06.08.2007
Fidelity: Hohe Renditen müssen nicht immer mit großen Risiken erkauft werden
Köln, den 06.08.2007 (Investmentfonds.de) - Eine von Fidelity International erstellte
Analyse von 22 MSCI Indizes zeigt, dass renditestarke Märkte nicht automatisch besonders
volatil sein müssen. So belegen zum Beispiel die Werte aus Spanien und Österreich, dass
auch vergleichsweise sichere Märkte solide Renditen einbringen können. Optimal für das
Anlageportfolio ist demnach ein ausgewogenes Verhältnis aus Risiko und Performance, so
das Ergebnis der Auswertung.
In den vergangenen zehn Jahren wiesen die bedeutenden Aktienmärkte der Welt sehr
unterschiedliche Wertschwankungen und -entwicklungen auf. Innerhalb welcher Bandbreite
ein Wert schwankt, lässt sich an der Volatilität ablesen. Eine niedrige Volatilität
bedeutet, dass eine Geldanlage nur wenig Risiko aufweist. Zwischen 1996 und 2006 zeigten
die MSCI Indizes für Großbritannien, die Niederlande, USA und Deutschland mit 16,3 Prozent
bis 19,2 Prozent die geringsten Schwankungen. Diese Indizes erzielten aber auch
vergleichsweise geringe Wertentwicklungen: Sie lagen zwischen 5,3 Prozent und 6,6
Prozent.
Die größten Volatilitäten - und damit die größten Risiken - lagen bei den MSCI Indizes
in China und Brasilien sowie in einigen europäischen Ländern, wie Finnland, Schweden und
Griechenland. Die Volatilität des MSCI Finnland erreichte mit 58,5 Prozent den Rekordwert.
Zugleich erzielte dieser Index in den vergangenen zehn Jahren mit 300,4 Prozent die
weitaus höchste Wertentwicklung. Dies entspricht einem jährlichen Plus von 14,9 Prozent.
Hier wurde somit ein großes Risiko durch eine hohe Wertentwicklung gerechtfertigt.
Dass der Gewinn aber oft nicht an die Höhe der Wertschwankung gekoppelt ist, zeigen die
MSCI Indizes der Länder China und Japan. Diese beiden Indizes erzielten trotz hoher
Volatilitätswerte nur geringe Wertentwicklungen: Der MSCI China liegt als einziger Index
im Minus und verlor im vergangenen Jahrzehnt sogar im Schnitt 3,4 Prozent jährlich an
Wert. Japan gehörte mit einer Volatilität von 28,1 Prozent zu den Ländern mit einer
besonders hohen Schwankungsanfälligkeit - das Plus fiel mit durchschnittlich 1,3 Prozent
pro Jahr seit 1996 jedoch vergleichsweise gering aus.
Spanien und Österreich sind dagegen Beispiele dafür, dass manchmal auch bei relativ
geringen Risiken am Ende hohe Erträge zu Buche stehen. Mit einer durchschnittlichen
Wertschwankung von 26,1 Prozent (Spanien) und 27,1 Prozent (Österreich) zwischen 1996 und
2006 bewegten sich die Volatilitäten der beiden Länder im Mittelfeld. Mit 223,3 Prozent
beziehungsweise 253,5 Prozent innerhalb von zehn Jahren erzielten der MSCI Spanien und
der MSCI Österreich aber die zweit- und die vierthöchste Rendite.
Der MSCI Welt sowie der MSCI Europa weisen aufgrund ihrer länderübergreifenden Konstruk-
tion erwartungsgemäß vergleichsweise geringe Volatilitäten und Renditen auf. Ein Vergleich
mit dem MSCI Deutschland macht deutlich, dass deutsche Aktien im vergangenen Jahrzehnt
weder welt- noch europaweit zu den Wachstumstreibern gehörten. Erst in den beiden ver-
gangenen Jahren konnten deutsche Aktien wieder überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen.
"Ob ein Markt attraktiv ist, hängt nicht allein vom Risiko oder den Ertragschancen,
sondern von einem ausgewogenen Verhältnis dieser beiden Faktoren ab. Auf den ersten Blick
stimmte dieses Verhältnis in Ländern wie USA oder Deutschland nicht. Investitionen in
diesen führenden Industrienationen konnten sich aber dennoch lohnen. Selbst wenn es auf
einem Markt einmal nicht ideal läuft, lassen sich dort dennoch attraktive Einzelwerte
finden, die sich gegen den Trend positiv entwickeln", sagte Richard Skelt, Fondsmanager
des Fidelity World Fund (ISIN LU0069449576).
Beim Fidelity World Fund richtet sich die geographische Aufteilung des Vermögens deshalb
nicht nach einem Index, sondern nach der Attraktivität der einzelnen Unternehmen. Inner-
halb jedes Aktienmarktes wählt der Fondsmanager die Beteiligungen gezielt aus, indem er
Renditepotenziale gegen Kursrisiken abwägt. Der Fonds eignet sich aufgrund seiner breiten
Streuung und der gezielten Einzeltitelauswahl durch den Fondsmanager als Basisinvestment
für Fondsanleger.
Europäischen Gesellschaften misst Skelt derzeit besonders große Gewinnchancen bei. Deshalb
bildeten europäische Werte zuletzt mehr als 60 Prozent des Vermögens. Allein auf deutsche
Aktien entfielen rund 15 Prozent des Kapitals. Der Fonds erzielte seit seiner Auflegung
am 08. Oktober 1996 eine Wertentwicklung von durchschnittlich 9,3 Prozent pro Jahr und
insgesamt 159,0 Prozent. Über diesen Zeitraum, über zehn und drei Jahre sowie seit
Jahresbeginn liegt er im ersten Quartil, gehört also zu den besten 25 Prozent seiner
Vergleichsgruppe (Stand: 30. Juni 2007).
Quelle: Investmentfonds.de