Sparinvest: 'Finanzielles El Dorado' an den Aktien- und Kreditmärkten
In den aktuellen "Informationen für Anleger" zum Thema Value Bonds
analysiert Klaus Blaabjerg, Senior Portfolio Manager, die derzeitige
Lage und die Perspektiven:
Die enormen staatlichen Konjunkturpakete sowie die
lebenserhaltenden Maßnahmen der Notenbanken für
das Finanzsystem haben funktioniert. Inzwischen hat die
Weltwirtschaft eine „Bodenbildung“ vollzogen, und die
momentane Situation an den Aktien- und Kreditmärkten
kann durchaus als ein finanzielles „El Dorado“ bezeichnet
werden. Weltweit zieht das Wachstum wieder an,
während wir es gleichzeitig rund um den Globus mit
einer sehr lockeren Geldmarkt- und Steuerpolitik zu
tun haben. Die asiatischen Volkswirtschaften waren
die ersten, die eine Trendwende verzeichneten, und
werden in der nächsten Zeit wohl positiv zum globalen
Wachstum beitragen. Darüber hinaus hat der IWF Anfang
Oktober die Aussichten für die Weltwirtschaft nach oben
korrigiert. Der IWF erwartet mittlerweile für 2010 ein
globales Wachstum von 3,1%, nachdem er noch im Juli
von 2,5% ausgegangen war. Der IWF betont aber auch
weiterhin, dass die Krise noch nicht vorüber ist. Dies gelte
insbesondere für die westlichen Industrienationen. Das
anstrengende „Aufräumen“ im Bankensystem ist zwar
noch nicht zu Ende, aber im US-Bankensektor scheint es
zumindest fortgeschritten zu sein.
Die Sparinvest Bond Fonds:
>> Sparinvest High Yield Value Bonds
>> Sparinvest Investment Grade Value Bonds
In der nachfolgenden Tabelle werden die realen Erträge,
die Aktien und Staatsanleihen unter diversen volkswirt-
schaftlichen Bedingungen der US-Wirtschaft nach einer
Finanzkrise seit 1925 erzielt haben, dargestellt. Unter
einem geringen Wachstum bei gleichzeitig niedriger
Inflation sind unterdurchschnittliche Wachstums- und
Inflationstrends zu verstehen. Überraschenderweise
lässt sich beobachten, dass das Szenario eines geringen
Wachstums und einer niedrigen Inflation im Hinblick auf
die Erträge das für die Finanzmärkte letztlich „beste“
Umfeld darstellt.
Dies ist der Grund, weshalb das derzeitige Klima an
den Finanzmärkten als „El Dorado“ beschrieben werden
kann, obwohl viele Menschen die aktuelle Situation nicht
gerade als besonders günstig empfinden.
Dementsprechend besteht das größte Risiko für die
Finanzmärkte in einer hohen Inflation. Solange die
Inflation unter Kontrolle ist, bleiben die Aussichten für die
Kredit- und Aktienmärkte positiv, weil die Notenbanken
ihre Leitzinsen bei einer mäßigen Inflation niedrig halten
können. Niedrige Zinsen der Notenbanken im kurzfris-
tigen Bereich wiederum werden dazu beitragen, dass
Banken ihre Kapitalbasis nach der Kreditklemme wieder
aufstocken können, weil die Banken dann auch in der
Lage sind, Gelder zu niedrigen Zinsen aufzunehmen und
diese Mittel in den Anleihenmarkt zu schleusen, um so
höhere Renditen zu erzielen. Eine solche Entwicklung
war vor 20 Jahren auch im japanischen Bankensektor zu
verzeichnen.
