Aberdeen Investments | Solvency II Reformen - Aktienmärkte versus Fixed Income
James Budenberg, Senior Director – Strategic Insurance Group bei Aberdeen Investments
- Für europäische Versicherer ergibt sich endlich ein stimmiges Bild, doch alles steht und fällt mit der Umsetzung, zeigt eine Analyse von Aberdeen
- Regeländerungen im Januar 2027 bieten Versicherern in Kontinentaleuropa die Möglichkeit, die Kapitalrendite bei Investitionen in Aktien an öffentlichen und börsennotierten privaten Märkten deutlich zu verbessern
- Die überarbeiteten Vorschriften ermöglichen es Versicherern, ihre zugrunde liegenden Vermögenswerte neu auszubalancieren und dabei die LTEI-Zulassungsvoraussetzungen zu wahren sowie die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen
- Regeländerungen, die ausschließlich für Kontinentaleuropa im Rahmen von Solvency II relevant sind und keine Anwendung auf britische Versicherer unter Solvency UK finden.
- Laut modellhafter Aberdeen-Analyse kann ein breit diversifiziertes LTEI-Portfolio über öffentliche und private Märkte hinweg attraktive Aktienrenditen bei Kapitalkosten auf dem Niveau zehnjähriger Investment-Grade-Unternehmensanleihen bieten.
Aberdeen Investments hat eine neue Analyse veröffentlicht, in der dargelegt wird, wie die bevorstehenden Reformen des Solvency-II-Rahmens für langfristige Aktieninvestments (Long-Term Equity Investments, LTEI) den Ansatz der Versicherer in Bezug auf Aktienallokation, Kapitaleffizienz und Investitionen in die Realwirtschaft grundlegend verändern und gleichzeitig die langfristigen Renditen für die Kunden verbessern könnten. Entscheidend ist die Umsetzung. Aberdeen Investments gibt Empfehlungen, wie die Ziele erreicht werden können.
In einem neuen Bericht zu den Chancen des überarbeiteten LTEI‑Rahmenwerks für Versicherer kommt Aberdeen zu dem Schluss, dass die für Januar 2027 geplanten Änderungen für europäische Versicherer eine der bedeutendsten Möglichkeiten seit Jahren darstellen. Sie ermöglichen es, die Aktienquote sowohl in öffentlichen als auch in privaten Märkten auszuweiten – bei gleichzeitiger Wahrung einer strengen Bilanzdisziplin und vollständiger regulatorischer Konformität.
James Budenberg, Senior Director – Strategic Insurance Group bei Aberdeen Investments, sagt:
„Solvency II hat Aktien für Versicherer in der Vergangenheit zu einer teuren Angelegenheit gemacht - selbst wenn die Anlageargumente überzeugend waren. Das überarbeitete Rahmenwerk für langfristige Aktienanlagen markiert einen entscheidenden Wendepunkt: Es erkennt die Fähigkeit von Versicherern an, als echte Langfristinvestoren zu agieren, und eröffnet ihnen den Zugang zu aktienähnlichen Renditen bei Kapitalkosten, die mit denen langfristiger Investment-Grade-Anleihen vergleichbar sind.
Diese Reformen haben das Potenzial, die strategische Asset-Allokation in der gesamten Branche zu verändern. Jedoch werden die Vorteile nur durch Portfolios ausgeschöpft, die bewusst aus der Perspektive der Versicherer strukturiert, diversifiziert und dimensioniert sind. Bei guter Umsetzung ist dies die beste Gelegenheit seit Jahren für europäische Versicherer, ihr Aktienengagement zu erhöhen.“
Der derzeitige Weg
Nach der aktuellen Standardformel von Solvency II sehen sich Versicherer, die in Aktien investieren, je nach Klassifizierung mit Marktrisiko-Kapitalanforderungen von etwa 39 % bis 49 % konfrontiert. Dies hat Versicherer zwar nicht gänzlich davon abgehalten, Aktienengagements zu halten, doch war eine solche Allokation oft schwer zu rechtfertigen, wenn man sie auf Basis der Kapitalrendite im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren bewertete.In Anerkennung des langfristigen Charakters von Versicherungsverbindlichkeiten und der Rolle der Versicherer als Anbieter von langfristig orientiertem („geduldigem“) Kapital führten die politischen Entscheidungsträger bereits zuvor die LTEI-Kategorie ein, die Kapitalanforderungen von nur 22 % ermöglicht.
