ODDO BHF SE | Im „Nebel des Krieges“ das Ziel nicht aus dem Blick verlieren
ODDO BHF SE
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 10.03.2026 - Der jüngste militärische Schlagabtausch zwischen den USA, Israel und dem Iran hat sich rasch auf weitere Länder des Nahen Ostens ausgeweitet. Auf gezielte Angriffe der USA und Israels auf die politische und militärische Führung in Teheran antwortete Iran mit einer Serie von Vergeltungsaktionen. Besonders schwerwiegend waren Angriffe auf US-Militärstützpunkte, touristische Einrichtungen und vor allem Energieinfrastruktur. Mit der Blockade der Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engstellen für den globalen Öl- und LNG-Transport beeinträchtigt. Der sofortige Preissprung bei Öl und Gas zeigte, wie sensibel die Märkte auf die Möglichkeit von Versorgungsausfällen reagieren. Zum Ende der ersten Kriegswoche notierte der Preis von Brent-Öl oberhalb der sensiblen Marke von 100 US-Dollar.
Trotz der geopolitischen Zuspitzung blieben die Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten zunächst überschaubar, verstärkten sich aber, als die Sorge über einen längeren Konflikt die Ölpreise noch weiter nach oben trieb. Besonders betroffen waren Regionen wie Asien, insbesondere Südkorea, die stark von Energieimporten abhängig sind und damit anfällig für Preisschocks. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach sicheren Häfen deutlich an: Der Goldpreis erreichte ein neues Rekordniveau, der US-Dollar wertete auf und die Renditen globaler Staatsanleihen stiegen infolge neuer Inflationssorgen und die Staatsanleihen beendeten die erste Kriegswoche mit starken Verlusten. Damit wurde die Erwartung weiterer Zinssenkungen ausgepreist.
Einfluss militärischer Konflikte oft nur von begrenzter Dauer
Wie sich der Konflikt weiterentwickelt, bleibt offen. Historisch haben sich Kriege häufig länger hingezogen als zunächst angenommen. Für langfristig orientierte Anleger – als solche verstehen wir uns – ergibt es dennoch selten Sinn, Risiken vollständig zu meiden. Vielmehr gilt es, die sich aus volatilen Marktbewegungen ergebenden Chancen im Einklang mit den eigenen langfristigen Anlagezielen zu nutzen. Höhere Energiepreise belasten die Weltwirtschaft zweifellos. Ob sie eine Rezession auslösen können, hängt maßgeblich davon ab, wie lange sie auf wirtschaftlich schädlichen Niveaus verharren. Diese Faktoren dürften auch den Verlauf und die Dauer des Krieges beeinflussen. Zudem spricht die historische Erfahrung dafür, dass der Einfluss militärischer Konflikte auf die Aktienmärkte oft nur von begrenzter Dauer ist: In vielen Fällen normalisieren sich die Märkte etwa drei Monate nach Beginn eines kriegerischen Konflikts wieder. Im derzeitigen geopolitischen „Nebel des Krieges“ ist es für Investoren daher entscheidend, ihre langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.Solange der Konflikt regional und in seinen wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt bleibt, dürften die entscheidenden Treiber der Kapitalmärkte – technologischer Fortschritt, solide Unternehmensgewinne und eine unterstützende Geldpolitik – weitgehend intakt bleiben. Gleichzeitig wirken kurzfristig zusätzliche Faktoren, die das Wachstum stützen und die negativen Effekte des Iran-Kriegs ausgleichen: In der EU, besonders in Deutschland, entfalten umfangreiche öffentliche Investitionsprogramme Wirkung; in den USA sorgen Steuersenkungen für weitere Wachstumsimpulse. Die anhaltend hohe Investitionstätigkeit in künstliche Intelligenz bleibt zudem ein starker Treiber der Aktienmärkte.
Was die Inflation betrifft, so beschränken sich die Preissteigerungen gegenwärtig auf den Energiesektor. Auch die Inflationserwartungen laufen bislang nicht aus dem Ruder. Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte dennoch vorerst mit weiteren Zinssenkungen warten – auch im Hinblick auf mögliche preistreibende Effekte neuer Handelszölle. Aufgeschoben heißt jedoch nicht aufgehoben: Die Geldpolitik bleibt grundsätzlich locker und unterstützend. Die Europäische Zentralbank agiert in einem ähnlichen Umfeld. Auch sie muss Energiepreise im Blick behalten, um einen Inflationsschock wie 2021 / 2022 zu vermeiden. Solange der Preisanstieg jedoch temporär bleibt und keine Zweitrundeneffekte sichtbar werden, ist eine Zinserhöhung in diesem Jahr eher unwahrscheinlich.
Kursrücksetzer nutzen
Inmitten der aktuellen geopolitischen Turbulenzen ist es für Anleger entscheidend, ihre langfristigen Ziele fokussiert im Blick zu halten und die sich durch kurzfristige Marktschwankungen bietenden Chancen zu nutzen. Für die Aktienanlage ist die Entwicklung der Öl‑ und Gaspreise ein zentraler Faktor für die Titelauswahl. Das spricht kurzfristig für US‑Werte, die weniger von Energieimporten abhängig sind. Auch wenn angesichts der hohen Bewertungen Korrekturen immer möglich sind, tendieren wir eher dazu, Kursrückgänge bei von uns favorisierten Werten für Zukäufe zu nutzen. Speicherchips bleiben attraktiv, da Rechenzentren enorme Mengen an DRAM (Dynamic Random Access Memory) und insbesondere hohe Speicherbandbreiten benötigen. Im Gegenzug könnten übermäßig abgestrafte Softwaretitel wieder einen Kauf Wert sein. Auch in Europa eröffnen sich Chancen in den von den Konjunkturprogrammen profitierenden Sektoren wie Infrastruktur und Verteidigung. Auch bei Banken scheinen uns europäische, weniger in Kreditfinanzierung für KI-Infrastruktur involvierte Institute attraktiver als US-Finanzwerte.Im Rentensegment haben die Spreads von High-Yield-Anleihen begonnen sich auszuweiten. Das Investment-Grade-Segment zeigt sich resilienter. Während wir aufgrund der guten Fundamentaldaten Langläufer mit Investment-Grade-Rating konstruktiv sehen, sind wir bei langlaufenden Hochzinsanleihen vorsichtiger, da die Volatilität zugenommen hat und die Risikoprämien die Risiken kaum kompensieren. Aus Risiko-Rendite-Sicht gilt unsere Präferenz daher weiterhin Investment-Grade- und High-Yield-Titeln mit kurzer Duration, da das Drawdown-Potenzial gering ist. Kurzfristig bevorzugen wir als Schutz vor geopolitischen Risikofaktoren den US-Dollar, wir planen jedoch, dieses Risiko durch den Kauf von EUR/USD-Call-Optionen zu begrenzen, für den Fall, dass der Konflikt schneller als erwartet beendet sein sollte.
Diese Positionierung ist nicht in Stein gemeißelt und kann sich in einem hochvolatilen Umfeld schnell ändern. Langfristig hohe Energiepreise und eine Ausweitung bzw. ein nicht absehbares Ende der militärischen Auseinandersetzungen am Golf könnten Signale dafür sein, die Portfolios anzupassen. Noch ist dies nicht absehbar, aber im Nebel des Krieges kommt es darauf an, sich nicht vorschnell festzulegen, sondern flexibel auf ein verändertes Umfeld zu reagieren.
****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (ODDO BHF SE). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (ODDO BHF SE)
|
INVESTMENTFONDS.DE |
|
INVESTMENTFONDS.DE | Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.