiges makroökonomisches Umfeld untermauert. Für die kommenden Jahre sind die Schwellenländer dank globaler Investitionen, vorteilhafter Wechselkursentwicklungen und struktureller Trends gut positioniert.
Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen, denn Bedenken bezüglich überhöhter Technologiebewertungen betreffen nicht nur die USA. In den Schwellenländern – vor allem in Korea und Taiwan – sind die Bewertungen jedoch weniger hoch, und KI ist nur einer von mehreren Wachstumstreibern für die Halbleiterproduzenten in Nordasien. Die Nachfrage nach Speicherchips zieht mit der breiter werdenden Nachfrage außerhalb des KI-Bereichs wieder an, und Indien bleibt als großer binnenorientierter, konsumgetriebener Markt weitgehend abgeschirmt.“
Die wichtigsten Wachstumsimpulse
Die globalen Konjunkturaussichten sind günstig: Die Geldpolitik der Industrieländer lockert sich, das weltweite BIP‑Wachstum wird auf rund 3,4 % geschätzt⁴. Die Schwellenländer dürften einen großen Teil dazu beitragen. Steigende Investitionen in die Realwirtschaft unterstützen das Wachstum, globale Investitionsausgaben haben bereits angezogen. In der Vergangenheit entstand in ähnlichen Phasen ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum in Schwellenländern. Aktuell wird für 2026 ein Gewinnwachstum von 18 % erwartet⁵. Renditen, Gewinne und Bewertungen bieten somit weiteren Spielraum nach oben.
Strukturelle Treiber eines möglichen Aufschwungs
- 1. Investitionsausgaben (Capex)
Die Haushaltsdefizite vieler Länder steigen weiter: Regierungen treiben derzeit einen massiven Investitionszyklus voran, der von einer Vielzahl politischer Ziele bestimmt wird. Das Ergebnis ist ein deutlicher Anstieg der Ausgaben für Sachwerte, da Staaten auf Verteidigungserfordernisse, Energiesicherheit, widerstandsfähigere Lieferketten und Infrastrukturdefizite reagieren. In den USA, Japan, der EU und China dürften die Haushaltsdefizite bis 2026 hoch bleiben oder weiter zunehmen, was die Realwirtschaft stützt. Schwellenländer, auf der anderen Seite, verfügen über industrielle Kapazitäten, technisches Know‑how und Ressourcen, um diese Nachfrage zu bedienen.
Gleichzeitig lassen die KI‑Investitionen nicht nach: Laut Bloomberg planen die Big Tech-Unternehmen Investitionen von rund 600 Mrd. USD; allein TSMC hat seine Capex‑Prognose für 2026 auf einen Rekordwert von 56 Mrd. USD angehoben. Die Gewinnperspektiven für Hardware‑Hersteller bleiben attraktiv. Insbesondere Speicherproduzenten in Korea nutzen ihre starke Marktposition zur Preissetzung. Das erwartete Gewinnwachstum im Bereich Technologie‑Hardware liegt bei 49 %. Obwohl die Risiken steigen, beschleunigen sich die Investitionsausgaben weiter und treiben die Gewinne nach oben.
- 2. Carry‑Effekt (Einfluss des US‑Dollars)
Kurzfristige Währungsbewegungen sind schwer vorherzusagen, doch strukturell spricht vieles für einen schwächeren Dollar: Die US‑Wirtschaftspolitik sowie solidere Bilanzen und steigende Inlandsinvestitionen in den Schwellenländern sorgen für Kapitalabflüsse aus dem Dollar und Zuflüsse in Schwellenländer. Dies zeigt sich bereits in festeren Währungen der Schwellenländer und asiatischer Staaten.
- 3. Günstige Bewertungen
Der MSCI EM Index notiert weiterhin mit einem Abschlag von rund 42 % zum S&P 500 und damit deutlich unter dem langfristigen Schnitt. Gleichzeitig werden die hohen Bewertungen vieler US‑Technologietitel zunehmend hinterfragt und die Monetarisierung von Rechenzentren muss sich erst noch beweisen. Die Marktbreite der Schwellenländer rückt stärker in den Fokus: Der Binnenkonsum zieht an, die geldpolitischen Bedingungen lockern sich und die Reihe der Gewinner gehen über KI hinaus – vom Speichersektor über Industrieunternehmen bis hin zur binnenwirtschaftlich getriebenen Wachstumsstory Indiens.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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