Postbank: Fracking – Gefahr für die deutsche Wirtschaft?
Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Deutschen Postbank AG
In Deutschland wird Fracking noch nicht praktiziert, doch in den
USA hat der Abbau sogenannter nichtkonventioneller Erdgasvorkommen
mit Hilfe des „Hydraulic Fracturing“ (kurz „Fracking“) mittlerweile
beachtliche Dimensionen erreicht. Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt
der Deutschen Postbank AG: „Die Förderung von Erdgas und zunehmend
auch Erdöl durch Fracking hat heute bereits Auswirkungen auf die
Verteilung der globalen Produktion und die internationalen Handels-
ströme. Hinzu kommen Preiseffekte. Diese Folgen dürften sich in
den kommenden Jahren noch verstärken.“
Rund 60 Prozent der weltweit bekannten Erdgasvorkommen entfallen
auf nicht-konventionelle Lagerstätten, die nur mit technischen
Hilfsmitteln wie dem Fracking gewinnbringend abgebaut werden können.
Mittels Fracking sind die USA in den letzten Jahren zum Erdgasförder-
land Nummer eins aufgestiegen. 2011 lag die Produktion bei gut
650 Billionen Kubikmetern, mehr als Russland oder auch mehr als
die Länder auf den Rängen 3-7 zusammen. Bei gut einem Drittel der
US-Förderung kommt bereits die Methode des Fracking zum Einsatz.
In der Folge konnte der Überschuss der Gasimporte über die Gas-
exporte in den USA von 2005 bis 2012 von fast 32 Milliarden auf
nur noch 4,2 Milliarden US-Dollar reduziert werden.
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