Franklin Templeton - Europäische Aktien: Ein Blick auf die Schuldenkrise
Philippe Brugere-Trelat
Executive Vice President und Portfoliomanager
Franklin Mutual Advisers, LLC
Köln, den 27.09.2011 (Investmentfonds.de) - „Da
die zugrunde liegenden Belastungen durch die anhaltende
Staatsschuldenkrise weiterhin Marktvolatilität verursachen und
europäische Regierungen fortgesetzt über Lösungen diskutieren
und versuchen, Sparmaßnahmen durchzusetzen, sieht es
nicht so aus, als würde das Problem kurzfristig vergehen.
Dennoch erkennen wir nach wie vor Gründe für vorsichtigen
Optimismus.“
Die anhaltende Staatsschuldenkrise in Europa machte im August und
September Schlagzeilen in aller Welt und die potenziellen Aussichten
der Region wurden weltweit intensiv kommentiert. Aus der Perspektive
von Mutual Series haben wir dazu ein paar Anmerkungen.
Erstens hat die Griechenlandkrise die „Erbsünde“ des Eurosystems
sehr deutlich gemacht – nämlich die Vorstellung, dass eine Währung
langfristig lebensfähig ist, obwohl 17 Staaten jeweils ihre eigene
Haushalts- und Fiskalpolitik betreiben. In unseren Augen ist mehr
fiskalpolitischer Zusammenhalt unabdingbar, doch der Weg dorthin
dürfte steinig werden. Wir können nicht sagen, was kommt, halten
das Problem jedoch eher für ein politisches als ein fundamentales
und hoffen immer noch, dass die europäischen Staatschefs am Ende
eine umfassende und dauerhafte Lösung für die Krise finden werden.
Da die zugrunde liegenden Belastungen durch die anhaltende
Staatsschuldenkrise weiterhin Marktvolatilität verursachen und
europäische Regierungen fortgesetzt über Lösungen diskutieren
und versuchen, Sparmaßnahmen durchzusetzen, sieht es nicht so
aus, als würde das Problem kurzfristig vergehen. Dennoch erkennen
wir nach wie vor Gründe für vorsichtigen Optimismus:
• Unseres Erachtens sind die europäischen Aktienmärkte nach
wie vor sehr billig. Nach unseren Analysen sind sie auf Bewertungsniveaus
gefallen, wie sie in der schlimmsten Phase
2008/2009 oder Ende der 1970er Jahre in den USA zu beobachten
waren. Der Einbruch der Aktienkurse zeigt sich unserer
Ansicht nach vor allem bei den Large-Caps der Region und
auffallend häufig im Finanzsektor. Angesichts der Marktentwicklung
der letzten eineinhalb Jahre könnten bestimmte europäische
Titel eine interessante Gelegenheit darstellen für mittelbis
langfristig orientierte Anleger, die von soliden, zu Unrecht
abgestraften Unternehmen profitieren möchten, was genau unserem
Alltagsgeschäft hier bei Mutual Series entspricht.
• Auch Ende August gab es noch diverse positive Wirtschaftsdaten.
Trotz der rückläufigen globalen Wirtschaftsleistung blieb
das Wachstum in den Schwellenländern im zweiten Quartal allgemein
hoch, der Druck auf die Rohstoffpreise ließ nach, die
Rentabilität europäischer Unternehmen stand in krassem Gegensatz
zu den öffentlichen Finanzen der Region und die Finanzierungskosten
blieben historisch niedrig.
• Zwar könnte Europa mit Blick aufs zweite Halbjahr 2011 und
darüber hinaus auf eine Verlangsamung zusteuern, doch eine
waschechte Rezession mit drastischem Output-Rückgang, wie
sie die Aktienmarktbewertungen Ende August vermuten ließen,
erscheint uns immer noch unrealistisch. Die Anlageinvestitionen
(also der Investitionsaufwand) waren im Verhältnis zum
Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiterhin viel niedriger als 2007 auf
dem letzten Höhepunkt und dürften nach unseren Analysen
kaum so einbrechen wie 2008. Die Unternehmen sitzen im Gegensatz
zu 2008 nicht auf enormen Beständen. Die Kreditkonditionen
für den Nichtfinanzsektor sind viel günstiger und vor allem
hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Bedarfsfall
Handlungsbereitschaft signalisiert.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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