Columbia Threadneedle | Trumps Zoll Kehrtwenden: USA-EU-Beziehung weiter geschädigt und Unsicherheit wächst
Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments
- Obwohl Trump die Drohungen im Zusammenhang mit Grönland zurückgenommen hat, sind die Zölle weltweit weiterhin sehr viel höher als in den letzten 70 Jahren.
- Die US-Regierung hat sich auf den International Emergency Economic Powers Act berufen, um die Zölle zu erheben. Die Legalität ist nach wie vor unklar und der Oberste Gerichtshof könnte sie für rechtswidrig erklären.
- Das Vertrauen zwischen den USA und Europa sinkt weiter. Dennoch bleibt die NATO intakt – Richtungswechsel seitens der USA?
- Der Goldpreis hat neue Höchststände erreicht – eine Entwicklung, die die allgemeine Unsicherheit an den Märkten widerspiegelt. Dennoch bleibt das wirtschaftliche Umfeld günstig, und es wird eine positive Gewinnsaison erwartet.
- "Unter der Trump-Regierung verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik", sagt Anthony Willis. Rund zwei Drittel der Zölle wurden im Rahmen des International Emergency Economic Power Act (IEEPA) erhoben. Werden die Zölle vom Obersten Gerichtshof für rechtswidrig erklärt und abgeschafft, hätte das erhebliche Folgewirkungen auf die Einnahmen der US-Regierung - und somit auch auf die Anleihemärkte.
Investmentfonds.de - FRANKFURT/WIEN, 28. Januar 2026. Trump nahm seine Zolldrohungen für Länder, die Soldaten nach Grönland geschickt haben, wieder zurück. Unabhängig von den Kehrtwenden des amerikanischen Präsidenten finden sich Anleger in einer Welt mit höheren US-Zöllen wieder. Zwischen den 1950er Jahren und 2018, als Donald Trump erstmals offen über Zölle sprach, lag der durchschnittliche effektive US-Zollsatz bei etwa 4,0 Prozent. Zu Beginn des Jahres 2025 lag er sogar bei 2,5 Prozent, ist dann aber auf 14,4 Prozent gestiegen. Obwohl viele von „TACO“ sprechen – Trump Always Chickens Out – und glauben, dass er seine Zollpolitik nicht konsequent umsetzt, muss die Weltwirtschaft heute dennoch mit wesentlich höheren Zöllen umgehen als in den letzten 70 Jahren.
Legalität der Trump-Zölle weiterhin fraglich
Obwohl die Zölle nicht über Nacht verschwinden werden, sollten Anleger im Blick behalten, dass rund zwei Drittel der Abgaben im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben worden sind. Dieses Gesetz ist normalerweise Fällen der nationalen Sicherheit vorenthalten, doch unter der Trump-Regierung verschwimmen die Grenzen zwischen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik zunehmend. Sollte der Oberste Gerichtshof die Zölle für rechtswidrig erklären und die IEEPA-Zölle abgeschafft werden, würde der effektive Zollsatz der USA auf rund 8,0 Prozent sinken – mit erheblichen Folgewirkungen. Die Einnahmen der US-Regierung sänken von etwa 2,3 Billionen Dollar auf 1,2 Billionen Dollar, was zu einem höheren Defizit führen und sich massiv auf die Anleihenmärkte auswirken würde.Für die amerikanischen Haushalte würden sich die negativen Auswirkungen der Zölle von etwas mehr als 1.200 Dollar auf etwa 600 Dollar verringern, und der verursachte Rückgang des BIP von etwa 0,4 Prozent würde sich in einen positiven Anstieg von 0,1 Prozent umwandeln. Darüber hinaus müssten möglicherweise Zollzahlungen zurückerstattet werden, was kompliziert wäre, aber auch einen leichten wirtschaftlichen Impuls darstellen könnte. All das setzt natürlich voraus, dass der Oberste Gerichtshof letztendlich entscheidet, dass die Zölle gemäß IEEPA illegal sind – und auch dann ist es nicht so einfach, denn der Trump-Regierung stehen noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung, wie sie ihren Handelspartnern Zölle auferlegen kann.
Was Anleger aus der Grönland-Situation lernen können
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Nationen auf Zölle reagieren. Zum einen können sie einfach akzeptiert werden – das dient der Beschwichtigung der US-Regierung und um andere negative Konsequenzen zu vermeiden. Die EU hat dies letztes Jahr getan und einen Zollsatz von 15 Prozent akzeptiert, um die weitere Unterstützung der Ukraine durch die USA sicherzustellen. Die zweite Reaktion ist Widerstand. China verfolgte diese Strategie und hat als einzige große Wirtschaftsmacht eigene Vergeltungszölle verhängt. Nach einem kurzen, intensiven Handelskrieg führte dieses Vorgehen dann zu einer Einigung. Unabhängig davon können wir aktuell auch noch einen erheblichen Widerstand seitens der Finanzmärkte beobachten.Auf politischer Ebene führten die Ereignisse zu einem erneuten Vertrauensverlust zwischen den USA und Europa. Positiv ist jedoch, dass die NATO intakt bleibt und vielleicht auf US-Seite die Erkenntnis gereift ist, dass die Stabilität der NATO für die nationale Sicherheit wichtiger ist als der Erwerb Grönlands.
Unsicherheit lässt Goldpreis steigen
Es überrascht nicht, dass die Stimmung an den Finanzmärkten unruhig ist, was sich auch im Goldhandel widerspiegelt, der mittlerweile auf oder nahe Rekordhöhen notiert. Auch sind weitere Zollandrohungen nicht vom Tisch und am Wochenende drohte Trump erneut mit Zöllen – diesmal sollten es 100 Prozent für Kanada werden. Die Zeit wird zeigen, ob diese Rhetorik Wirkung zeigt.Trotz der unsicheren geopolitischen Lage bleibt das wirtschaftliche Umfeld stark. Anleger dürfen mit einem zyklischen Aufschwung rechnen, angekurbelt durch fiskalische Anreize und eine unterstützende Geldpolitik. Zu Beginn der Berichtssaison wird weiterhin ein positives Gewinnwachstum erwartet.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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