ifo Institut: Was kosten Eurobonds?
Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts
Stellungnahme des ifo Instituts vom 17. August 2011:
Angesichts der gegenwärtigen Diskussion über die Einführung von Eurobonds hat das
ifo Institut seine Abschätzung der damit verbundenen Kosten für den deutschen Staat
aktualisiert. Grundlage der Berechnungen ist die Annahme, dass Eurobonds langfristig
zu einer Vergemeinschaftung der Staatsschulden aller Länder des Euroraums führen
und gemäß den EZB-Kapitalanteilen von den einzelnen Ländern verbürgt werden.
Die nominalen Zinsunterschiede zwischen Staatsanleihen, die sich auf den Märkten
herausgebildet haben, spiegeln die unterschiedlichen Konkurswahrscheinlichkeiten
der jeweiligen Staaten wider und bewirken, dass sich die effektiven Zinsen der
Länder (im Sinne der mathematischen Erwartungswerte der Zinsen) ähneln. Eurobonds
geben allen Staaten die Möglichkeit, sich ungeachtet ihrer Konkurswahrscheinlichkeit
zum selben Nominalzins zu finanzieren. Damit drücken sie die effektiven Zinsen der
Länder im Ausmaß der jeweiligen jährlichen Konkurswahrscheinlichkeiten unter den
gemeinsamen Nominalzins und implizieren eine Subventionierung der Finanzierungskosten
der unsoliden Länder.
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