Allspring Global Investments: Anlageperspektiven zu Marktauswirkungen – Venezuela
Matthias Scheiber, Leiter Multi-Asset Solutions bei Allspring Global Investments
- Gold und US-Dollar stark trotz geopolitischer Unsicherheit: Die politischen Unruhen in Venezuela haben die Goldpreise steigen lassen und zugleich den US-Dollar gestärkt. Aus unserer Sicht werden die langfristigen Perspektiven für Gold jedoch vor allem von Zinssenkungen der US-Notenbank, der Inflationsentwicklung sowie den Käufen der Zentralbank bestimmt.
- Minimale kurzfristige Auswirkungen auf den Ölpreis, langfristige Herausforderungen: Die derzeitigen Störungen der Ölproduktion in Venezuela dürften angesichts des globalen Überangebots nur geringe Auswirkungen auf die weltweiten Preise haben. Langfristig wird ein steigendes Produktionswachstum jedoch durch den maroden Zustand der Infrastruktur und fehlende Investitionen erschwert.
- Weiterreichende regionale und globale Auswirkungen: Das entschlossene Vorgehen der USA in Venezuela ist ein Beleg für ihren wachsenden Einfluss in Lateinamerika. Dieser könnte nicht nur die politische Dynamik in der Region verändern, sondern auch die globalen Machtverhältnisse und die strategischen Überlegungen Chinas beeinflussen.
Investmentfonds.de - Frankfurt, 7. Januar 2026Matthias Scheiber, Leiter Multi-Asset Solutions bei Allspring Global Investments, ordnet die Auswirkungen auf die globalen Märkte und die Ölmärkte ein: „Die Absetzung des venezolanischen Präsidenten führt zu neuen geopolitischen Risiken mit Auswirkungen auf die globalen Märkte. Zwar sind die unmittelbaren Auswirkungen offenbar auf einzelne Anlageklassen wie Gold und den US-Dollar beschränkt, doch die Auswirkungen auf Rohstoffe, die regionale Politik und die globale Machtbalance verdienen eine genauere Betrachtung.
Der Regierungswechsel in Venezuela wirft Fragen nach den Konsequenzen für den globalen Ölmarkt auf. Kurzfristig rechnen wir jedoch nur mit minimalen Auswirkungen. Venezuela fördert derzeit knapp 1 Million Barrel pro Tag, was etwa ein Prozent des weltweiten Angebots entspricht. Da die Internationale Energieagentur für 2026 ein globales Überangebot von 3,8 Millionen Barrel pro Tag prognostiziert, dürfte eine vorübergehende Unterbrechung der venezolanischen Produktion keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise haben.
Mittelfristig dürften die aktuellen Entwicklungen preisdämpfend wirken. Zwar verfügt Venezuela über das Potenzial, seine Ölproduktion deutlich auszuweiten, dies ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Trotz der weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven haben jahrzehntelange Unterinvestitionen, der Verfall der Infrastruktur und der Rückzug internationaler Produzenten die Produktionskapazitäten Venezuelas stark eingeschränkt.
Selbst unter US-Aufsicht und mit neuen Investitionen erfordert eine spürbare Ausweitung der Produktion jahrelange Anstrengungen. Große Ölkonzerne könnten angesichts der enormen Reserven und voraussichtlich attraktiven Vertragsbedingungen allerdings wieder in das Land investieren. Oppositionsführerin María Corina Machado hält eine Verdreifachung der Förderung auf rund drei Millionen Barrel pro Tag für möglich – bis dieses Niveau erreicht wird, dürfte jedoch ein Jahrzehnt vergehen.“
Michael Bradshaw, Leiter Edelmetalle und Senior-Portfoliomanager bei Allspring Global Investments, kommentiert die Entwicklungen bei Gold und US-Dollar: „Infolge der politischen Unruhen in Venezuela stieg der Goldpreis um fast zwei Prozent und unterstrich damit seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit. Dieser Effekt ist möglicherweise jedoch nur von kurzer Dauer. Aus unserer Sicht sind geopolitische Ereignisse wie dieses zwar grundsätzlich ein Grund, Gold zu besitzen, aber nicht unbedingt ein Grund, heute Gold zu kaufen.
Darüber hinaus sollten Anleger die kurzfristigen geopolitischen Risiken gegen die mittelfristigen Aussichten auf Zinssenkungen in den USA abwägen. Der US-Dollar hat unterdessen an Stärke gewonnen und profitiert vor dem Hintergrund der Unsicherheit und deren mögliche Folgen für die internationale Ordnung von seinem Status als globale Reservewährung.
Die jüngste Goldrallye dürfte ohne eine weitere Eskalation der Spannungen nur von kurzer Dauer sein. Die langfristige Entwicklung des Goldpreises hängt hingegen von Faktoren wie Zinssenkungen der Fed, der Inflationsentwicklung, der relativen Stärke des US-Dollars und Käufen durch die Zentralbank ab.“
Derrick Irwin, Co-Head Intrinsic Emerging Markets Equity bei Allspring Global Investments, hebt die Auswirkungen auf Investitionen in der Region hervor: „Der politische Umbruch in Venezuela hat weitreichende Auswirkungen auf Lateinamerika und die globale Geopolitik. Das entschlossene Vorgehen der Trump-Regierung könnte ihren Einfluss auf den politischen Diskurs in der gesamten Region verstärken. Vor dem Hintergrund mehrerer wichtiger Wahlen in Lateinamerika im Jahr 2026 dürfte der Erfolg oder Misserfolg des Wandels in Venezuela entscheidend für eine Beschleunigung eines politischen Rechtsrucks in den Nachbarländern sein. Insgesamt ändern die jüngsten Entwicklungen jedoch nichts an unserer Einschätzung für den Großteil der Region, auch wenn wir Trumps Äußerungen zum kolumbianischen Regime zur Kenntnis genommen haben. Auf globaler Ebene könnten die Ereignisse in Venezuela andere Akteure, insbesondere China, dazu veranlassen, ihre strategischen Pläne zu überdenken. Während einige Marktteilnehmer spekulieren, dass dies die Spannungen rund um Taiwan verschärfen könnte, ist es auch möglich, dass die Effizienz der US-Militäroperation andere Nationen eher davon abhält, aggressive territoriale Ambitionen weiterzuverfolgen.“
Jamie Newton, Leiter des globalen Fixed Income Research bei Allspring Global Investments, fasst die Konsequenzen für Anleger zusammen: „Für Anleger verdeutlichen die Entwicklungen in Venezuela, wie wichtig es ist, geopolitische Risiken im Blick zu behalten und ihr Portfolio zu diversifizieren. Wachstumsorientierte Vermögenswerte wie Aktien bleiben vor dem Hintergrund des Optimismus in Bezug auf künstliche Intelligenz und starke Unternehmensgewinne weiterhin gefragt. Die Anleiherenditen dürften stabil bleiben, da die Märkte bislang keine signifikante militärische Eskalation oder erhöhte Verteidigungsausgaben eingepreist haben. Insgesamt hat der politische Wandel in Venezuela zwar neue Unsicherheiten mit sich gebracht, seine unmittelbaren Auswirkungen auf die globalen Märkte dürften jedoch begrenzt bleiben. Eine weitere Eskalation hingegen könnte die Unsicherheit der Anleger verstärken und zu einer erhöhten Marktvolatilität führen. Vorerst liegt der Fokus der Märkte jedoch weiterhin auf den grundlegenden Treibern wie der US-Geldpolitik, der Inflation und technologischen Innovationen.“
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter https://www.investmaxx.com, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Allspring Global Investments). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Allspring Global Investments).
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