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Capital | KI und Technologie treiben die Rallye an
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Märkte versuchen, an die kräftige Erholung vom Montag anzuknüpfen. Die Stimmung ist heute jedoch gemischter, da einige der positiven Impulse vom Vortag wieder nachlassen. Die Wall Street legte über Nacht deutlich zu: Erneuter Optimismus rund um das Thema KI traf auf fallende Ölpreise und sinkende Renditen von US-Staatsanleihen. Metas neuer KI-Assistent hat das Vertrauen in die Monetarisierung von KI-Anwendungen wieder gestärkt, während AMD, Intel und Arm an einer breiteren Erholung der Halbleiterwerte partizipierten. Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich heute allerdings verhaltener. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger weiterhin zurückhaltend sind und dem Risk-on-Trend nicht zu aggressiv hinterherlaufen wollen.
Der Ölmarkt bleibt einer der wichtigsten Treiber über die verschiedenen Anlageklassen hinweg. Brent fiel gestern unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, nachdem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte zwischen Washington und Teheran die Händler dazu veranlassten, einen Teil der eingepreisten geopolitischen Risikoprämie abzubauen. Gleichzeitig wägen die Anleger weiterhin die Aussicht auf Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Rande der UN-Generalversammlung gegen die anhaltenden Störungen der Energieversorgung und der Schifffahrt in der Golfregion und durch die Straße von Hormus ab. Damit bleiben die Märkte äußerst sensibel für diplomatische Schlagzeilen.
Der Anleihemarkt bleibt unterdessen einer der wichtigsten Bremsfaktoren für die Erholung der Aktienmärkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel gestern im Zuge des Ölpreisrückgangs wieder unter 5 %, was insbesondere hoch bewerteten Technologiewerten zugutekam. Die Erwartungen an weitere geldpolitische Straffungen durch die Fed sind jedoch nicht verschwunden. Die Märkte preisen weiterhin eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung nach dem Zinsschritt der vergangenen Woche ein. Zudem äußern sich heute mehrere Fed-Vertreter. Das Zusammenspiel von Ölpreisen, Inflationserwartungen und den Signalen der Fed bleibt daher entscheidend.
In Großbritannien liefern die heutigen Zahlen zur staatlichen Kreditaufnahme einen weiteren Hinweis darauf, wie sich die höhere Inflation und gestiegenen Finanzierungskosten auf die Haushaltslage auswirken. Die Neuverschuldung belief sich im August auf 18,3 Mrd. Pfund und lag damit 3,5 Mrd. Pfund über der Prognose des Office for Budget Responsibility (OBR). Gleichzeitig stiegen die Zinskosten für die Staatsschulden auf 8,8 Mrd. Pfund – ein Rekordwert für einen August.
Die Bank of England beließ den Leitzins in der vergangenen Woche zwar bei 3,75 %, allerdings sprachen sich bereits drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (MPC) für eine Zinserhöhung aus. Die Regierung geht damit mit einer zunehmend schwierigen Kombination aus schwachem Wachstum, einer über dem Ziel liegenden Inflation und hohen Kosten für den Schuldendienst auf den Haushalt im Oktober zu. Dies könnte die Renditen britischer Staatsanleihen („Gilts“) und das Pfund besonders empfindlich auf Hinweise reagieren lassen, dass der fiskalische Spielraum weiter schrumpft.
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