Aberdeen stellt jedoch fest, dass die ursprünglichen Vorschriften restriktiv und operativ schwer zu erfüllen waren, was dazu führte, dass sie nur von einer kleinen Minderheit, der unter Solvency II regulierten Versicherer genutzt wurden.
Ein neuer Weg in die Zukunft – „ein Fonds für sich“
Mit dem Inkrafttreten der Änderungen ist Aberdeen Investments der Ansicht, dass Versicherer spezielle langfristige Aktienstrukturen nutzen können, um Engagements an öffentlichen und privaten Märkten so zu bündeln, dass sie mit ihrer Bilanzstruktur, ihrem Risikoprofil und ihren Kapitalzielen im Einklang stehen.Dies kann entweder durch einen maßgeschneiderten „Fund of One“, der auf einen einzelnen Versicherer zugeschnitten ist, oder durch einen gemischten, LTEI-konformen Fonds erreicht werden, der eine größere Skalierbarkeit und operative Effizienz bietet.
Größere Flexibilität für Versicherer
Eine der wichtigsten Änderungen in den überarbeiteten LTEI-Vorschriften ist die erweiterte Möglichkeit, die Qualifizierung auf Fondsebene vorzunehmen, anstatt jeden zugrunde liegenden Vermögenswert einzeln zu bewerten. Nach dem neuen Rahmen können geschlossene alternative Investmentfonds, europäische langfristige Investmentfonds (ELTIFs) sowie qualifizierte Risikokapital- und Sozialunternehmerfonds selbst als LTEI behandelt werden, sofern die allgemeinen regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sind.Diese Qualifizierung auf Fondsebene bietet Versicherern weitaus mehr Flexibilität und ermöglicht es ihnen, die zugrunde liegenden Vermögenswerte innerhalb eines Portfolios neu zu gewichten und zu rotieren, während die LTEI-Fähigkeit erhalten bleibt und die regulatorischen Anforderungen weiterhin erfüllt werden.
Bausteine eines effektiven LTEI-Portfolios
Eine illustrative Analyse von Aberdeen zeigt, wie ein diversifiziertes LTEI-Portfolio, das sich über öffentliche und private Märkte erstreckt, attraktive erwartete Aktienmarktrenditen anstreben könnte - und dies bei Kapitalkosten, die mit denen einer 10-jährigen Unternehmensanleihe mit BBB-Rating vergleichbar sind.Die Analyse zeigt, dass das illustrative LTEI-Portfolio durch eine Diversifizierung über öffentliche und private Aktienanlagen hinweg – anstatt sich ausschließlich auf börsennotierte Aktien aus Industrieländern* zu stützen – über einen Zeitraum von 10 Jahren eine um etwa 8,7 % höhere erwartete jährliche Rendite** erzielen könnte als eine traditionelle Aktienallokation in Industrieländern, ohne dass sich die Kapitalanforderungen unter dem überarbeiteten Rahmenwerk erhöhen würden.
Das illustrative LTEI-Portfolio ist ein diversifiziertes Aktienportfolio aus öffentlichen und privaten Märkten, das sich zu etwa 30 % aus börsennotierten Aktien (bestehend aus japanischen, pazifischen (ex Japan) und US-Aktien), zu 43 % aus börsennotierten Kerninfrastrukturaktien und zu 27 % aus Private-Equity-Anlagen (sowohl Venture-Capital- als auch Buyout-Strategien) zusammensetzt.
