Fidelity Jahresausblick 2011 - Anleihen und Inflation
Europäische Hochzinsanleihen
Ian Spreadbury, Fondsmanager des Fidelity European High Yield Fund:
"Hochzinsanleihen sind momentan fair bewertet. Während die Renditen mit
ungefähr 8,5 Prozent im historischen Vergleich relativ gering sind, liegen
die Spreads auf einem durchschnittlichen Niveau. Das wirtschaftliche Umfeld
und technische Faktoren wie die Anzahl von Neuemissionen werden den Markt
2011 stark beeinflussen. Bei niedrigen Zinsen und einem schwachen Wirtschafts-
wachstum könnten mittlere bis hohe einstellige Erträge erreicht werden. Die
Kuponzahlungen werden die Erträge treiben und gegen Kapitalschwankungen absichern.
Auch 2011 werden wir hohe Volatilität erleben. Die Verschuldung der entwickelten Länder bleibt ein bedeutendes strukturelles Problem. In solchen Zeiten ist Diversifikation besonders wichtig, weshalb sowohl Investment Grade- als auch Hochzinsanleihen Bestandteile eines Portfolios sein sollten."
Europäische Unternehmensanleihen
David Simner, Fondsmanager des Fidelity European Corporate Bond Fund:
"In diesem Jahr haben sich die Fundamentaldaten der Unternehmen deutlich
verbessert. Gleichzeitig wird aber der unsichere Ausblick für die Weltwirtschaft
dazu führen, dass die Verschuldung von Unternehmen niedrig, ihre Liquidität aber
hoch bleibt. So entsteht ein positives Umfeld für Unternehmensanleihen. Unter-
stützend wirken auch die weiter niedrigen Zinsen und die Belastung der Länder in
der Peripherie Europas, was zu Abflüssen bei Staatsanleihen führen wird.
Trotzdem bleiben Restrisiken. Sparmaßnahmen setzen das Wirtschaftswachstum in
den entwickelten Ländern unter Druck. Die Angst vor einer weiteren Schuldenkrise
ist immer noch hoch. Trotzdem sind niedrige Inflationsraten grundsätzlich ein
gutes Umfeld für Unternehmensanleihen. Ich erwarte positive Renditen für die
kommenden zwölf Monate."
Schwellenländer-Anleihen
John Carlson, Fondsmanager des Fidelity Emerging Market Debt Fund:
"Nachdem Schwellenländeranleihen sich dieses Jahr sehr gut entwickelt haben und
es hohe Zuflüsse gab, sind einige Marktteilnehmer der Meinung, dass der Markt nicht
weiter wachsen wird. Ich glaube aber, dass es durchaus noch Chancen gibt. Die
strukturelle Nachfrage nach Schwellenländeranleihen befindet sich noch immer in
einem frühen Stadium. Ich gehe davon aus, dass die Zinsen niedrig bleiben werden
und im kommenden Jahr wenig Einfluss auf die Gewinne haben werden. Wenn man von
einer Basisverzinsung von ungefähr 5,5 Prozent ausgeht, kann man mit einem Gesamt-
ertrag von 7 Prozent rechnen."
Inflation
Andy Weir, Fondsmanager des Fidelity Global Inflation Linked Fund:
"Kurzfristig wird die Inflation moderat ausfallen. In den USA und Europa wird sie
ungefähr auf einem Niveau von 0,5 bis 1 Prozent bleiben - trotz indirekter Steuern.
Mittelfristig ist aber vergleichsweise unsicher, wie sich die Inflation entwickeln
wird. Ein weiterer Anstieg der Rohstoffpreise und eine mögliche Überhitzung in den
Schwellenländern könnten eine große Rolle spielen. Ein noch bedeutenderer Faktor
ist der beispiellose Liquiditätszuschuss durch die Zentralbanken. Das könnte den
Druck auf die Inflation erhöhen. Die aktuelle Prämie zur Absicherung gegen Inflation
ist im historischen Vergleich immer noch sehr gering."
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