Capital | Überprüfung der PCE-Daten
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die PCE-Inflationsdaten für Januar zeigten, dass der Preisdruck weiterhin vorhanden ist, sich jedoch nicht stark beschleunigt. Die Kern-PCE ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei +3,1 % im Jahresvergleich und entsprach damit den Erwartungen, während die Gesamt-PCE leicht unter den Prognosen lag. Das deutet darauf hin, dass — zumindest bevor die Energiepreise stark anstiegen — die zugrunde liegende Inflation weder schnell abkühlte noch unkontrolliert wieder aufflammte. Für sich genommen gibt dies ein relativ neutrales Signal: Die Inflation bleibt über dem 2%-Ziel der Fed, ist aber nicht dramatisch außer Kontrolle.
Seit Januar hat sich der Kontext jedoch erheblich verändert. Die Preise für Öl und raffinierte Kraftstoffe sind aufgrund erneuter geopolitischer Spannungen gestiegen, und diese höheren Energiekosten zeigen sich in dieser PCE-Veröffentlichung noch nicht vollständig. Märkte und politische Entscheidungsträger werden beobachten, ob der Schock bei den Rohstoffpreisen beginnt, sich auf die Dienstleistungspreise und die breiteren Inflationserwartungen auszuwirken. Wenn energiebezogene Kosten beginnen, in Kerninflationskomponenten durchzuschlagen, könnten zukünftige PCE-Daten ein hartnäckigeres Inflationsumfeld zeigen, als die Märkte erwartet hatten.
Für die Märkte ist die wichtigste Implikation, dass die Zins-Senkungsoptionen der Fed abgenommen haben. Vor dem Konflikt hatten weichere Arbeitsmarktdaten und Anzeichen einer allmählichen Abschwächung der Inflation die Tür für mögliche Lockerungen später im Jahr geöffnet. Aber bei hohen Energiepreisen und nach wie vor hartnäckiger Kerninflation hat sich das Argument für Zinssenkungen abgeschwächt. Die Händler haben die Zinserwartungen bereits nach oben reevaluiert, und weitere überraschend hohe Inflationszahlen könnten die Renditen steigen lassen und den Dollar stärken – was Druck auf Risk-Assets ausübt.
Kurz gesagt, die PCE-Daten für Januar würden die Fed isoliert betrachtet nicht davon abhalten, schließlich zu lockern. Vor dem Hintergrund eines geopolitischen Energieschocks verstärken sie jedoch die Erzählung einer „höher für länger“-Politik. Die Inflation beschleunigt sich noch nicht stark, fällt aber auch nicht schnell genug, um kurzfristige Zinssenkungen zu rechtfertigen. Der Markt wird sich auf die kommenden CPI- und PCE-Veröffentlichungen für Februar und März konzentrieren, um zu sehen, ob energiebedingte Preissteigerungen beginnen, sich auf die Kernindikatoren auszuwirken, die für die Fed am wichtigsten sind.
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