Tempelton: Ein jüngster Rücksetzer bei Rohstoffen
FREDERICK G. FROMM, Vice President Portfoliomanager
und Senior Security Analyst Franklin Equity Group
Köln, den 06.07.2011 (Investmentfonds.de) -
Nach dem raschen Anstieg der Rohstoffpreise
Anfang 2011 hat uns der jüngste Rücksetzer nicht
überrascht. Mitverantwortlich dafür war der zuvor
schwache US-Dollar, der Anfang Mai nach oben
drehte. Da die Entwicklung unseres Erachtens
fundamental nicht gerechtfertigt schien, hatte der
drastische Preisauftrieb bei den meisten Rohstoffen
überdies etwas Spekulatives an sich. Silber kletterte
zum Beispiel von Januar bis April 2011 von rund
28 US-Dollar pro Unze auf ein Hoch von 48 US-Dollar
pro Unze1 und die US-Benchmark-Preise für Öl
erhöhten sich im selben Zeitraum von 92 US-Dollar
pro Barrel auf ein oberes Extrem von 114 US-Dollar
pro Barrel2. Wir haben daher mit einem Nachgeben
der Preise gerechnet und interpretieren das nicht
gleich als unheilvolles Signal für die Wirtschaft.
Zu den Faktoren, die nach unserer Auffassung ebenfalls
zum Rückgang der Rohstoffpreise beigetragen
haben, gehören Sorgen um die Beendigung der zweiten
Runde quantitativer Lockerungen (oder QE2) in
den USA, die Bestrebungen von Schwellenländern
zur Eindämmung der Inflation durch Zinserhöhungen
und ganz allgemein auch saisonale Einflüsse. Hinzu
kommt, dass Rohstoffe und rohstoffabhängige Aktien
um diese Jahreszeit regelmäßig schwächer tendieren.
Welche Erwartungen sehen wir derzeit als realistisch
an? Solide Unterstützung erkennen wir für Öl in der
Spanne zwischen 80 und 100 US-Dollar pro Barrel
und für Gold in der Spanne zwischen 1.200 und
1.400 US-Dollar pro Unze. Öl kommt neben den
hohen Grenzkosten für zusätzliche Produktionseinheiten
die anhaltend robuste Zunahme der
Nachfrage in Schwellenländern zugute. Fundamental
halten wir Gold für stärker als zum Beispiel Silber:
Das Angebot ist bei Gold begrenzt und es gibt keine
größeren Produktionssteigerungen. Bei Silber kam
die Korrektur dagegen für uns am wenigsten überraschend,
da in den nächsten Jahren erhebliches
Angebotswachstum zu erwarten ist.
Was die Korrelation zwischen Ölpreisen und Energieaktien
anbelangt, werden Energiewerte insgesamt
generell vom Ölpreis beeinflusst, sodass die Anleger
den Energiesektor mit Öl gleichsetzen könnten.
Doch bestimmte Titel und Subsektoren innerhalb
dieses Sektors können sich durchaus besser
entwickeln als Öl. Im Rahmen unserer Strategie
versuchen wir, solche Sektoren und Anlagen ausfindig
zu machen, die unserer Ansicht nach längerfristig
hohes Ertragspotenzial bieten und von unternehmensspezifischen
Chancen profitieren könnten.
Die von uns eingesetzte Strategie zielt ab auf die
Nutzung kurzfristiger Marktschwankungen durch
konservativere Positionierung, wenn wir Überhitzung
oder Potenzial für größere Schwäche wahrnehmen.
Wir sind im letzten Herbst zu einer etwas defensiveren
Ausrichtung unseres Portfolios übergegangen und
fahren unser Engagement in Sektoren zurück, die
tendenziell höhere Betawerte aufweisen. Stattdessen
verlegen wir uns auf Segmente wie integrierte
Ölgesellschaften, weil sich diese in Schwächephasen
meist besser behaupten und uns auf Bewertungsbasis
reizvoller erschienen. Durch diese Positionierung
können wir unseres Erachtens Chancen durch
Marktschwäche gegebenenfalls besser ausnutzen –
ein zentraler Grundsatz unserer Strategie. Daher
stellen wir uns derzeit nicht noch defensiver auf,
sondern versuchen nach Möglichkeit, aus eventuell
auftretender Schwäche Kapital zu schlagen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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