ifo Kurzarbeit nach Branchen
Dr. Sebastian Link, ifo-Arbeitsmarkt-Experte
München, 17. Juni 2020 - Die Kurzarbeit hat zahlreiche Wirtschaftszweige in Deutschland erfasst. Vor allem das Gastgewerbe sowie weite Teile der Industrie und des Handels sind betroffen. Das ergeben exklusive Umfragezahlen des ifo Instituts für den Mai. Demnach waren im Gastgewerbe 796.000 Menschen oder 72 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Kurzarbeit, im Fahrzeugbau 513.000 oder 46 Prozent und im Autohandel 289.000 oder 44 Prozent. "Diese historisch einmalig große Zahl an Kurzarbeitern verhindert zunächst Entlassungen und Firmenpleiten", sagt ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link.
Hinzu kamen 683.000 Kurzarbeiter im Einzelhandel (28 Prozent), 660.000 in sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (28 Prozent), 456.000 in der Metallindustrie (40 Prozent), 423.000 in Verkehr und Lagerei (23 Prozent), 362.000 im Großhandel (26 Prozent), 329.000 bei Freiberuflern sowie bei wissenschaftlichen und technischen Dienstleistern (14 Prozent), 316.000 im Maschinenbau (29 Prozent), 243.000 in den Branchen Chemie, Öl, Pharma, Gummi und Kunststoff sowie Glas (21 Prozent), 227.000 in der Elektrobranche (29 Prozent)und 170.000 in der Möbelindustrie (31 Prozent).
Vergleichsweise wenig betroffen sind das Bauhauptgewerbe mit 22.000 Kurzarbeitern oder 4 Prozent der Beschäftigten, das Finanz- und Versicherungsgewerbe sowie Grundstücks- und Wohnungswesen mit 68.000 Kurzarbeitern (5 Prozent) und die Branche Information und Kommunikation mit 168.000 (15 Prozent).
Nach eigenen Schätzungen rechnet das ifo Institut zusätzlich mit 966.000 Kurzarbeitern bei den sonstigen Dienstleistungen (10 Prozent) und mit 301.000 im Ausbaugewerbe (22 Prozent).
Die Schätzungen wurden erstellt im Projekt "Monatlicher Nowcast der realisierten Kurzarbeit auf Basis von Unternehmensbefragungen", das vom Bundesministerium der Finanzen gefördert wird.
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