--- Anzeige ---
>>Jetzt die 6.000 besten Fonds mit 100% Rabatt kaufen >>
--- Ende Anzeige ---
Was die Inflation angeht, muss man beachten, dass die Arbeitslosigkeit in den westlichen Industriestaaten derzeit weiter ansteigt. Es wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote 2009 in den USA die 10%-Marke über- steigt. In Europa sind die Aussichten fast ebenso düster. Eine hohe Arbeitslosigkeit bedeutet jedoch auch, dass Löhne und Gehälter die allgemeine Inflation in nächster Zeit nicht weiter nach oben treiben werden. Ein Bereich, in dem stattdessen ein Inflationsdruck zu verzeichnen sein wird, ist das Rohstoffsegment. Der Grund dafür sind mögliche zukünftige Engpässe, weil in diese Branche während der Kreditklemme zu wenig investiert wurde. Ändert sich jedoch nichts, werden die Zinsen auch zukünftig niedrig bleiben, was die weitere Entwicklung an den Kredit- und Aktienmärkten stützen sollte. Erträge Die Aussicht auf ein kräftigeres Wachstum, Finanzspritzen der Notenbanken, die Erkenntnis, dass die Kreditmärkte das Ausfallrisiko von Unternehmen deutlich überschätzt haben, sowie schließlich auch die enormen Barreserven, die für Investments bereitstehen, haben allesamt zu einer Normalisierung an den Kreditmärkten beigetragen. Obwohl wir bereits häufig darauf hingewiesen haben, dass Unternehmensanleihen im letzten Jahr zu massiv abge- wertet worden sind, überrascht uns die Geschwindigkeit, mit der die Normalisierung derzeit vonstatten geht. Deshalb ist es nur verständlich, dass man sich mit der Situation auseinandersetzt und folgende Fragen stellt: Warum haben Unternehmensanleihen zuletzt solch hohe Erträge erwirtschaftet? Basiert diese Wertentwicklung wirklich noch auf rationalen Faktoren oder bildet sich hier lediglich eine neue Blase heraus? Sind hochverzinsliche Anleihen inzwischen keine einmaligen Schnäppchen mehr, sondern bereits kostspielige Investments? Im Herbst 2008 hatten die Zwangsverkäufe infolge des Zusammenbruchs von Lehman extrem überverkaufte Kreditmärkte zur Folge. Als die Kurse ihren Tiefststand erreichten, hatte der Markt für die nächsten Jahre bereits Ausfallraten von über 20% in den Kursen berücksich- tigt. Mit anderen Worten: Der Ausgangspunkt für die Berechnung der Erträge für 2009 war äußerst niedrig. Deshalb kann man auch nicht einfach folgern, dass hochverzinsliche Anleihen nun teurer geworden sind oder dass sich am Markt eine neue Blase bildet, nur weil Unternehmensanleihen 2009 eine Rallye vollzogen haben. Darüber hinaus emittierten viele Firmen neue Papiere bzw. verkauften Unternehmensteile, um so ihre Verschuldung zu reduzieren. Solche Maßnahmen haben das Ausfallrisiko deutlich verringert, was ebenfalls dazu beigetragen hat, dass hochverzinsliche Anleihen 2009 höhere Erträge erzielten als Aktien. Diese erfreulichen Erträge von hochverzinslichen Anleihen basieren also mit anderen Worten auf den Fundamentaldaten und können nicht allein durch die bessere Liquiditätslage am Markt erklärt werden. Schaut man sich den breiten Markt an, werden hoch- verzinsliche Anleihen im Hinblick auf das Ausfallrisiko inzwischen vernünftiger bewertet. Falls der Markt weiter zulegt, wird die Ausfallrate weiter sinken. Genau davon sollte man für 2010 und 2011 ausgehen, weil die Weltwirtschaft allmählich wieder wächst. Allerdings sind nicht alle Titel preiswert. Unserer Meinung nach umfasst das Segment der mit CCC eingestuften Anleihen mittlerweile viele Beispiele für Papiere, die angesichts ihrer zugrunde liegenden Bonitätsqualität zu teuer geworden sind. Bei höher eingestuften Anleihen identifizieren wir jedoch nach wie vor attraktive Anlagechancen, die uns für erwartete Verluste infolge eines Unternehmensausfalls mehr als ausreichend entschädigen. Es ist also nach wie vor möglich, in den BB- und B-Segmenten Papiere herauszufiltern, die im Vergleich zur risikofreien Rendite Überschussrenditen von 5 bis 10% bieten. Diese Überschussrenditen sollten aber nicht höher als 2 bis 6% sein. Wie werden sich hochverzinsliche Anleihen zukünftig entwickeln? Das hängt sowohl von den volkswirtschaftlichen Trends