Schroders | Versteckte Wertpotenziale bei Investment-Grade-Anleihen erkennen
- Wertpotenziale bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 05.11.2026 - Investment-Grade-Unternehmensanleihen bleiben attraktiv: Die Renditen bewegen sich nahe ihren Mehrjahreshochs, die Fundamentaldaten der Unternehmen sind insgesamt robust und die Anlageklasse bietet weiterhin attraktive laufende Erträge. Gleichzeitig sind die Credit Spreads im historischen Vergleich eng.
Damit verschiebt sich die Quelle potenzieller Mehrrenditen. Da weniger Spielraum für eine weitere breite Spread-Einengung besteht, dürfte es künftig stärker darauf ankommen, die richtigen Anleihen auszuwählen, statt allein auf das Markt-Beta des Segments zu setzen.
Wenn Credit-Beta allein nicht mehr reicht
In einem Umfeld enger Spreads kann die Einzeltitelauswahl zu einem entscheidenden Renditetreiber werden. Die Herausforderung besteht darin, die attraktiven laufenden Erträge von Investment-Grade-Unternehmensanleihen zu nutzen und gleichzeitig durch gezielte bottom-up Bond-Selektion zusätzliches Alpha zu erschließen.Diesen Ansatz verfolgt der Schroder Global Investment Grade Corporate Bond Active UCITS ETF. Die aktive Investment-Grade-Strategie kombiniert eine systematische Anleiheauswahl mit fundamentaler Kreditanalyse. Ziel ist es, Fehlbewertungen einzelner Anleihen zu identifizieren und zu nutzen, während der Tracking Error niedrig und das Markt-Beta bewusst nahe eins gehalten werden.
Damit unterscheidet sich der Ansatz von Strategien, die ihre Mehrrendite vor allem über größere direktionale Positionierungen gegenüber dem Kreditmarkt anstreben. Stattdessen soll Alpha aus einer Vielzahl einzelner Bewertungsunterschiede im Investment-Grade-Universum entstehen.
Fehlbewertungen systematisch aufspüren
Grundlage des Ansatzes ist eine empirisch gestützte Beobachtung: Anleihen, die das Schroders-Modell als vergleichsweise günstig identifiziert, haben in der Vergangenheit tendenziell besser abgeschnitten, wenn sich ihre Bewertungen anschließend normalisierten.Wir nutzen deshalb ein proprietäres Fair-Value-Modell, das einzelne Anleihen mit vergleichbaren Anlagealternativen ins Verhältnis setzt. Ziel ist es, Papiere zu identifizieren, deren Bewertung gegenüber Wettbewerbern, ihrem Sektor oder sogar gegenüber anderen Anleihen desselben Emittenten attraktiv erscheint.
Dabei kommt dem Ansatz die Größe des Anlageuniversums zugute. Der globale Investment-Grade-Markt umfasst mehr als 12.000 auf US-Dollar und Euro lautende Anleihen. Während sich die fundamentale Analyse vieler Investoren vor allem auf Faktoren wie Rating, Sektor, Duration und makroökonomische Entwicklungen konzentriert, ermöglicht ein systematischer Ansatz, täglich Hunderte Emittenten und Tausende einzelne Anleihen miteinander zu vergleichen.
Gerade bei engen Spreads ist diese Breite von Bedeutung: Je größer das untersuchte Anlageuniversum, desto höher ist die Chance, übersehene Wertpotenziale zu finden.
Chancen auch bei geringerer Marktstreuung
Besonders viele solcher Chancen können entstehen, wenn die Streuung am Kreditmarkt zunimmt. Das geschieht typischerweise in Phasen verschärfter Finanzierungsbedingungen oder zunehmender Wachstumssorgen, wenn der Markt stärker zwischen Unternehmen mit robusten und anfälligeren Kreditprofilen differenziert.Entscheidend ist jedoch, dass der Ansatz nicht auf ein Umfeld außergewöhnlich hoher Streuung angewiesen ist. Das Fair-Value-Signal war 2023 und 2024 besonders ausgeprägt. In diesen Jahren schnitten als „sehr günstig“ und „günstig“ eingestufte Anleihen gegenüber teuren Papieren mit dem größten Abstand besser ab. Nach den vorliegenden Analysen funktionierte das Signal aber auch 2025 und 2026 weiter, obwohl die Spread-Streuung zurückging. Damit kann die Titelselektion auch in einem vergleichsweise ruhigen Kreditmarkt relevante Möglichkeiten eröffnen.
Systematik trifft fundamentale Kreditanalyse
Das Fair-Value-Modell entscheidet dabei nicht allein über die Portfoliozusammensetzung, sondern der Ansatz verbindet die Fähigkeit eines systematischen Modells, ein sehr großes Anlageuniversum kontinuierlich nach Bewertungsunterschieden zu durchsuchen, mit der Einschätzung erfahrener Kreditanalysten.Die Einzeltitelauswahl rückt in den Vordergrund
Investment-Grade-Unternehmensanleihen bieten weiterhin attraktive laufende Erträge. Die engen Spreads bedeuten jedoch, dass eine allgemeine weitere Spread-Einengung als Quelle zusätzlicher Renditen an Bedeutung verlieren könnte.Für Anleger dürfte deshalb zunehmend entscheidender sein, welche einzelnen Unternehmensanleihen sie halten statt nur das Investment-Grade-Exposure zu beachten. Statt große direktionale Wetten auf die Entwicklung des Kreditmarktes einzugehen, ist es auch zielführend, zahlreiche kleinere Bewertungsineffizienzen bei einzelnen Investment-Grade-Unternehmensanleihen systematisch zu nutzen
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