Lazard AM | Schwellenländeraktien: Warum die Rally noch lange nicht vorbei sein muss
James Donald, Portfoliomanager/Analyst und Leiter der Emerging Markets-Plattform bei Lazard Asset Management
Investmentfonds.de - Frankfurt, 26. Oktober 2026 – Schwellenländeraktien haben seit Anfang 2025 deutlich zugelegt. Dennoch sieht James Donald, Head of Emerging Markets bei Lazard Asset Management, weiteres Potenzial für die Anlageklasse. Aus seiner Sicht könnte die jüngste Rally erst der Beginn eines mehrjährigen Aufwärtszyklus sein. Dafür sprächen vor allem die Gewinnperspektiven: Laut Daten von J.P. Morgan und MSCI (Stand: Ende September 2026) wird für die Emerging Markets im Jahr 2026 ein Gewinnwachstum je Aktie von 74 Prozent erwartet, verglichen mit 29 Prozent in den entwickelten Märkten. Hinzu kämen attraktive relative Bewertungen und die vergleichsweise geringe Gewichtung von Schwellenländeraktien in globalen Anlegerportfolios.
„Wir sehen das aktuelle Umfeld eher in der Anfangsphase eines längeren Schwellenländerzyklus als in einer späten Phase der Rally“, so Donald. Die gegenwärtige Situation erinnere an die Jahre 2001 und 2002. Seit dem Tiefpunkt im Januar 2025 hätten Schwellenländeraktien laut Daten von J.P. Morgan und MSCI bis Ende Juni 2026 bereits eine Gesamtrendite von 72 Prozent in US-Dollar erzielt. Im Aufwärtszyklus der 2000er-Jahre summierte sich die Gesamtrendite vom Tiefpunkt 2001 bis zum Höhepunkt vor der globalen Finanzkrise auf 513 Prozent. Die Ausgangslage der Unternehmen sei heute jedoch in vielerlei Hinsicht robuster als in früheren Zyklen: stärkere Bilanzen, eine diszipliniertere Kapitalallokation und eine höhere Qualität der Gewinne könnten eine länger anhaltende Phase überdurchschnittlicher Wertentwicklung unterstützen.
Gewinnwachstum als Treiber der nächsten Rallyphase
Auch für 2027 rechnen die Analysen von J.P. Morgan und MSCI mit einem deutlichen Gewinnvorsprung der Schwellenländer: Während für Emerging Markets ein Wachstum des Gewinns je Aktie von 24 Prozent erwartet wird, liegen die Prognosen für entwickelte Märkte bei 15 Prozent und für die USA bei 17 Prozent per Ende September 2026.Allerdings verteile sich diese Dynamik nicht gleichmäßig über die Anlageklasse. Ein wichtiger Teil des erwarteten Gewinnwachstums entfalle auf Asien. Besonders Südkorea und Taiwan profitierten von der Nachfrage nach Halbleitern, Hochbandbreitenspeichern und anderen Komponenten für KI-Anwendungen. Gleichzeitig zeigten Chinas Technologie- und Industriesektoren eine solide Widerstandsfähigkeit bei den Unternehmensgewinnen, obwohl die Binnennachfrage verhalten bleibe. In Indien und Teilen Lateinamerikas stützten dagegen eine sich verbessernde Inlandsnachfrage, Erträge im Finanzsektor und Reformen die Gewinnaussichten.
Bewertungsabschläge und geringe Anlegergewichtung
Auch die relativen Bewertungen sprechen aus Donalds Sicht für Schwellenländeraktien. Trotz der starken Kursentwicklung seit 2025 sei der Bewertungsabschlag gegenüber Aktien aus entwickelten Märkten im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt weiterhin groß.Besonders ausgeprägt seien die Unterschiede bei Unternehmen, die am globalen KI-Investitionszyklus beteiligt sind. In Bereichen wie Halbleiter, Software und digitale Infrastruktur würden Unternehmen aus den Emerging Markets mit Bewertungsabschlägen von rund 30 bis 50 Prozent gegenüber vergleichbaren US-amerikanischen Aktien gehandelt, obwohl ihr Gewinnwachstum ähnlich hoch oder teilweise sogar höher ausfalle.
