Invextra AG | Fällt Bitcoin auf 1 USD?
Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, Vorstand der Kölner Investmentberatung INVEXTRA.COM AG
Investmentfonds.de | Diese Frage - Fällt Bitcoin auf 1 USD? - stellte sich Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, Vorstand der Investmentberatung INVEXTRA.COM AG, im Juni 2025 und fand nach seiner Analyse Anzeichen einer Spekulationsblase bei Bitcoin und eine im Rückblick äusserst treffende Antwort, auch durch den damals veröffentlichten Chart, bei dem jeder interessierte Bitcoin-Anleger Parallelen zu der geplatzten Spekulationsblase rund um die Tulpenmanie im 17. Jahrhundert bei niederländischen Tulpenknollenpreisen erkennen konnte. Seither hat der Bitcoin Preis um mehr als 50% korrigiert und ist von damals etwa 120.000 USD auf aktuell unter 60.000 USD gefallen. Doch wie geht es weiter?
Wir haben den treffenden Artikel vom 30. Juni 2025 dazu - "Invextra AG | Bitcoin himmelwärts: Ist das eine Spekulationsblase?" - nochmal aufgerufen und danach ein erneutes Interview mit Tittes zur aktuellen Lage von Bitcoin geführt.
Spekulationsblasen Bitcoin vs. Tulpen
Quelle: ©Investmentfonds.de. | Stand: 30.07.2025
Investmentfonds.de: Hallo Herr Tittes, inzwischen hat der Bitcoin Preis um mehr al 50% korrigiert und ist von damals Anfang Juni 2025 von etwa 120.000 USD auf unter 60.000 USD gefallen. Der von Ihnen am 30.07.2025 veröffentlichte symbolische Chartvergleich von Bitcoin zur Tulpenblase hatte seither nichts von seiner Brisanz verloren für Bitcoin-Anleger. Wie geht es jetzt weiter mit Bitcoin?
Tittes: Bitcoin ist charttechnisch weiterhin im Abwärtstrend, seit er im Oktober 2025 sein Allzeithoch bei über 120.000 USD erreicht hatte. Der damals plötzlich einsetzende Preisverfall von Bitcoin war durch eine nachlassende Liquidität und Bitcoin-Zwangsverkäufe bei Margin-Dept für gehebelte Investments in Bitcoin verursacht. Das war gleichzeitig ein Vorbote für die folgenden Preiskorrekturen bei Gold, Silber und bei vielen Technologie- und Mag7-Aktien seither.
Investmentfonds.de: Was meinen Sie mit nachlassende Liquidität und Margin-Dept Zwangsverkäufe?
Tittes: Im Herbst 2025 kam es zu Spannungen im US-Repo‑ und Geldmarkt, was tendenziell immer auch die Liquidität für gehebelte Marktteilnehmer und Investoren verringert, die Banken und Broker erhöhen dann meist die Sicherheitsmargen bei Margin Dept Krediten. Das bedeutet meist, bei kurzfristig stark fallenden Assetpreisen der hinterlegten Sicherheiten reicht deren Wert dann nicht mehr aus, die Banken fordern das Nachschiessen von Sicherheiten oder es kommt innerhalb von wenigen Stunden zum Zwangsverkauf (Liquidation) der als Sicherheiten hinterlegten Wertpapieren oder sonstigen Assets, wie etwa Bitcoin, Gold und Silber. In der Folge mussten einige Investoren Positionen in risikoreichen Anlagen reduzieren oder diese wurden von den Brokern zwangsweise verkauft. Damals wurden etwa 2 Milliarden USD an Bitcoin zwangsweise verkauft aus gehebelten Margin Dept Konten, die ihre Maintenance Margin gerissen hatten. Dies führte zu abrupten Preisrückgängen in den spekulativen Segmenten der Kryptowährungen. Später folgte auch Gold und Silber dem gleichen "Boom & Bust Zyklus", den wir seit 30 Jahren immer wieder in Spekulationsphasen sehen. Bitcoin verlor bereits rund 50% gegenüber seinem Hoch, während Gold und Silber inzwischen sich ebenfalls Richtung einer Korrektur von 50% bewegen. Silber ist inzwischen von seinem Hoch bei über 120 USD Anfang des Jahres 2026 wieder unter die Marke 60 USD gefallen und hat bereits diese 50% Korrektur-Marke erreicht. Das heisst im Umkehrschluss, dass auch diejenigen Silberkäufer nun ins Minus geraten, die über 70 USD aber noch unter 100 USD Silber gekauft haben und dann kommt es auch hier oft zu einem Ausverkauf der kreditbesicherten spekulativen Anlagen in Silber bei Anlegern, die zu deutliche höheren Kursen gekauft haben und deren Positionen bei Unterschreiten gewisser Preismarken zwangsliquidiert werden von ihren Banken und Brokern.
Bitcoin korrigiert rund -50% seit Allzeithoch
Quelle: nasdaq.com
Investmentfonds.de: Was bedeutet die Korrektur von Bitcoin und Gold für den Rest des Kapitalmarktes?
Tittes: Solche Bewegungen und plötzliche Korrekturen in spekulativen Assets sind typische Frühindikatoren für eine Phase knapper werdender und weniger elastischer Liquidität am Kapitalmarkt. Historisch betrachtet gehen sie häufig größeren Preisanpassungen in anderen Anlageklassen voraus – etwa im Aktien‑ oder Rohstoffmarkt allgemein.
