Union Bancaire Privée | Der KI-Infrastrukturboom eröffnet Chancen für Schweizer Aktien
Eleanor Taylor Jolidon und Maud Giese, des Swiss and Global Equity Team von UBP
Investmentfonds.de | Genf, 23.07.2026 - der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur schafft neue Chancen weit über die Halbleiterindustrie hinaus. Schweizer Aktiengesellschaften sind entlang zentraler Engpässe wie Energieversorgung, Netzinfrastruktur, Kühlung und Präzisionstechnik positioniert und bieten Anlegern Zugang zu strukturellem Wachstum, ergänzt durch langfristige Themen wie Energieeffizienz, Gesundheitswesen und die europäische Reindustrialisierung, schreiben Eleanor Taylor Jolidon und Maud Giese, des Swiss and Global Equity Team von UBP, in einem aktuellen Marktkommentar.
KI verändert nicht nur, was wir berechnen, sondern auch, wie wir bauen. Mit dem Ausbau von Rechenzentren haben sich die Engpässe von den Chips zu den Gesamtsystemen verlagert: Stromversorgung, Kühlung, Netzkapazitäten und hochpräzise Ingenieursleistungen.
Nur wenige Märkte sind entlang dieser Engpässe so stark positioniert wie die Schweiz. Börsennotierte Schweizer Unternehmen decken große Teile der KI-Wertschöpfungskette ab – von Transformatoren und Wärmemanagement über Vakuumtechnologie bis zu anspruchsvollen Bauleistungen. Zugleich profitieren sie von langfristigen Themen wie Lieferkettenresilienz, Gesundheitswesen, Energieeffizienz und der Reindustrialisierung Europas. Das Ergebnis ist ein diversifizierter Aktienmarkt, der strukturelles Wachstum mit defensiven Merkmalen verbindet und im Vergleich zu US-Aktien attraktiv bewertet ist.
Struktureller Investitionszyklus
Der private Bau von Rechenzentren beschleunigt sich weltweit. Über Halbleiter und Hyperscaler-Infrastruktur hinaus benötigt jedes neue Rechenzentrum Energiemanagement, Netzausbauten, Präzisionskühlung und spezialisierte Bauleistungen. In all diesen Bereichen verfügen Schweizer Unternehmen über weltweit gefragte Kompetenzen.Die Energieversorgung ist zu einer zentralen Beschränkung für das Ausbautempo geworden. Transformatoren, Messsysteme und präzise Temperaturregelung sind heute entscheidend, um Engpässe zu beseitigen. Wertschöpfung entsteht damit nicht nur bei Chips, sondern zunehmend auch in der elektrischen und thermischen Infrastruktur, also einem Bereich, in dem sich die Schweiz sehr langfristig bewährt hat.
Die breite Präsenz Schweizer Unternehmen entlang verschiedener Stufen der Wertschöpfungskette kann helfen, Risiken auf Portfolioebene zu steuern. Genehmigungsverfahren, Verzögerungen bei Netzanschlüssen oder veränderte Investitionspläne großer Technologiekonzerne können jedoch weiterhin zu unternehmensspezifischer Volatilität führen.
Schweizer Aktien werden derzeit etwa auf dem Niveau globaler Aktien und mit einem Abschlag gegenüber US-Aktien gehandelt. Historisch wurde der SPI mit einem Aufschlag bewertet, was die höhere und stabilere Wertschöpfungsqualität Schweizer Unternehmen widerspiegelt. Für Anleger könnte dies einen attraktiven Einstiegszeitpunkt darstellen.
Der SPI wies historisch moderate bis niedrige Korrelationen zum S&P 500 und zum MSCI AC World auf. Gründe sind seine spezifische Sektorstruktur und die globale Ausrichtung der Unternehmen. Gerade in einem Marktumfeld, das stark von wenigen großen US-Technologiewerten geprägt ist, können diese Eigenschaften besonders wertvoll sein.
Der Schweizer Aktienmarkt ermöglicht dadurch Anlegern, am Investitionszyklus der KI-Infrastruktur zu partizipieren, ohne das Risiko auf wenige Mega-Cap-Technologiewerte zu konzentrieren.