Das Portfolio wurde auf Basis von Aberdeens langfristigen 10-Jahres-Renditeerwartungen zum 1. Halbjahr 2026 optimiert, wobei eine maximale Rendite bei gleicher Volatilität wie bei globalen Aktien, repräsentiert durch den MSCI World (Developed Markets) Index, angestrebt wurde. Die daraus resultierende erwartete Rendite für das LTEI-optimierte Portfolio beträgt 11,5 % pro Jahr, verglichen mit 2,8 % pro Jahr für den MSCI World (Developed Markets) Index.
Aberdeen identifiziert Infrastruktur-Aktien, Private Equity und börsennotierte Aktien als die Kernbausteine eines effektiven LTEI-Portfolios. Infrastruktur-Aktien bieten robuste langfristige Cashflows, Inflationsabsicherung und Diversifizierung, während Private Equity – einschließlich Wachstumsaktien, Buyouts und qualifizierten Risikokapitalfonds – unter LTEI aufgrund seiner höheren erwarteten Renditen und des Zugangs zu Geschäftsmodellen, die auf öffentlichen Märkten typischerweise nicht zu finden sind, zunehmend attraktiv wird.
Börsennotierte Aktien spielen weiterhin eine wichtige Rolle bei der globalen Diversifizierung und dem Zugang zu langfristigen Renditetreibern von Aktien, vorausgesetzt, die Anlagen sind so strukturiert, dass sie die LTEI-Anforderungen erfüllen.
Attraktive Chance für europäische Versicherer
Die bevorstehenden Änderungen der LTEI-Anforderungen bieten eine attraktive Chance für europäische Versicherer.Um diese Chance effektiv zu nutzen, müssen Versicherer ein klares Verständnis der neuen LTEI-Regeln mit der Fähigkeit verbinden, eine Position im Verhältnis zu den vorgeschriebenen Stresstests zu dimensionieren und die laufenden Meldepflichten zu erfüllen, sowie die Fähigkeit, ein Portfolio aus der Perspektive der Versicherungsbilanz zu optimieren – über Private Equity, Risikokapital, Infrastruktur und börsennotierte Aktien hinweg.
Aberdeen ist gut positioniert, um Versicherer bei der Erschließung dieser Chancen zu unterstützen. Dabei verbindet das Unternehmen fundierte versicherungsspezifische Expertise mit einer langjährigen Erfolgsbilanz in der Konstruktion von Portfolios über öffentliche und private Märkte sowie verschiedene Anlageklassen hinweg.
Die Strategic Insurance Group von Aberdeen arbeitet weltweit mit Versicherern an bilanzsensitiven Investmentlösungen und vereint versicherungsmathematisches, regulatorisches und Investment‑Know‑how in einem integrierten Ansatz.
* MSCI World (Developed Markets) Index, der nur als Volatilitätsreferenz dient und keine Benchmark darstellt.
**Quelle: Aberdeen, Dezember 2025. Erwartete Renditen und Volatilität basieren auf den 10-Jahres-Kapitalmarktannahmen von Aberdeen zum 31. Dezember 2025. Der MSCI World (Developed Markets) Index dient lediglich als Volatilitätsreferenz und ist keine Benchmark. Das dargestellte Beispielportfolio dient nur zu Diskussionszwecken; die tatsächlichen Ergebnisse hängen von der Portfoliozusammensetzung und der versicherungsspezifischen Kalibrierung ab.
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Wie ist die Anlagestrategie der Experten aktuell?
Die INVEXTRA.COM AG hat bereits vor Monaten reagiert und die Investmaxx Stop&Go Depots ihrer Kunden in risikoärmere Anlagen umgeschichtet. „Wir beobachten die Märkte aktuell von der Seitenlinie und warten eine mögliche Korrektur ab. Erst wenn sich eine nachhaltige Lösung im Nahostkonflikt abzeichnet, werden wir wieder selektiv in Aktienmärkte einsteigen“, betont Tittes.
Das Unternehmen setzt bei seiner Vermögensverwaltung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, , um rechtzeitig auszusteigen aus Aktienmärkten oder später zu günstigeren Kursen wieder einzusteigen. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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