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Capital | Die Märkte stellen sich auf eine entscheidende Woche ein
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die globalen Märkte haben erneut eine volatile Woche erlebt. Erneuter Druck auf Technologieaktien, hohe Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen belasten die Stimmung. Der Nasdaq tut sich schwer, da Anleger überhöhte Bewertungen und die Nachhaltigkeit der KI-bezogenen Investitionsausgaben neu bewerten. Gleichzeitig ist der Preis für Brent-Rohöl angesichts anhaltender Versorgungsstörungen im Nahen Osten in Richtung 114 US-Dollar je Barrel gestiegen. In Europa trüben politische und fiskalische Unsicherheiten weiterhin die Aussichten. Im Vereinigten Königreich hat der Anstieg der Inflation auf 3,5 % die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Bank of England verstärkt – trotz Anzeichen einer nachlassenden Konsumnachfrage.
Die kommende Woche könnte für die Finanzmärkte entscheidend werden. Die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank geben ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt. Gleichzeitig stehen wichtige Geschäftszahlen großer US-Technologieunternehmen an. Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt. Anleger werden jedoch genau auf Hinweise achten, ob die anhaltende Inflation und die hohen Energiepreise weitere geldpolitische Straffungen rechtfertigen könnten. Ein restriktiverer Ton könnte die Renditen von US-Staatsanleihen und den Dollar nach oben treiben und dadurch zusätzlichen Druck auf Aktien ausüben. Die Einschätzung der Bank of Japan wird unterdessen für die Entwicklung des Yen entscheidend sein, insbesondere angesichts möglicher weiterer Zinserhöhungen. Die Bank of England tagt in der darauffolgenden Woche. Die Erwartungen einer erneuten Zinserhöhung machen das britische Pfund zusätzlich anfällig für Wirtschaftsdaten.
Die Geschäftszahlen der Technologieunternehmen könnten ebenso großen Einfluss haben wie die Entscheidungen der Notenbanken. Zu den bedeutenden Unternehmen, die ihre Ergebnisse veröffentlichen, gehören Microsoft, Alphabet und Amazon. Anleger stellen zunehmend höhere Anforderungen an KI-Investitionen. Dabei verlagert sich der Fokus vom Umsatzwachstum hin zur Profitabilität, zu den Investitionsausgaben und zu den tatsächlich erzielten Erträgen. Starke Ergebnisse und zuversichtliche Prognosen könnten das Vertrauen in den Nasdaq wieder stärken. Enttäuschende Margen oder weiter steigende Investitionsausgaben könnten hingegen die Sorgen über die hohen Bewertungen verschärfen. Da diese Unternehmen einen erheblichen Anteil an den US-Aktienindizes ausmachen, könnten ihre Ergebnisse die allgemeine Marktstimmung deutlich beeinflussen.
Letztlich lautet die entscheidende Frage, ob widerstandsfähige Unternehmensgewinne den Belastungen durch eine restriktive Geldpolitik und die anhaltende Inflation standhalten können. Eine Kombination aus maßvollen Signalen der Notenbanken und starken Technologie-Ergebnissen könnte die Risikobereitschaft der Anleger wieder erhöhen. Restriktive geldpolitische Signale und enttäuschende Geschäftszahlen könnten dagegen eine weitere Verkaufswelle auslösen. Da außerdem die US-Wirtschaftsdaten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und zur PCE-Inflation veröffentlicht werden, gibt es für Anleger zahlreiche Gründe, ihre Zinserwartungen zu überprüfen. Die bevorstehenden US-Zwischenwahlen am 3. November sorgen für eine weitere Unsicherheitsebene. Daher dürfte die Volatilität auch im weiteren Verlauf bis in den November hinein erhöht bleiben.
Die kommende Woche könnte für die Finanzmärkte entscheidend werden
Quelle: Capital.com
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