Fidelity: Inflation kein Grund zur Sorge
Köln, den 30.05.2011 (Investmentfonds.de) - In Asien ist die Inflation zwar
auf dem Vormarsch, doch das sollte Anleger nicht beunruhigen. In letzter Zeit
steht vor allem China im Fokus. Dort wird ein verstärkter Preisauftrieb beob-
achtet, der jedoch im Kontext kräftig steigender Löhne und Gehälter zu sehen
ist. Die Verantwortlichen in China sind sich der Probleme bewusst und haben
schon bei früheren Anlässen gezeigt, dass sie sich nicht scheuen, alle ver-
fügbaren Mittel einzusetzen, um die Inflation im Zaum zu halten. Auch saisonale
Faktoren sind zu berücksichtigen, wenn wir über die Inflation in Asien sprechen.
Wir können das Thema nicht nur durch die europäische Brille sehen. Bei allen
Schwierigkeiten geht es den Ländern in der Region wirtschaftlich gut, und daran
dürfte sich vorerst wenig ändern.
Aus europäischer Sicht erscheinen die Inflationsraten in Asien zurzeit recht
hoch. So wird beispielsweise aus China aktuell eine Teuerungsrate von rund 5 %
gemeldet. Man muss solche Zahlen aber im Zusammenhang sehen. Viele asiatische
Volkswirtschaften verzeichnen eine starke Wachstumsdynamik. In China wird für
2011 ein Wirtschaftswachstum von 7-9 % für möglich gehalten. Zudem sind die
Mindestlöhne in vielen Regionen um etwa 20 % angehoben worden, und auch der
allgemeine Lohnanstieg ist mit rund 10 % im Jahr beeindruckend hoch. Bei diesem
Tempo würde sich der Durchschnittslohn in China in den nächsten sieben Jahren
potenziell verdoppeln. Trotz des Inflationsdrucks, der dadurch sicher entstünde,
wäre das im Grunde eine positive Entwicklung. Höhere Löhne bedeuten, dass die
chinesischen Arbeiter auch höhere verfügbare Einkommen und damit die Möglichkeit
haben, mehr Geld für Güter und Dienstleistungen auszugeben, ungeachtet einer
gewissen Inflation als Nebeneffekt.
Andere Faktoren, wie das Wetter und die Lebensmittelpreise, fallen in Asien
stärker ins Gewicht als in Europa. So fließen dort beispielsweise die Lebens-
mittelpreise mit 30 % in den Verbraucherpreisindex ein – das ist ein etwa
doppelt so hoher Anteil wie in den USA. Auch das Wetter spielt für die Inflation
in Asien eine Rolle, da ungünstige Witterungsverhältnisse, besonders in der
Zeit des Monsuns, die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben können. In Asien
sind die Preise von Lebensmitteln von so großer Bedeutung, dass häufig der
Reispreis anstelle der Inflationsrate angeführt wird (in Indien der Preis von
Zwiebeln). Man sollte also, die Inflation in Asien nicht nur aus europäischer
Perspektive betrachten.
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