LAIQON | Das Recht des Stärkeren: Donald Trump – das Risiko für den Kapitalmarkt?
Marc Möhrle, Geschäftsführer bei der LAIQON-Tochter MFI Asset Management in seinen LAIQON Kapitalmarkt-Insights
Investmentfonds.de - Die globalen Aktienmärkte zeichnen seit der letzten Investment-Strategiesitzung Ende November ein positives Bild. Mitte Dezember gab es an den US-Börsen kurzfristig stärkere Gewinnmitnahmen. Die Investorenstimmung blieb jedoch positiv und die KI-Story trug die Märkte weiter. Auch der europäische Leitindex EuroStoxx 50 sowie der deutsche Leitindex DAX wiesen stark positive Wertentwicklungszahlen auf, trotz schwächerer realisierter Gewinnbasis. Die europäischen Anleihen-Segmente präsentierten sich weiter robust und wiesen ebenfalls leichte Gewinne auf.
Bei Unternehmensanleihen mit Investmentqualität zeigten sich die Zinsaufschläge stabil, während sich die Risikoaufschläge bei High-Yield-Anleihen etwas einengten. Die erneute Leitzinssenkung der US-Notenbank im Dezember hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe. Sie bewegte sich im Bereich von 4,00% bis 4,20%. Der US-Dollar stabilisierte sich merklich und blieb weitestgehend unverändert. Der Goldpreis setzte seinen Erfolgslauf fort, aber unter deutlich erhöhter Volatilität.
Konjunktur: leichte Belebung
Die globale Konjunktur entwickelte sich 2025 besser als erwartet. Zum Jahresende wurden die erwarteten BIP-Wachstumsraten für 2025 und 2026 für die USA, Europa und China jeweils um 10 Basispunkte nach oben revidiert. Damit setzten sich die positiven Revisionstrends fort. In den USA könnten im kommenden Jahr zusätzliche Sondereffekte das Wachstum weiter unterstützen. Höhere Steuerrückerstattungen für private Haushalte sowie Sonderabschreibungen für Unternehmen schaffen zusätzliche Konsum- und Investitionsanreize. Das Verbrauchervertrauen und die Zustimmungswerte für den US Präsidenten befinden sich aktuell auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Entlastungsmaßnahmen seitens der US-Regierung könnten insbesondere Haushalte mit niedrigen Einkommen unterstützen und zugleich zu einer Stabilisierung der politischen Zustimmungswerte beitragen. Für Europa wird für 2025 und 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,4% bzw. 1,2% erwartet. Es besteht die Möglichkeit, dass Europa von einer Belebung in anderen Regionen, insbesondere in den USA, profitieren und eine höhere Wachstumsdynamik entwickeln kann. Erste Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung sind in den USA bereits erkennbar. So fallen zentrale Wirtschaftsindikatoren seit einiger Zeit besser als erwartet aus.Auftragseingänge stabilisieren sich und zeigen erste positive Tendenzen, während auch die Arbeitsproduktivität zuletzt zulegen konnte. Eine zentrale Rolle spielt dabei der US-Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote hat sich zuletzt stabilisiert, dennoch bleibt die Sorge um Arbeitsplatzsicherheit in der Bevölkerung hoch. Erstmals seit über zehn Jahren hat der US-Staat Stellen reduziert. Dieser Trend dürfte anhalten, da die aktuelle Regierung eine effizientere staatliche Struktur anstrebt. Zuletzt fiel der Stellenaufbau im Arbeitsmarktbericht für Dezember mit nur 50.000 deutlich schwächer aus als die bereits niedrige Markterwartung von 70.000. Gleichzeitig sorgen Befürchtungen über mögliche Arbeitsplatzverluste durch Künstliche Intelligenz für zusätzliche Verunsicherung. Dem stehen jedoch, aufgrund der verschärften Abschiebungen, potenziell nachzubesetzende Stellen sowie neue Jobs durch ansteigende inländische Investitionen der US-Unternehmen gegenüber. Im Dezember zeigte sich bei der US-Inflation zuletzt ein Anstieg um 0,3% im Monatsvergleich. Damit notiert die Jahresrate weiterhin bei 2,7%, was den Erwartungen entsprach. Die Kernrate der Konsumentenpreise zog sogar nur um 0,2% m/m an. Auch diese Veröffentlichung stellte eine positive Überraschung dar. Im Euroraum betrug die Inflationsrate im Dezember 2025 nach vorläufigen Daten 2,0%, was exakt dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) entspricht. Im Vormonat lag die Inflationsrate mit 2,1% etwas höher. Unter den Hauptkomponenten des Verbraucherpreisindexes legten die Preise für Dienstleistungen im Dezember mit 3,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat am stärksten zu. Die Energiepreise hingegen bildeten sich um 1,9% zurück. Eine einfache Szenarioanalyse mit verschiedenen durchschnittlichen Monatszuwächsen zeigt jedoch, dass es aufgrund von Basiseffekten auch zu Inflationsraten von deutlich unter der Zielmarke von 2% kommen könnte.
