Templeton Emerging Markets: Mobius über China und Brasilien
Dr. Mark Mobius, Fondsmanager, Executive Chairman Templeton Emerging Markets Group
Eine Einschätzung der jüngsten Entwicklungen in den Emerging Markets
von Dr. Mark Mobius:
Die Aktienmärkte verzeichneten im Mai weltweit ihre bisher schwächste
Monatsperformance in diesem Jahr. Der MSCI Emerging Markets Index büßte
während des Monats auf Dollar-Basis 11,2% ein. Die andauernde Schuldenkrise
in Europa stand weiter im Vordergrund, wobei die Spekulationen über ein
Ausscheiden Griechenlands aus der Europäischen Union sowie die Sorgen
hinsichtlich der Solvenz der spanischen Banken zunahmen. Die letztlich
ergebnislosen Wahlen in Griechenland und die Wahl des sozialistischen
Kandidaten Francois Hollande zum neuen französischen Präsidenten ließen
Befürchtungen aufkommen, die Region könnte sich nunmehr zweigeteilt
positionieren: Auf der einen Seite die nördlichen Länder wie Deutschland
und Finnland, für die Sparmaßnahmen oberste Priorität haben, und auf der
anderen Seite die südlichen Länder wie Griechenland und Spanien, die
Maßnahmen zur Wachstumsbelebung fordern. Die BIP-Daten für große
Schwellenländer wie China und Indien zeigen eine Verlangsamung. Meldungen,
die chinesische Regierung plane kein weit reichendes Konjunkturpaket be-
einträchtigten ebenfalls das Anlegervertrauen. Schwächer als erwartete
Wirtschaftsdaten aus den USA schürten die Angst vor einer Rezession in
der größten Volkswirtschaft der Welt. Die Rohstoffpreise sanken, die
Mittelflüsse in Schwellenmarktfonds fielen negativ aus, und die Schwellen-
marktwährungen werteten sich gegenüber dem US-Dollar ab. Ungeachtet der
Negativmeldungen ist das längerfristige Bild für die Schwellenmärkte nach
wie vor intakt mit weiterhin hohen Wachstumsraten, steigenden Devisenre-
serven und niedrigen Verschuldungsquoten (Verschuldung/BIP). Von größerer
Bedeutung für die Anleger ist, dass sich die Bewertungen der Schwellen-
marktunternehmen ihren Allzeittiefs nähern, sodass eine Anlage attraktiv
erscheint.
Aktuelles aus den Regionen
Die People’s Bank of China hat ihren Mindestreservesatz um 50 Basispunkte
(0,5%) auf 20% für größere Banken und auf 16,5% für kleine und mittlere Banken
reduziert. Die Inflation folgt seit Mitte 2011 insgesamt einem Abwärtstrend. Die
Teuerung der Verbraucherpreise hat sich im April auf 3,4% gegenüber dem Vorjahr
abgeschwächt, nachdem sie im Februar bei 3,6% und im Juli 2011 noch bei über
6% gelegen hatte. China, Japan und Südkorea haben auf dem trilateralen Gipfel-
treffen im Mai einen Investitionsvertrag unterzeichnet. Die drei größten ost-
asiatischen Länder haben zudem vereinbart, die Verhandlungen über ein trilaterales
Freihandelsabkommen aufzunehmen. Eine solche Übereinkunft könnte erhebliche
Vorteile für die drei Volkswirtschaften mit sich bringen. Allerdings bestehen
noch große Hürden, die möglicherweise erst nach Jahren überwunden werden können.
Mit dem Ziel, den Handel in ausgewogenerer und nachhaltiger Manier auszuweiten,
wollen die Regierungen Maßnahmen ergreifen, wie z.B. die Reduzierung der
Importzölle sowie fiskalische Anreize (darunter die Bereitstellung von Krediten),
um die Importe zu steigern. Die Stabilisierung des Exportwachstums gehört
ebenfalls zu den Regierungsinitiativen. Im Verlauf des Monats haben sich
chinesische Regierungsvertreter mit Amtskollegen aus Ungarn, Polen, Deutschland,
Indonesien und Kolumbien getroffen, um über eine Verstärkung der bilateralen
wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Verbesserung der Handels- und Inves-
titionsbeziehungen zu verhandeln.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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