Vontobel: Trotz offenem Geldhahn keine Liquiditätsflut, sondern Dürreperiode an den Märkten
Dr. Thomas Steinemann, Chefstratege der Vontobel-Gruppe
Beim jährlichen Treffen der führenden Notenbanker in Jackson Hole im US-Bundesstaat
Wyoming bekräftigte der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke seine Bereitschaft, der
lahmenden Wirtschaft wenn nötig weiter unter die Arme zu greifen. Dies ist eine gute
Nachricht. Zunehmend stellt sich aber auch die Frage, wie lange der Staat die Wirtschaft
ohne ernsthafte Nebenwirkungen stimulieren kann und soll.
Die Rolle des Antreibers fällt immer mehr den Zentralbanken zu, denn den Regierungen
sind in Zeiten von immensen Schuldenbergen und weltweiten Sparanstrengungen die Hände
gebunden. Das ist zwar nachvollziehbar, birgt aber das Risiko, dass die
sogenannten „automatischen Stabilisatoren“ – höhere Staatsausgaben in schlechten
Zeiten und Sparmaßnahmen in guten Zeiten – wegfallen. Dadurch wird der Wirtschafts-
abschwung verstärkt, wie sich an der massiven Rezession in Griechenland deutlich
zeigt. Außerdem ist das ohnehin kaum vorhandene Wachstum in Italien und Spanien
gefährdet.
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