Capital | Öl bei 90 $, Aktien auf Rekordhoch – was sagen die Märkte wirklich?
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Brent-Rohöl wird wieder um 90 Dollar pro Barrel gehandelt, ungefähr dort, wo es war, als der US-Iran-Konflikt Anfang März zu eskalieren begann. Gleichzeitig erreicht der S&P 500 jedoch neue Allzeithochs und übertrifft komfortabel seine Niveaus vor dem Konflikt. Wie kann beides zutreffen? Ignorieren die Märkte einfach geopolitische Risiken? Oder akzeptieren die Investoren nun, dass Öl möglicherweise höher bleiben wird, aber die übergeordnete Wachstumsstory nicht entgleisen lässt?
Die Antwort liegt darin, wie die Märkte die Natur der Ölbewegung interpretieren, und nicht im Niveau selbst. Zu Beginn des Konflikts wurden steigende Ölpreise als Signal für einen möglichen Angebotsengpass gesehen, etwas, das die Finanzbedingungen verschärfen, die Inflation anheben und das Wachstum belasten könnte. Deshalb setzten die Aktienmärkte zunächst zum Verkauf an. Heute jedoch wird Öl bei 90 $ sehr unterschiedlich bewertet. Nachdem es von den extremen Niveaus während der Höhepunkte der Eskalation zurückgegangen ist, wird es nun als erhöht, aber beherrschbar angesehen, und nicht als Zeichen systemischer Spannungen.
Dieser Wandel spiegelt eine breitere Neubewertung des Risikos wider. Die Märkte scheinen zunehmend zuversichtlich, dass Worst-Case-Szenarien, wie eine längere Schließung der Straße von Hormus oder weitreichende Störungen der Energieinfrastruktur, vermieden werden. Folglich tragen die Ölpreise nach wie vor eine geopolitische Prämie, doch die Aktienmärkte reagieren nicht mehr auf diese Prämie, als würde sie sich direkt in wirtschaftlichen Schäden niederschlagen. Stattdessen konzentrieren sich die Anleger auf die Vorstellung, dass Versorgungsunterbrechungen, falls sie auftreten, vorübergehend und begrenzt sein werden.
Es gibt auch ein strukturelles Element, das Aktien stützt. Der US-Markt, der die globalen Indizes dominiert, ist weniger der Energie aus dem Nahen Osten ausgesetzt als in früheren Zyklen. Die inländische Produktion bietet einen Puffer, und viele große Unternehmen haben die Preissetzungsmacht, höhere Inputkosten zu absorbieren oder weiterzugeben. Solange die Gewinnerwartungen intakt bleiben – und bisher sind sie das – können Aktien weiter steigen, selbst wenn der Ölpreis hoch bleibt.
Gleichzeitig sagt diese Dynamik ebenso viel über Stimmung und Positionierung aus wie über Fundamentaldaten. Die Märkte wurden darauf konditioniert, bei Rückschlägen zu kaufen und beim ersten Anzeichen einer Stabilisierung schnell wieder Risiko einzugehen. Die jüngste Rallye spiegelt die Bereitschaft wider, sich auf eine positive Erzählung einzulassen, auch wenn diese Erzählung nicht vollständig bestätigt ist. In diesem Sinne preisen Aktien nicht unbedingt Perfektion ein, sondern neigen zu einem bestenfalls möglichen Szenario, in dem der Konflikt das Wachstum oder die Unternehmensprofitabilität nicht wesentlich schädigt.
Das lässt die Märkte in einem empfindlichen Gleichgewicht. Die aktuelle Preisgestaltung deutet darauf hin, dass Öl höher bleiben kann, ohne das System zu gefährden, aber nur innerhalb eines bestimmten Bereichs. Wenn die Preise bei etwa 80–90 US-Dollar bleiben, könnten sie als beherrschbares Gegenwind wirken. Aber wenn Öl wieder auf 100 US-Dollar steigt oder über einen längeren Zeitraum hoch bleibt, was sich in der Terminpreiskurve zeigen würde, wird die Auswirkung auf Margen, Inflation und politische Erwartungen schwerer zu ignorieren.
Letztlich ist diese Divergenz zwischen Öl und Aktien weniger ein Widerspruch als vielmehr ein Spiegel bedingten Optimismus. Die Märkte ignorieren die Risiken nicht, sie entscheiden sich vorerst, darüber hinwegzusehen. Die Frage ist, wie lange das nachhaltig bleibt.
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