12.09.2005
Threadneedle: Britische Aktien verzeichneten im...
Köln, den 12.09.2005 (Investmentfonds.de) - Großbritannien
Britische Aktien verzeichneten im Wochenverlauf hohe Erträge. Dazu trug auch
die Gewichtung von Energietiteln im Rahmen des Index von 18 Prozent bei. Obwohl
kleinere britische Unternehmen eine weitere relativ gute Woche vorlegten, entwickel-
ten sich marktbreite Titel diesmal besser. Der Hurrikan Katrina wirkte sich in
Großbritannien ebenfalls auf die Benzinpreise aus. Die Durchschnittspreise kletter-
ten bis auf 1 GBP pro Liter. Der Preisanstieg war auf die Besorgnisse bezüglich
eines Lieferengpasses zurückzuführen, da der Großteil der Rohölförderung im Golf
von Mexiko nach wie vor brachliegt. Die weiterhin trübe Stimmungslage der Verbraucher
in Großbritannien überrascht uns nicht. Positiv für die Entwicklung des Marktes ist
jedoch, dass sich die M&A-Aktivitäten intensivieren, da viele hochqualitative
britische Unternehmen werden Übernahmeziele für europäische Bieter werden.
USA
Die wichtigste Nachricht in den USA war in der letzten Woche leider die Katastrophe,
ausgelöst durch den Hurrikan Katrina. Abgesehen von dem enormen Ausmaß der humanitären
Krise, die die Folge des Hurrikans war, hat die Katastrophe auf wirtschaftlicher Ebene
nicht nur die Benzinpreise sondern auch den USD unter Druck gesetzt. Seitdem gab es
Spekulationen, dass die Besorgnisse, in welchem Maße die sich ausweitende Katastrophe,
die Wirtschaft in Zukunft beeinträchtigen wird, die US-Notenbank dazu veranlassen
könnte, sich bei der Anhebung der Zinsen vorerst zurückzuhalten. Dies wiederum hat
dazu geführt, dass der S&P 500-Index in den letzten Tagen anzog und so die Verluste,
die im Vorfeld der Katastrophe aufgelaufen waren, wieder gutmachte. Im Hinblick auf
die im August veröffentlichten Wirtschaftsdaten haben sich die Automobilumsätze nach
ihren Rekordhochs aus dem Juli abgeschwächt. Außerdem wurden die BIP-Wachstumszahlen
für die USA für das 2. Quartal leicht nach unten korrigiert.
Europa
Europäische Aktien verzeichneten ebenfalls eine sehr gute Woche. Nach oben getrieben
wurden sie durch Öltitel. Ferner kamen ihnen nachlassende Zinserwartungen in den USA
zugute. Die Ergebnisse des Marktes wurden in der letzten Woche darüber hinaus durch
einen Anstieg der M&A-Aktivitäten in Europa beflügelt. Unter anderem gab E.ON ein
Übernahmeangebot für Scottish Power und die Deutsche Post für Exel ab. Julius Bär
verkündete, dass sie die Privatbankensparte der UBS übernehmen werden. Ferner gab
es Spekulationen, dass Danone ein Übernahmeangebot für PepsiCo in Erwägung zieht.
In Frankreich wurde von der France Telecom eine 3 Mrd. USD-Bezugsrechtsemission
begeben. Das sollte dem Unternehmen dabei helfen, die Übernahme am drittgrößten
spanischen Mobilfunkanbieter Amena mit einem Anteil von 80 Prozent zu finanzieren.
Japan
Japan legte in JPY die besten Ergebnisse vor. Darüber hinaus kam es zu einer Branchen-
rotation, denn der Markt wurde dadurch gestützt, dass zuletzt schwächer tendierende
Branchen wieder anzogen. Deshalb stammten die im Monatsverlauf besten Titel aus den
Branchen Eisen und Stahl, Immobilien und Maschinenbau. Am schlechtesten entwickelten
sich Lebensversicherer und Banken. Das andere wichtige Ereignis in Japan ist die
bevorstehende Wahl, die in dieser Woche stattfinden soll. Wir bleiben zuversichtlich,
dass der japanische Markt im Falle eines Sieges von Koizumi aufgrund der größeren
Chancen auf Reformen profitieren wird.
Asien & Schwellenländer
Die asiatischen Märkte legten im Hinblick auf die Ergebnisse eine sehr gute Woche vor.
Dabei entwickelte sich Korea mit am besten. Immobilientitel aus Hongkong tendierten
ebenfalls fest. Dies war die Folge von Spekulationen, dass die Zinserhöhungen durch
die US-Notenbank möglicherweise nicht so aggressiv ausfallen werden wie zunächst
gedacht.
Was andere Schwellenländermärkte betrifft, so profitierten auch Lateinamerika und
Osteuropa von den Erwartungen auf die US-Zinsentwicklung sowie dem sich abschwächenden
USD und den steigenden Rohstoffpreisen. Aus diesem Grunde tendierten die beiden Märkte
Brasilien und Russland im Wochenverlauf mit am besten. Auf Branchenebene zählten
insbesondere in Mexiko und Brasilien Aktien aus dem Konsumumfeld zu den besten Titeln.
Gestützt wurden sie durch die lokalen Zinszyklen.
Anleihen
Der Anleihenmarkt zog im Wochenverlauf ebenfalls an. Die Ursache dafür waren US-
Zinsspekulationen sowie trübere Wirtschaftsaussichten. Außerdem haben wir am Markt für
Unternehmensanleihen bis jetzt noch keine Anzeichen für den erwarteten Anstieg des
Emissionsvolumens festgestellt. Wir sind für die Aussichten von Unternehmensanleihen
nach wie vor zurückhaltend gestimmt. Wir denken, dass ein zu hohes Wirtschaftswachstum
und zu intensive M&A-Aktivitäten für den Markt von Unternehmensanleihen nicht not-
wendigerweise positiv sind. Im Segment Hochzinsanleihen sollten die guten
Unternehmensergebnisse den Markt weiter stützen. Darüber hinaus ist das technische
Umfeld weiter intakt.
Quelle: Investmentfonds.de