Investmentfonds.de: Und wie geht es weiter mit Bitcoin?
Tittes: Wir sehen aktuell charttechnisch ein relativ wahrscheinliches Base-Case-Szenario mit einem weiteren Korrekturpotential bei Bitcoin, es könnte runter gehen auf 44.000 USD und selbst ein Rückgang auf 16.000 USD ist nicht unrealistisch (Pessimistische-Szenario), falls einige milliardenschwere Bitcoinholder gezwungen sind ihre kreditfinanzierten Positionen zu liquidieren, dann würde der Tiefpunkt aus 2021 bei etwa 16.000 USD getestet. Alles ist möglich am Kapitalmarkt, auch das Gegenteil, Bitcoin könnte sich plötzlich erholen und versuchen die Gegenbewegung zu starten und bis über 70.000 USD oder gar über 80.000 USD zu starten im Sommer oder Herbst 2026 (Optimistische-Szenario), aber für diese plötzliche Gegenbewegung sehen wir nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, da die notwendige Liquidität dafür fehlt und die spekulativen Positionen gerade abgebaut werden, da viele Anleger "unter Wasser" sind mit ihrem Bitcoin-Investment und der Risikoappetit dafür im Moment bei vielen neuen Anlegern zu fehlen scheint. Doch ohne steigende Nachfrage und neues spekulatives Kapital für Bitcoin, wird es keine schnelle Erholung bei Bitcoin geben.
Investmentfonds.de: Könnte Bitcoin tatsächlich auch auf 1 USD fallen?
Tittes: Dazu kann ich die gleiche Antwort wie im Juni 2026 geben, daran hat sich nichts geändert. Theoretisch kann Bitcoin tatsächlich auch auf 1 USD fallen, wenn viele Schocks im Krypto-Markt synchron eintreten und nahezu jeder aussteigen möchte, auch diejenigen die vor vielen Jahren zu Preisen unter 16.000 USD eingestiegen sind, da sie den Glauben an Bitcoin langsam verlieren, sei es aufgrund von Sicherheitsrisiken durch Entschlüsselung über Quantumcomputer oder Pleiten von milliardenschweren "Bitcoin Proxy-Unternehmen", die den Kauf von Bitcoin in ihren Bilanzen mit Kredit finanziert haben und die mit ihren Zinszahlungen unter Druck geraten könnten und es zu weiteren Zwangsverkäufen von Bitcoin käme. Praktisch wäre ein Rückgang von seinen Höchstständen um mehr als 99,99 % nur unter extremen, kumulativen Krisen bei Kryptowährungen denkbar. Doch selbst bei einer Korrektur auf 1 USD würde Bitcoin seine Funktion als Zahlungsmittel nicht verlieren, auch nicht in der Tokenbasierten DeFi-Welt. Die Verwendung von Ethereum oder anderen Währungen als Abrechnungsfunktion in der neuen Tokenbasierten Geschäftswelt hängt nicht von dem Wert und der Höhe der Kryptowährungen ab, das funktioniert auch mit einem Abrechnungswert von 1 USD. Das ist ein guter und gleichzeitig auch ernüchternder Ausblick. Wenn alteingesessene Bitcoiners ihre zu günstigeren Kursen eingedeckten Positionen jetzt versilbern und noch Gewinne mitnehmen wollen, dann könnte Verkaufspanik ausbrechen, das könnte den Bitcoin auch unter 16.000 USD drücken. Diese Grenze von 16.000 USD ist nur im Kopf der Bitcoin-Anleger, doch die kann fallen, denn es gibt keine natürliche Untergrenze und sogenannten Inneren Wert für den Preis von Bitcoin, so wie es diesen etwa bei Aktien oder Bonds durch die zukünftigen Gewinne, Dividenden oder Zinszahlungen gibt.
- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Invextra AG) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Invextra AG)
***
Hinweis:
Diese Nachricht stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Anlageberatung durch unsere Experten.
Wie funktioniert die "Investmaxx Anlageberatung"?
Das grösste Risiko bei der Geldanlage von Privatanlegern ist es, in drastisch überteuerte Investmentanlagen zu investieren, für die man später weniger Geld herausbekommt, als man selbst investiert hat. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanleger gilt daher ein Erfolgsprinzip: Im Einkauf liegt der Erfolg, doch genau hier scheitern viele Anleger und steigen bei euphorischen Märkten zu teuer ein und verkaufen ihre Anlagen in Paniksituationen zu billig.
Die eigene "Psychologie von Gier und Angst" macht damit über 95% der Anleger oft einen Strich durch die Rendite der eigenen Geldanlage.
Das zweitgrösste Risiko für die eigene Geldanlage ist damit der Privatanleger selbst. Die INVEXTRA.COM AG setzt deswegen bei der Anlageberatung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, um aus überteuerten Sektoren auszusteigen und in günstiger bewertete Sektoren umzuschichten. Das Konzept wurde an der University of Michigan Business School (USA) von unserem Gründer, Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, entwickelt und erfolgreich 1996 in die Praxis umgesetzt. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
>>> Unsere Experten entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die in wachstumsstarke Sektoren investieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig aufzubauen, durch Risikomanagement die Stabilität und den Erhalt von Vermögen zu gewährleisten und vor Inflation zu schützen. >>> Mehr Infos dazu.
***
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.