KI: Die Schweizer Wertschöpfungskette
Schweizer Unternehmen profitieren entlang verschiedener Ebenen des KI-Ausbaus. Ein Engagement darin vereint große Industrie- und Materialwerte ebenso wie einen bedeutenden Teil des Small- und Mid-Cap-Segments und hängt nicht vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens oder einer einzelnen Technologie ab.Stromversorgung und Kühlung
Wärmemanagement ist ein geschäftskritischer Faktor bei der Planung von Rechenzentren. Hochverdichtete Server erzeugen erhebliche Wärmemengen, und präzise Temperaturregelung beeinflusst Zuverlässigkeit und Energieverbrauch direkt. Schweizer Unternehmen mit Expertise in HLK-Steuerungssystemen, industrieller Kühlung, Elektrifizierung und Automatisierung sind in diesem Segment gut positioniert.Netzinfrastruktur
Der steigende Strombedarf erfordert Transformatorenkapazitäten, intelligente Netzlösungen und Leistungselektronik in großem Umfang. Schweizer Anbieter entsprechender Infrastruktur profitieren zugleich von der Nachfrage durch Rechenzentren und von der weitläufigen Energiewende, was die Visibilität der Auftragsbücher mittelfristig erhöhen kann.Halbleiterausrüstung
Die Chipherstellung für KI-Anwendungen erfordert hochspezialisierte Produktionsanlagen. Schweizer Unternehmen aus den Bereichen Vakuumtechnologie, Gasanalyse sowie Prüf- und Messtechnik liefern kritische Komponenten für Halbleiterfabriken weltweit. Die Umsätze in diesem Bereich hängen eng mit den Investitionszyklen der Halbleiterindustrie zusammen, die derzeit expandieren.Baumaterialien
Großprojekte im Rechenzentrumsbau erfordern spezialisiertes Baumanagement, Abdichtungs- und Versiegelungssysteme sowie industrielle Rohrleitungslösungen. Schweizer Unternehmen nehmen in mehreren dieser Bereiche führende Positionen ein; einige Bauunternehmen haben zudem eine starke Erfolgsbilanz bei Rechenzentrumsprojekten aufgebaut.Energieeffizienz
Neben der Verfügbarkeit von Energie wird ihre effiziente Nutzung immer wichtiger. Sie bestimmt, wieviel Rechenleistung mit einer bestimmten Stromzuteilung betrieben werden kann. Schweizer Unternehmen mit Positionen in Durchflussregelung, industrieller Automatisierung und Energiemanagement sind gut aufgestellt, um von dieser Nachfrage zu profitieren.Insgesamt verteilt sich das Engagement über verschiedene Endmärkte und Marktkapitalisierungen. Das reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Risikofaktoren, während der Fokus auf systemischen Engpässen erhalten bleibt.
KI ist nur eines von verschiedenen Wachstumsthemen in der Schweiz
Die Infrastruktur für künstliche Intelligenz ist für mehrere Schweizer Unternehmen ein wichtiger Treiber. Zugleich wirken weitere strukturelle Wachstumsthemen. Dieses Multi-Themen-Profil erhöht die Widerstandsfähigkeit: Wenn die Stimmung gegenüber einem Thema nachlässt, können andere Bereiche stabilisierend wirken. Die Schweizer Aktienstrategien des Swiss & Global Equity Teams der UBP spiegeln diese Diversifikation wider: KI-bezogene Engagements stehen neben Positionen in Unternehmen, die von Infrastrukturinvestitionen, demografischem Wandel, Energieeffizienz und resilienteren Lieferketten profitieren.Europäische Infrastrukturinvestitionen
Der ReArm-Rahmen der EU und die Infrastrukturprogramme Deutschlands stehen für einen mehrjährigen Nachfragezyklus zugunsten Schweizer Unternehmen.Alternde Weltbevölkerung
Schweizer Pharma- und Medizintechnikunternehmen profitieren von strukturellem Nachfragewachstum in Therapien, Diagnostik und Medizinprodukten.Energieeffizienz
Gebäudesanierungen, Stromnetzmodernisierung und Effizienzsteigerungen in industriellen Prozessen schaffen nachhaltige Nachfrage nach Energiemanagement- und Durchflussregelungslösungen.Lieferkettenresilienz
Die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten fördert Investitionen in Präzisionsfertigung, Automatisierung und Qualitätssicherung – alles Bereiche, in denen Schweizer Unternehmen seit Langem Wettbewerbsvorteile besitzen.Mehr als nur ein Schweizer KI-Investment
Der Schweizer Aktienmarkt bietet Anlegern einen ausgewogenen Zugang zum Investitionszyklus der KI-Infrastruktur, ohne die Exponierung auf wenige große US-Technologiewerte zu konzentrieren. Die Breite des Marktes entlang der Wertschöpfungskette und über verschiedene Marktkapitalisierungen hinweg, passt zusammen mit dem hohen SMID-Segment gut zum aktuellen Anlageumfeld. In Kombination mit moderaten Korrelationen zu globalen und US-amerikanischen Indizes, attraktiven relativen Bewertungen und mehreren langfristigen Wachstumstreibern verdienen Schweizer Aktien erneut Beachtung als diversifizierende Investitionen und Zugang zu strukturellem Wachstum.- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Union Bancaire Privée - UBP) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Union Bancaire Privée)
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