Cambridge Associates | US-Dollar dürfte mittelfristig weiter an Wert verlieren
Thomas O’Mahony, Senior Investment Director bei Cambridge Associates
Investmentfonds.de - Die jüngste Stärke des US-Dollars dürfte sich mittelfristig als vorübergehend erweisen. Zwar haben der Nahostkonflikt, die robuste US-Konjunktur und der KI-Boom die US-Währung zuletzt gestützt. Diese Faktoren dürften jedoch nicht ausreichen, um die historisch hohe Bewertung des Dollars dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Die mittelfristigen Perspektiven sprechen weiterhin für eine Abschwächung des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen. Der Dollar notiert nach wie vor rund 30 Prozent über seinem langfristigen realen Durchschnitt, ein Bewertungsniveau, auf das historisch häufig mehrjährige Schwächephasen folgten.
Die jüngste Stärke des Dollars beruht vor allem auf höheren Zinserwartungen in den USA sowie anhaltenden Kapitalzuflüssen in US-Anlagen. Beide Faktoren dürften jedoch an Unterstützung verlieren, da sich Inflation und Wirtschaftswachstum normalisieren und sich die geldpolitischen Perspektiven in Europa und Japan verbessern.
Ein wesentlicher Treiber der Dollarstärke war zuletzt die hohe Nachfrage internationaler Investoren nach US-Aktien, insbesondere im Zusammenhang mit dem KI-Boom. Diese Entwicklung birgt jedoch Konzentrationsrisiken. Sollten Investitionen in Künstliche Intelligenz nachlassen oder Kapital verstärkt in andere Regionen fließen, dürfte auch die Unterstützung für den Dollar nachlassen.
Auch geopolitische Entwicklungen sprechen langfristig für eine stärkere Kapitalbindung außerhalb der USA. Höhere Investitionen in Verteidigung, Energieversorgung und Infrastruktur in Europa, Asien und Teilen des Nahen Ostens könnten dazu beitragen, Kapitalströme stärker in die jeweiligen Heimatmärkte zu lenken.
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