Aktienmärkte: Positive Wertentwicklung trotz hohen Bewertungen
Der S&P 500 notierte Ende Dezember im Vergleich zu November nahezu unverändert. Die letzten Handelstage des Jahres verliefen insgesamt ruhig und ohne nennenswerte Ausschläge. Der gleichgewichtete Magnificent-7-Index konnte zum Jahresende noch einmal um 0,7% zulegen. Der Euro Stoxx 50 zeigte sich von seiner positiven Seite und stieg im Dezember um etwas mehr als 2%. Die fundamentale Situation des S&P 500 bleibt weiterhin sehr positiv. Die realisierten Gewinne sowie die Gewinnerwartungen zogen im Vergleich zum November nochmals an und das erwartete Gewinnwachstum erhöhte sich auf 15,4% für die kommenden 12 Monate. Auf der Margenseite ergaben sich ebenfalls leichte Verbesserungen. Mit Blick auf 2026 rückt das historisch hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 erneut in den Fokus der Investoren. Das aktuelle KGV liegt weiterhin mehr als eine Standardabweichung über dem langfristigen Durchschnitt. Die positive Kursentwicklung des S&P 500 ist im Gegensatz zum EuroStoxx 50 von Gewinnen gestützt und es liegt keine Ausweitung des Bewertungsmultiplikators vorIn Europa zeigt sich ein differenziertes Bild. Die realisierten Gewinne waren in den vergangenen Monaten rückläufig, jedoch konnte ein leichter Anstieg in den Gewinnerwartungen für die kommenden 12 bzw. 24 Monate verzeichnet werden. Ein positives Signal zeigt sich in der Entwicklung der Margen. Diese zogen in den vergangenen Monaten deutlich an. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des EuroStoxx 50 steigt weiterhin kontinuierlich an und liegt aktuell deutlich oberhalb des langfristigen Mittelwertes.
Im Dezember gab es keine wesentlichen Unternehmensmeldungen. Erst im Januar werden die ersten Unternehmen wieder ihre Bücher öffnen. Angaben zur künftigen Geschäftsentwicklung, aber auch zu KI, stehen dann im Fokus.
Hyperscaler (Google, Microsoft, Meta, Amazon) haben 2025 ca. 400 Milliarden USD für KI-Modelle und KI-Rechenzentren ausgegeben. In den nächsten Jahren sollen die Ausgaben weiter steigen. Bisher stehen diesen Investitionen vergleichsweise wenige Einnahmen gegenüber. Unsere Einschätzung bleibt neutral. Die US-Wirtschaft zeigt solide Fundamentaldaten, während Europa bereits viele Hoffnungen eingepreist hat. Saisonalität und geringe Hürden für positive Überraschungen prägen das Bild. Hauptsächliches Risiko ist Donald Trump – wegen geopolitischer Spannungen und der Zölle.
Rentenmärkte: Übergewicht in der Duration & Fokus auf Unternehmensanleihen
des institutionellen Portfoliomanagements Die Rentenmärkte neigten im Dezember letzten Jahres zu einer leichten Schwäche, wobei sich IG-Unternehmensanleihen sowohl in Europa als auch in den USA besser entwickelten als Staatsanleihen. In den ersten beiden Januarwochen 2026 hingegen zeigten sich die jeweiligen Anleihemärkte bislang stabil und weitgehend unverändert. Aus Sorge um den Arbeitsmarkt senkte die US-Notenbank im Dezember zum dritten Mal im Jahr 2025 den Leitzins. Sie setzte das Tagesgeldzielband um 25 Basispunkte herab auf eine Spanne von 3,5 % bis 3,75 %. Einstimmig erging die Entscheidung allerdings nicht. Die wiederholten abweichenden Voten in den zurückliegenden Monaten zeigen einen Dissens darüber, ob die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung oder die Aufwärtsrisiken für die Inflation höher zu gewichten sind. Die Mehrheit vertrat diesmal die Auffassung, dass eine Stützung des schwächelnden Arbeitsmarktes wichtiger ist. Wie erwartet beließ die EZB den Einlagesatz auf ihrer letzten Sitzung Mitte Dezember bei 2,0 %. Die Erwartungen der Marktteilnehmer an den zukünftigen Leitzins zeigen, dass keine Anpassungen der Leitzinsen in den kommenden zwölf Monaten angenommen werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass ein deutlicheres Unterschreiten der Zielmarke von 2 % möglich erscheint und die EZB zum Handeln gezwungen wäre. Mit Blick auf unsere Positionierung bleiben wir – vor allem hinsichtlich der jüngsten Inflationszahlen – für die Anlageklasse Renten insgesamt positiv. Unseren Anlageschwerpunkt legen wir weiterhin auf Unternehmensanleihen im besseren Ratingbereich AA- bis BBB-. Dabei favorisieren wir das Laufzeitsegment von fünf bis sieben Jahren, da die Renditestrukturkurven hier überproportional steil verlaufen und einen ausgeprägten Roll-Down-Effekt ermöglichen. Ergänzend mischen wir aus Renditeaspekten selektiv einzelne langlaufende Unternehmensanleihen mit bis zu 20‑jähriger Laufzeit bei. Staatsanleihen aus Kernländern sehen wir hingegen aktuell nicht nur aufgrund der relativen Renditesituation als unattraktiver an. Auch das zu erwartende steigende Angebot (z. B. Bruttoangebot Bundesanleihen 2026: +20 % erw.) könnte im weiteren Jahresverlauf auf die Wertentwicklung drücken.Fazit
- Wir bleiben bei der Aktiengewichtung weiter auf neutral – die geopolitischen Spannungen werden ausschlaggebend für potenzielle Anpassungen.
- Im Anleihebereich behalten wir die positive Grundausrichtung bei, da wir das Risiko eines Inflationsanstieges über den Zielwert von 2% als gering einschätzen.
- Die Duration sollte im Vergleich zu den relevanten Benchmarks weiter länger gehalten werden.
- Bei Unternehmensanleihen im BBB-Bereich bleibt der Fokus auf den mittleren Laufzeiten, um von der deutlich steileren Zinsstrukturkurve und den „Roll-down-Effekten“
zu profitieren.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter INVESTMENTFONDS.DE/a>, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.
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