als auch vom Fokus der Unternehmen ab. Im Hinblick auf die Konjunktur haben wir auf kurze Sicht Grund zur Zuversicht. Beim Fokus der Unternehmen sollten Anleger jedoch vorsichtig sein (siehe auch nachfolgende grafi- sche Darstellung des Kreditmarktzyklus), sofern sie es mit Firmen mit einer hohen Krediteinstufung zu haben, die den Kauf anderer Unternehmen anstreben und/oder von den Aktionären unter Druck gesetzt werden, den Aktienkurs durch Dividendenzahlungen usw. nach oben zu treiben. Von Zeit zu Zeit sehen wir auch Firmen, die an den Kreditmärkten Kapital aufnehmen wollen, um damit Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre und ihr Management zu finanzieren. In solche Emittenten inves- tieren wir nicht. Oder, um es anders auszudrücken: Wir geben keine Kredite an Unternehmen, damit sich deren Management daran bereichert. Relative Erträge Der Fonds hat die Krise bestens überstanden, und schaut man sich die letzten Jahre an, so war der Nettoinventarwert des Fonds nie höher als zu Beginn des vierten Quartals. Wir konnten, sowohl relativ als auch in absoluten Zahlen betrachtet, positive Erträge erwirtschaften, weil der Fonds keine Ausfälle erleiden musste und außerdem viele der im Portfolio vertretenen Unternehmen, die zuletzt massiv überverkauft worden waren (entweder weil es sich dabei um kleinere Firmen handelte oder weil sie in der falschen Branche tätig waren) nun wieder an Boden gewannen In unseren Informationen für Anleger aus dem ersten Quartal hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass de Fonds einen solchen Anstieg verzeichnen könnte, sobald der Unternehmenszyklus seinen Tiefpunkt erreicht hat Wir werden uns natürlich nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen und identifizieren am Markt nach wie vo interessante Anlagechancen. Unsere Restlaufzeitrendite ist mit 12% sowohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen weiterhin seh attraktiv. Die Zukunft Die Zinskurven sind momentan weltweit sehr steil. Unter der Zinskurve verstehen wir die Differenz zwischen einer Anleihe mit 10-jähriger Laufzeit und dem 3-Monatszinssatz. In der Vergangenheit sprachen steile Zinskurven für ein kräftiges Gewinnwachstum der Unternehmen – was angesichts des Ausmaßes, in dem die Firmen ihre Kosten bis an die Schmerzgrenze gesenkt haben, sowie der steigenden Nachfrage nicht unwahrscheinlich ist. Wenn die Unternehmensgewinne steigen, sollten die M&A-Aktivitäten ebenfalls wieder anziehen. Dies würde den Beobachtungen der letzten 20 Jahre entsprechen. Ein weiterer Faktor, der für gesteigerte Wirtschaftsaktivitäten sprechen würde, ist die Wiederöffnung des Kreditmarktes. Große börsenotierte Unternehmen mit hohen Bonitäts- einstufungen können derzeit an den Kreditmärkten lang- fristige Finanzierungen zu sehr niedrigen Zinsen erhalten (weil die risikofreie Verzinsung sehr gering ist). Wenn einige dieser Firmen aber in der Lage sind, Kapital zu Zinsen von 4 bis 5% aufzunehmen, könnten sie dazu neigen, andere Unternehmen zu erwerben. So hat die Firma Kraft bereits ein Übernahmeangebot für Cadbury abgegeben. Im Hinblick auf die Erträge werden steigende M&A-Aktivitäten den Inhabern preiswerter Unternehmen zugute kommen, weil davon auszugehen ist, dass sich das Interesse an einer Übernahme hauptsächlich auf günstige Firmen richten wird. Dieser erwartete Trend spricht entweder für Investments in Value-Aktien oder für Engagements in hochverzinslichen Anleihen – je nachdem, was der jeweilige Anleger bevorzugt. Für 2010 gehen wir von einem positiven Ertrag von etwa 10% aus. Der High Yield Value Bonds wird sich auch weiterhin auf Unternehmen mit vergleichsweise soliden Bilanzen und einem deutlichen Fokus auf den Abbau ihrer Schulden konzentrieren. Wir werden aber auch nach wie vor nicht den risikoreichsten Unternehmensanleihen hinterher- laufen, nur um in kurzfristigen Performancevergleichen gut dazustehen.
--- Anzeige ---
>>Jetzt die 6.000 besten Fonds mit 100% Rabatt kaufen >>
--- Ende Anzeige ---
Klaus Blaabjerg Senior Portfolio Manager
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.