Capital | Geopolitische Risiken und Tech-Volatilität wirken sich auf die neue Woche aus
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Zinsunsicherheit bleibt bestehen, während die US-Gewinnsaison an Fahrt aufnimmt
Investmentfonds.de - Die Märkte werden wahrscheinlich die neue Woche nervös beginnen. Geopolitische Risiken kochen hoch, während ein Ausverkauf bei globalen Technologiewerten, vor allem bei Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz und insbesondere in der Chipindustrie, die Wall Street nach unten zieht. Diese Dynamik wird heute vermutlich besonders stark in den asiatischen Märkten zu spüren sein. Ein weiterer möglicher Anstieg der Rohölpreise gefährdet die wirtschaftliche Aktivität in der energieunsicheren Region. Unterdessen wird der Abwärtstrend bei Halbleiter-Aktien durch Maßnahmen der südkoreanischen Behörden verstärkt, um die Hitze eines manischen Marktes zu nehmen, was eine weltweite Entschuldung befeuert.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran eskaliert wieder – und zwar auf eine Weise, die an die turbulenten Anfangstage des Konflikts im März und April erinnert. In den letzten Tagen hat der Iran Angriffe auf regionale Verbündete gestartet, dabei Energie- und Entsalzungsinfrastruktur ins Visier genommen, mit der Anweisung gedroht, die Huthi-Kräfte den Bab-el-Mandeb schließen zu lassen, und mindestens drei US-Soldaten bei Angriffen in Jordanien getötet. Unterdessen zielt die US weiterhin auf iranische Militäranlagen und baut ihre Streitkräfte in der Region auf, um die Fähigkeit des Landes, die Straße von Hormus mit Gewalt zu kontrollieren, zu schwächen. Der Schiffsverkehr aus dem Persischen Golf ist Berichten zufolge drastisch zurückgegangen, was ein weiteres Aufwärtspotenzial für die Ölpreise andeutet und den Rohölpreis heute steigen lassen könnte.
Oben drauf kommen geopolitische Risiken und die Volatilität im Technologiesektor, während die Märkte weiterhin mit Zinsunsicherheiten und Ereignisrisiken durch die US-Gewinnsaison konfrontiert sind. Die Europäische Zentralbank trifft sich später in der Woche und wird wahrscheinlich die Zinsen stabil halten und eine Abwartungshaltung in Bezug auf die zukünftige Politik einnehmen, da sich die Energiekrise und damit das Inflationsrisiko wieder verschärfen. Was die Gewinnzahlen angeht, sind Tesla und Alphabet die beiden Schwergewichte, die ihre Quartalsergebnisse vorlegen. Derzeit prognostizieren Analysten für dieses Quartal ein solides Gewinnwachstum von 25 % bei den S&P-500-Unternehmen, das größtenteils durch ein vorhergesagtes Wachstum von 31 % bei den Magnificent Seven getragen wird.
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