SafraSarasin: Reformen im Reich der Mitte - China vor großen Herausforderungen
Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank J. Safra Sarasin
In seinem aktuellen Wochenbericht schreibt Alessandro Bee, Ökonom
bei der Bank J. Safra Sarasin:
An diesem Wochenende fand die dritte Plenarsitzung des 18. Zentral-
komitees der Kommunistischen Partei Chinas statt. Das wäre eigentlich
nur eine Notiz am Rande wert, wenn diese dritten Plenarsitzungen
nicht in der Tradition stehen würden, große Reformvorhaben hervor-
zubringen. So markierte eben diese dritte Plenarsitzung 1978 den
Beginn von Deng Xiaopings Reformpolitik. Bei einem Wirtschaftswachstum
von über 7% stellt sich die Frage, ob in China überhaupt Reformbedarf
besteht. Chinas Wirtschaftspolitik baute – vereinfacht dargestellt –
seit der Öffnung des Landes darauf auf, mit viel Kapitaleinsatz,
billigen Arbeitskräften und adaptierten Technologien den Export zu
forcieren. Diese Strategie stößt aber heute an seine Grenzen. Chinas
Bevölkerung altert rasch, was das Arbeitsangebot in der Zukunft
stagnieren lässt und damit den Lohnanstieg beschleunigt. Die extrem
hohe Investitionsquote im Reich der Mitte hat zu Überkapazitäten und
einer Blase bei Unternehmenskrediten geführt. Der rasante Fortschritt
der chinesischen Wirtschaft hat zur Folge, dass mit dem "Kopieren"
von westlicher Technologie in der Zukunft kaum mehr Produktivitäts-
fortschritte zu erzielen sind. China ist gezwungen Technologien
selber zu entwickeln. Zu guter Letzt leidet die industrialisierte
Welt noch immer unter den Nachwehen der Großen Finanzkrise und wird
als Motor für die Exportnachfrage in den nächsten Jahren ausfallen.
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