HSBC: One-on-One mit dem Indian Equity Investment Team
Sanjiv Duggal, Fondsmanager des HSBC GIF Indian Equity
Köln, den 19.07.2011 (Investmentfonds.de) - F: Einem Pressebericht zufolge plant
die indische Regierung, Erträge über Mauritius erzielte Investments zu besteuern.
Daraufhin ist der Sensex im Juni eingebrochen. Stimmt der Pressebericht – und wie
beeinflusst das Ihren Fonds?
A: Obwohl der Sachverhalt des Berichts nicht neu ist, hat der Markt negativ reagiert:
Der Index gab am Tag der Veröffentlichung um rund drei Prozent nach. Das zeigt, dass
die indische Börse sensibel auf Gerüchte und Stimmungen reagiert. Im Kern wird
berichtet, dass Indien nach drei Jahren Pause die Gespräche über das Steuerabkommen
mit Mauritius wieder aufnehmen will. Die Regierung plane demnach, Kapitalerträge zu
besteuern, die bislang steuerfrei über Mauritius in Indien erzielt werden können.
Indien wolle diese Steuer erheben, da die Erträge in Indien erwirtschaftet werden,
zitierte das Wirtschaftsblatt Business Standard den Vorsitzenden der indischen
Steuerbehörde CBDT, Prakash Chandra. Vor drei Monaten hätte Mauritius seine
Gesprächsbereitschaft bekundet, die Gespräche hätten jedoch noch nicht begonnen,
sagte Shishir Jha, ein Sprecher der CBDT in Neu Delhi. Der Markt konzentriert
sich unseres Erachtens nach auf den Streit bezüglich der Kapitalgewinne, die Unter-
nehmen aus dem Verkauf von Vermögenswerten erzielen. Es geht weniger um die Aktien-
gewinne von ausländischen institutionellen Investoren wie uns. Das Thema „Verkaufs-
gewinne“ ist durch den Hutchison-Deal in Indien verstärkt ins Rampenlicht gerückt:
Hutchison hat sein indisches Telekom- Geschäft an Vodafone verkauft. Die veräußerten
Firmenanteile wurden von einem in Mauritius registrierten Unternehmen gehalten.
Inzwischen beschäftigt sich das indische Appellationsgericht mit dem Fall.
F: Wie haben sich die Gewinne im vierten Quartal entwickelt? Gab es negative Über-
raschungen, durch die sich Ihre Wachstumseinschätzung verändert hat?
A: Bezüglich des Wachstums liegen unsere Erwartungen aufgrund der strikten Geld-
politik der Zentralbank leicht unter dem Marktkonsens. Das war jedoch bereits vor
der Berichtssaison so. Wir rechnen damit, dass die straffe Geldpolitik bald endet,
und erwarten nur noch ein bis zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte. Was
die Gewinne betrifft, gab es einige Enttäuschungen – ausgelöst durch die höheren
Rohstoff- und Herstellungspreise, die auf die operativen Margen und die Bruttomargen
gedrückt haben. Ebenfalls belastend wirkten die durch die Zinserhöhungen gestiegenen
Finanzierungskosten auf die Gewinne. Wir rechnen damit, dass diese Themen das Gewinn-
wachstum auch im laufenden und kommenden Quartal beeinflussen könnten.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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