DPAM | Stehen Asiens Börsen vor einem Superzyklus der Schwellenmärkte?
Andrew Deback, Fondsmanager bei DPAM
Investmentfonds.de - Aktien aus Schwellenmärkten (EM) bewegen sich oft in längeren Phasen der Out- oder Underperformance im Vergleich zu den Industrieländern. Auf den letzten Aufschwungzyklus folgten fast 15 Jahre, in den sich die Schwellenländer schlechter entwickelten. Da EM-Aktien derzeit das zweite Jahr in Folge eine Outperformance erzielen, liegt die Frage nach einem neuen Superzyklus nahe. Andrew Deback, Fondsmanager bei DPAM, findet dafür überzeugende Gründe, wie robustes Wachstum, Unternehmensreformen und günstige Bewertungen:
1. Wirtschaftswachstum und Industriezyklus
Wächst die Weltwirtschaft stark, entwickeln sich EM-Aktien in der Regel gut. Schwellenländer mit ihrem größeren Anteil an zyklischen und margenschwachen Branchen wie Grundstoffen, Metallen und Bergbau sowie Fertigung profitieren von solchen Phasen, auch weil westliche Unternehmen einen Großteil ihrer Lieferketten nach Asien ausgelagert haben.In Zeiten robusten Wachstums sorgen Engpässe dafür, dass sich die Preismacht zu den Lieferanten verlagert. Dies führt zu steigenden Margen und höheren Gewinnmultiplikatoren. Anhaltende Unterinvestitionen im Abschwung des Industrie- und Rohstoffzyklus führen zu Engpässen in Boomphasen, deren Behebung oft viele Jahre in Anspruch nimmt.
2. Geopolitisch bedingter Investitionsboom
Derzeitig gründet das beschleunigte Wachstum v. a. auf geopolitischen Veränderungen. Bis 2030 dürften 45 % der weltweiten Produktion auf China entfallen, 11 % auf die USA (2000 waren es 6 % bzw. 25 %). Die hohe US-Staatsverschuldung stellt die Position der USA als globale Hegemonialmacht zusätzlich in Frage.Die USA reagieren mit Zöllen, Produktionsverlagerung zurück ins eigene Land und Druck auf Verbündete, sich an den Militärausgaben zu beteiligen. Dies hat weltweit zu einer expansiven Fiskalpolitik geführt. Dank KI und Robotik wollen die USA mit China konkurrieren und das eigene Wachstum beschleunigen, um die Schuldenquote zu senken. Nvidia veranschlagt ein jährliches Wachstum von 40 % bei den weltweiten Investitionen in Rechenzentren (3,5 Billionen US-Dollar bis 2030). Gleichzeitig strebt China nach weltweiter Technologieführerschaft, will seine Selbstversorgung bei Halbleitern verbessern und die Bereiche KI, Robotik und Raumfahrt ausbauen. Dies zeigt deutlich, wie intensive Rivalität Innovation und Wachstum beschleunigen können – wie im „Weltraumwettlauf“ zwischen den USA und der UdSSR im Kalten Krieg.
3. Lieferant in einer Welt mit begrenzten Lieferkapazitäten
Die EPS-Wachstumsprognosen für Schwellenländer und Asien ohne Japan übertreffen derzeit diejenigen für entwickelte Märkte. Südkorea und Taiwan, wichtige Lieferanten im globalen KI-Wettlauf und im Verteidigungs- und Infrastrukturboom, verzeichnen beschleunigtes Wachstum. Unternehmen wie Samsung Electronics, SK Hynix und TSMC profitieren von Engpässen bei Speicherchips und modernen Halbleitern, die durch die steigende Nachfrage nach KI verursacht werden. Neben diesen Giganten tragen viele weniger bekannte Unternehmen zur Schiffbauindustrie, mit Stromnetztransformatoren, Kabeln, Schaltern und Leiterplatten für die KI- und Raumfahrtindustrie bei. Trotz höherer Prognosen liegt das KGV des MSCI Asia ex-Japan weiterhin drastisch unter dem des MSCI World.4. Modernisierung und Reformen
Auf lange Sicht haben die Schwellenländer mehr Wachstum erzielt als die Industrieländer. Die Gewinne pro Aktien sind jedoch weniger schnell gestiegen, insbesondere wenn im Abschwung die Margen schrumpften. Hauptgrund dafür war die geringe Unternehmensrentabilität. Unternehmen, deren Umsatz jährlich um 15 % wächst, die aber nur eine Eigenkapitalrendite von 5 % erzielen, generieren nicht genügend Cashflow, um ihr Wachstum selbst zu finanzieren. Das führt zu einer Verwässerung der Anteile.Staatliche Reformen sollen diese Rentabilität verbessern. Ziel in Ländern wie Südkorea und China ist es, inländische Sparer dazu zu motivieren, in heimische Aktien zu investieren. Unternehmen sollen Anreize haben, ihre Unternehmensführung, ihre Eigenkapitalrendite und die Renditen für (Minderheits-)Aktionäre zu verbessern.
Asiatische Unternehmen klettern darüber hinaus in der Wertschöpfungskette nach oben. Taiwan und Südkorea haben sich in den Bereichen Halbleiter, Schiffbau und Unterhaltungselektronik in der Weltspitze etabliert, China übernimmt in fortschrittlichen Industriezweigen die Führung, z. B. bei der Herstellung von Solarzellen sowie bei Batterietechnologie von Elektrofahrzeugen. China ist zudem führend bei fortschrittlicher Fertigung, künstlicher Intelligenz, Robotik und der Veredelung seltener Erdmetalle, die für Hightech- und grüne Technologien entscheidend sind. Chinas Gesundheitssektor verzeichnet beschleunigtes Wachstum in den Bereichen Biotechnologie, Pharmazeutika und medizinische Geräte. Die „Anti-Involutionsmaßnahmen” zügeln übermäßigen Wettbewerb, dämmen Überkapazitäten ein und fördern eine stabilere Industrielandschaft in ganz Asien.
5. Binnennachfrage und politische Aussichten in China
Während sich die aktuelle Erholung auf Engpasssektoren wie Speicher, Energie und Rohstoffe konzentriert, dürften Zweitrundeneffekte folgen, da sich das Wachstum positiv auf den Konsum, das Kreditwachstum und die Immobilienpreise auswirkt. Chinas Immobilienmarkt und Binnenkonsum bleiben schwach, aber bevorstehende politische Initiativen könnten Strukturreformen vorantreiben, das Verbrauchervertrauen stärken und das Wachstum beschleunigen.6. Währungsdynamik
Schwellenländer profitieren oft von einem schwachen US-Dollar. Die schwierige Lage der USA, Zölle sowie die Lockerung der Fiskal- und Geldpolitik treiben Kapitalströme in Gold und globale Aktien, auch aus Schwellenländern. Asiatische Anleger sind derzeit Nettoverkäufer von US-Vermögenswerten und Käufer heimischer Aktien.7. Geringe Positionierungen
Asiatische Aktien sind weltweit gering gewichtet. Mandate für Schwellenländer liegen nur knapp über 5 % des globalen Aktienvermögens; in der MSCI All Country World Benchmark machen sie 11 % aus. Um diese Lücke zu schließen, wären nach Schätzungen von JP Morgan Käufe im Wert von über 1 Billion USD erforderlich.****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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