Ein weiterer Faktor sei die bislang vergleichsweise geringe Gewichtung der Anlageklasse in globalen Anlegerportfolios. Im Februar 2025 entfielen lediglich 5,9 Prozent der Anlagen globaler Aktienfonds auf Emerging Markets. Gleichzeitig repräsentierten die Schwellenländer 23,1 Prozent der globalen Aktienmarktkapitalisierung und 61,9 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.
„Die wirtschaftliche Bedeutung der Schwellenländer spiegelt sich bislang nur begrenzt in ihrer Gewichtung in globalen Aktienportfolios wider“, so Donald. Dies könne Spielraum für eine stärkere Berücksichtigung der Anlageklasse eröffnen. Eine solche Entwicklung sei allerdings kein Selbstläufer, sondern hänge auch davon ab, ob sich die positiven Gewinn- und Wachstumsperspektiven bestätigten.
Nicht alle Schwellenländer profitieren gleichermaßen
Anhaltend hohe Energiepreise könnten insbesondere energieimportierende Volkswirtschaften in Asien belasten, während rohstoffexportierende Länder teilweise davon profitierten. Hinzu kämen geopolitische Unsicherheiten, Veränderungen globaler Lieferketten und unterschiedliche geld- und fiskalpolitische Rahmenbedingungen. Auch der Technologiesektor in Nordasien sei trotz seiner starken Gewinnperspektiven nicht frei von Risiken. Die jüngsten Kursverluste bei südkoreanischen Halbleiterwerten verdeutlichten zudem, wie anfällig die Märkte für Stimmungsschwankungen rund um den KI-Investitionsboom seien.Donald bleibt trotz dieser Risiken zuversichtlich: „Die Kombination aus überdurchschnittlichem Gewinnwachstum, weiterhin attraktiven relativen Bewertungen und einer vergleichsweise geringen Gewichtung in globalen Portfolios spricht dafür, dass der Aufwärtszyklus der Schwellenländeraktien anhalten könnte. Da die Chancen jedoch nicht gleichmäßig verteilt sind, ist es wichtig, die Fundamentaldaten und Bewertungen einzelner Unternehmen sorgfältig zu analysieren.“
- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Lazard Asset Management) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Lazard Asset Management)
***
Hinweis:
Diese Nachricht stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Anlageberatung durch unsere Experten.
Wie funktioniert die "Investmaxx Anlageberatung"?
Das grösste Risiko bei der Geldanlage von Privatanlegern ist es, in drastisch überteuerte Investmentanlagen zu investieren, für die man später weniger Geld herausbekommt, als man selbst investiert hat. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanleger gilt daher ein Erfolgsprinzip: Im Einkauf liegt der Erfolg, doch genau hier scheitern viele Anleger und steigen bei euphorischen Märkten zu teuer ein und verkaufen ihre Anlagen in Paniksituationen zu billig.
Die eigene "Psychologie von Gier und Angst" macht damit über 95% der Anleger oft einen Strich durch die Rendite der eigenen Geldanlage.
Das zweitgrösste Risiko für die eigene Geldanlage ist damit der Privatanleger selbst. Die INVEXTRA.COM AG setzt deswegen bei der Anlageberatung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, um aus überteuerten Sektoren auszusteigen und in günstiger bewertete Sektoren umzuschichten. Das Konzept wurde an der University of Michigan Business School (USA) von unserem Gründer, Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, entwickelt und erfolgreich 1996 in die Praxis umgesetzt. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
>>> Unsere Experten entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die in wachstumsstarke Sektoren investieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig aufzubauen, durch Risikomanagement die Stabilität und den Erhalt von Vermögen zu gewährleisten und vor Inflation zu schützen. >>> Mehr Infos dazu.
***
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.