HSBC: Mandy Chan zur aktuellen Marktlage in China
Mandy Chan, Fondsmanagerin des HSBC GIF Chinese Equity
Kommentar von Mandy Chan, Fondsmanagerin des HSBC GIF Chinese Equity
Mandy Chan geht auf die Ziele des zwölften Fünf-Jahres-Plan der chinesischen
Regierung ein und zeigt, welche Wirtschaftssektoren zukünftig im Fokus von Chinas
Innenpolitik stehen werden. Sie beurteilt Chinas strategische Zielvorgaben und die
Konsequenzen für das Wirtschaftswachstum. Im Anschluss gibt Chan einen Einblick in
ihre Anlagestrategie unter Berücksichtigung des politischen Umfeldes. Ihre
Einschätzung schließt den Aktienmarkt ein, ebenso wie sie die Entwicklung der
Ölpreise kommentiert. Abschließend charakterisiert die Fondsmanagerin besonders
attraktiv bewertete Anlagesektoren:
F: Die Regierung hat kürzlich auf der Sitzung des Nationalen Volkskongresses ihren
zwölften Fünf-Jahres-Plan verkündet. Was steht im Fokus des Plans?
A: Ein Schwerpunkt ist der Konsum, der künftig weiter angekurbelt werden soll. China
steht vor einem strukturellen Wandel. Statt auf Investitionen und Export konzentriert
sich die Regierung in Zukunft auf den Ausbau des inländischen Konsums. Die Regierung
will die Löhne in den kommenden fünf Jahren um 13 Prozent pro Jahr erhöhen. Bisher
sind sie jährlich um zehn Prozent gestiegen. Das 13-Prozent-Ziel hat grundsätzlich
positiv überrascht. Zudem will die Regierung neun Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem sozialen Wohnungsbau. Die Sparrate ist in China
sehr hoch. Ende 2008 lag sie bei rund 35 Prozent. Ein Grund für die Sparsamkeit der
Chinesen ist die fehlende soziale Absicherung. Sie legen ihr Geld vor allem fürs Wohnen
und für Krankheitskosten zurück. Ziel der Regierung ist es, die Sparrate zu senken und
das Vertrauen der Bürger zu erhöhen, damit sie mehr Geld ausgeben. Dazu will die
Regierung in den nächsten fünf Jahren 36 Millionen kostengünstige Wohnungen bauen.
Das sollte reichen, um etwa 20 Prozent der städtischen Bevölkerung mit staatlich
gefördertem Wohnraum zu versorgen. Für dieses Jahr plant die Regierung den Bau von
zehn Millionen Wohnungen, was in etwa der Hälfte der angebotenen Wohnfläche in
China entsprechen würde. Dies sollte auch helfen, das strukturelle Ungleichgewicht
und die soziale Disharmonie im Land zu beseitigen.
Ein anderer Bereich, um den sich die Regierung künftig verstärkt kümmern will, ist
der Energieverbrauch. Für die vergangenen Jahre hatte die Regierung geplant, den
Kohlendioxidausstoß um 20 Prozent zu reduzieren. In den nächsten fünf Jahren soll
er um 17 Prozent sinken. Das neue Ziel liegt zwar unter den anfänglichen Markter-
wartungen. Aber ich denke, Sektoren aus dem Bereich der alternativen Energien –
wie etwa Solar – werden weiterhin von diesem Trend profitieren. Solarenergie macht
zurzeit 1,1 Prozent des chinesischen Energieverbrauchs aus. Der Anteil wird sich
in einem Jahr verfünffacht haben.
F: Die Regierung hat für das Wirtschaftswachstum bis 2015 eine Zielmarke von
sieben Prozent pro Jahr gesetzt. Warum hat sie ein so niedriges Ziel gewählt? Wird
sich das chinesische Wachstum künftig verlangsamen?
A: Das ist eine sehr berechtigte Frage. Im elften Fünf-Jahres-Plan lag das Wachstumsziel
bei 7,5 Prozent. Tatsächlich ist das reale Bruttoinlandsprodukt jedoch während der
Periode um 11,1 Prozent gewachsen. Ich denke, die Regierung tendiert zu konservativen
Zielsetzungen, um diese zu erreichen oder zu übertreffen.
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