AXA IM: Märkte vertrauen auf mehr weltweites Wachstum im Jahr 2014
Franz Wenzel, Chefstratege bei AXA Investment Managers
Ein Rück- und Ausblick von Franz Wenzel,
Chefstratege bei AXA Investment Managers:
Die Weltkonjunktur wird 2014 wohl die Früchte der bislang umfassendsten
geldpolitischen Lockerungen in der Wirtschaftsgeschichte ernten. Weil
außerdem noch in vielen Ländern haushaltspolitische Sparzwänge nachlassen,
könnte das Wirtschaftswachstum global auf rund 3,5 Prozent steigen. Die
Gefahren sind überschaubar, denn weder Überkapazitäten noch Inflations-
sprünge oder Fremdfinanzierungsexzesse sind in Sicht. Auch Schocks durch
einen Anstieg der Rohstoffpreise, vor allem beim Öl, sind derzeit wenig
wahrscheinlich.
USA: Mehr Wachstum und Beschäftigung kompensieren den “Tapering-Effekt”
Das schwächelnde US-Wachstum belastete 2013 den Zuwachs der Haushalts-
einkommen, der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen litten.
Weil der haushaltspolitische Gegenwind nachlässt und der Arbeitsmarkt
sich positiv entwickelt, kann man für das Jahr 2014 optimistischer sein:
2,5 Prozent Wachstum sind möglich, auch dank des Schuldenabbaus der
Privathaushalte, den die extremen Niedrigzinsen der US-Notenbank ebenso
ermöglichten wie die profitabilitätssteigernden Verbesserungen der
Bilanzen von Banken und Unternehmen. Wenn die Federal Reserve in den
kommenden Wochen mit dem „Tapering“ genannten Auslaufenlassen ihrer
monatlichen Anleiheaufkäufe das Ende der ultralockeren Geldpolitik
beginnt, dürften die Finanzierungsbedingungen zwar etwas schwieriger
werden, eine Anhebung der US-Leitzinsen ist aber wohl erst gegen Ende
2015 zu erwarten.
Eurozone: EZB wird alles zur Unterstützung des Wachstums tun
Die Konjunktur in der Eurozone dürfte 2014 deutlich an Fahrt gewinnen,
wir rechnen nach dem Rückgang um 0,4 Prozent in diesem Jahr mit einem
Wachstum von einem Prozent im Jahr 2014. Damit ist die Entwicklung nicht
zu Ende, 2015 könnte das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone sogar um 1,4
Prozent zulegen. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den
einzelnen Ländern. Der Graben zwischen Deutschland und Frankreich in
Sachen Konjunktur dürfte größer werden, und unter den Peripherieländern
wird Spanien aller Voraussicht nach Italien abhängen. Von der Inflations-
seite droht wenig Gefahr, der harmonisierte Verbraucherpreisindex der
Eurozone dürfte um etwa 1,1 Prozent wachsen. Trotz der verbesserten
Konjunkturaussichten sind die systemischen Risiken in der Eurozone noch
nicht gebannt. Sorgen bereitet vor allem Italien wegen seiner weiterhin
instabilen Politik, dem langsamen Wachstum, schwachen Banken und der
angespannten öffentlichen Haushaltslage. Unter der Führung Mario Draghis
wird die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch alles tun, um die Eurozone
zu stabilisieren und die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Mit überraschenden
Maßnahmen seitens der EZB müssen die Märkte deshalb immer rechnen.
Japan: Liquiditätsflut wird Deflation besiegen
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