Fidelity Marktkommentar: China kann Inflation eindämmen
Catherine Yeung, Investmentdirektorin Asien (ex Japan) bei Fidelity International
Viele Anleger fürchten eine zunehmende Inflation - nicht nur im Euroraum, sondern
vor allem in Asien. Die erneute Zinserhöhung der chinesischen Zentralbank lässt
eine weiter steigende Inflationsrate in China vermuten. Catherine Yeung, Investment-
direktorin Asien (ex Japan) bei Fidelity International, erklärt, was die Inflations-
entwicklung in Asien von der in der westlichen Welt unterscheidet, wo sie Risiken
sieht und ob der Höhepunkt der Inflation schon erreicht ist:
"Man kann die Inflationsraten in Asien nicht mit denen Europas vergleichen, denn
die Lebensmittelpreise spielen in Asien eine größere Rolle. Im Warenkorb werden sie
mit rund 30 Prozent doppelt so stark gewichtet wie etwa in den USA und sogar dreimal
so stark wie in Deutschland. In Asien kann die Inflation zudem von externen Faktoren
wie dem Wetter beeinflusst werden. So kann beispielsweise die Monsunzeit die
Nahrungsmittelpreise nachteilig beeinflussen. Während die Europäer Verbraucherpreis-
indizes für die Messung der Inflation heranziehen, sind es in asiatischen Staaten
eher die Reispreise oder - wie in Indien - die Preise von Zwiebeln. Man muss deshalb
genau darauf achten, die Inflation in Asien nicht ausschließlich nach europäischen
Maßstäben zu bewerten.
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