Capital | Die Gesamtinflation steigt, kann die BoE es sich leisten, geduldig zu bleiben?
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Der UK-Inflationsbericht ist gemischt, aber leicht unangenehm für die Bank of England. Die Gesamt-CPI stieg im Juli von 2,6 % auf 2,9 %, genau wie erwartet, wobei Wohnen und Haushaltsdienstleistungen den größten Aufwärtsbeitrag leisteten. Ermutigender weise sank die Dienstleistungsinflation – die Komponente, die die BoE normalerweise genau im Auge behält wegen der inländischen Persistenz – tatsächlich von 3,6 % auf 3,4 %, während die Kern-CPI bei 2,6 % blieb. Es gibt auch einige ermutigende Signale weiter vorne in der Pipeline. Die Produzenteninputpreise fielen im Monatsvergleich um 1,7 % und die jährliche Inputinflation verlangsamte sich stark von 7,4 % auf 4,9 %. Das garantiert zwar keine niedrigere Verbraucherinflation, deutet aber darauf hin, dass ein Teil des Kostendrucks, dem Unternehmen ausgesetzt sind, beginnt nachzulassen. Kompliziert wird es dadurch, dass die Wareninflation von 1,7 % auf 2,2 % beschleunigte, was teilweise die Energiepreise widerspiegelt – der jüngste externe Preisschock wirkt also noch auf die Wirtschaft nach.
Für die BoE denke ich nicht, dass die heutigen Zahlen die Argumente für Geduld wesentlich verändern. Die Rückkehr der Gesamtinflation auf rund 3 % erschwert zwar eine sofortige Lockerung der Geldpolitik, aber das Fehlen einer Beschleunigung bei der Kerninflation – insbesondere der Rückgang der Dienstleistungsinflation – gibt ebenfalls wenig Grund, weiter zu straffen. Die Bank kann sich daher leisten, abzuwarten und zu sehen, ob der Anstieg der Gesamtinflation nur vorübergehend ist. Die Kombination der nächsten Lohn-, Beschäftigungs- und Dienstleistungsinflationszahlen wird wahrscheinlich mehr über den künftigen Kurs der Politik entscheiden als die heutige Gesamtrate allein. Für das Pfund sind die Auswirkungen leicht unterstützend. Eine Inflation von 2,9 % erschwert es den Märkten, eine aggressive Lockerung der BoE einzupreisen, und könnte die britischen Renditen relativ attraktiv halten. Aber da die Gesamtzahl den Erwartungen entsprach und die zugrunde liegenden Details eher moderat sind, gibt es keinen offensichtlichen Auslöser für eine größere zinsfreundliche Neubewertung.
Die Reaktion des Pfunds sollte sich daher zunehmend nach den relativen Erwartungen an die Politik richten, besonders danach, ob US-Daten weiterhin die Wahrscheinlichkeit weiterer Fed-Verschärfungen verringern.
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