Capital | Volatilität bei Technologieaktien belastet weiterhin die Wall Street
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Erneute geopolitische Risiken lösen Rallye bei Rohölpreisen aus
Investmentfonds.de - Die von der Technologiebranche getriebene Volatilität an der Wall Street hielt an, wobei der Markt sämtliche am Montag erzielten Gewinne – und mehr – wieder einbüßte. Im Zentrum der Schwankungen steht weiterhin die Halbleiterindustrie; hier wecken Befürchtungen hinsichtlich einer Nachfragespitze und steigender Kosten Zweifel an der künftigen Rentabilität. Diese Dynamik greift auf den gesamten Technologiesektor über und belastet die technologielastigen Indizes NASDAQ und S&P 500. Die Schwäche ist jedoch auf einen begrenzten Bereich beschränkt, da sich zyklische Aktien widerstandsfähiger zeigen. Derzeit scheint der Markt einen Impuls zu benötigen, um diese Konsolidierungsphase zu durchbrechen – wenngleich die Kursentwicklung bereits auf ein erhöhtes Risiko weiterer Kursverluste hindeutet. Die bevorstehende Berichtssaison könnte hier als entscheidender Katalysator wirken, insbesondere wenn die Gewinne der Hyperscaler auf eine weiterhin starke Nachfrage nach Chips schließen lassen. Da diese jedoch noch gut einen Monat auf sich warten lässt, dürfte es noch einige Zeit dauern, bis ein fundamentaler Impuls für einen Ausbruch sorgt.
Über Nacht flammten die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut auf und erschütterten jenen Frieden, der zuvor die Marktstimmung gestützt und die Rohölpreise gedrückt hatte. Die Kontrolle über die Meerenge erweist sich weiterhin als Streitpunkt. Der Iran griff in den vergangenen 24 Stunden mehrere Schiffe an – darunter Handelsschiffe katarischer und saudischer Unternehmen –, nachdem diese „mehrere Warnungen“ des iranischen Militärs „ignoriert“ hatten. Diese Formulierung ist gleichbedeutend damit, dass die Schiffe die Meerenge nicht auf den ausgewiesenen, vom Iran kontrollierten Routen durchquerten; dies deutet darauf hin, dass der Iran seine Kontrolle über die Passage durchsetzen, den Transit einschränken und womöglich Gebühren erheben will. Als Reaktion darauf hob das US-Finanzministerium die Ausnahmeregelung für iranische Ölverkäufe auf und unterbrach damit eine der Ölquellen, die zuvor die Erwartung eines reichlichen weltweiten Angebots geschürt hatten. Auch wenn die Märkte weiterhin davon ausgehen, dass beide Seiten – und insbesondere die USA – eine Eskalation vermeiden wollen, lösten die wieder aufgeflammten geopolitischen Risiken eine Rallye bei den Rohölpreisen aus, nachdem diese zuvor im überverkauften Bereich notiert hatten.
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