CAPITAL I Zentralbanken im Fokus
Daniela Hathorn, Senior Market Analyst, bei capital.com
Investmentfonds.de | Heute ist Fed-Tag, und die Märkte werden genau darauf achten, wie Jerome Powell und sein Team die steigenden Risiken erneuter Inflationsdrucke einordnen. Doch die Fed ist nicht die einzige wichtige Sitzung in dieser Woche: Auch die Bank of England und die Europäische Zentralbank stehen am Donnerstag im Fokus.
Die Zentralbanken starten aus sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen in diesen Zyklus, und diese Unterschiede werden vor dem Hintergrund des aktuellen Energieschocks immer deutlicher sichtbar. Die Federal Reserve befindet sich dabei in der ausgewogensten Lage. Das Wachstum in den USA hat sich relativ robust gezeigt, doch der Arbeitsmarkt beginnt sich am Rand abzuschwächen, während die Inflation – trotz rückläufiger Tendenz – weiterhin über dem Zielwert liegt. Der Anstieg der Ölpreise erschwert den Ausblick, doch vorerst behält die Fed ihre Flexibilität. Die wahrscheinlichste Botschaft ist Geduld: Aufwärtsrisiken für die Inflation werden anerkannt, ohne sich klar auf den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen festzulegen.
Die Europäische Zentralbank steht ebenfalls vor einer schwierigen Abwägung, allerdings unter anderen Voraussetzungen. Die Eurozone ist deutlich stärker von Energiepreisschocks betroffen, und die Wachstumsdynamik ist bereits schwach. Höhere Öl- und Gaspreise könnten die wirtschaftliche Aktivität weiter belasten und zugleich den Rückgang der Inflation verzögern. Allerdings war die EZB in den vergangenen 18 Monaten erfolgreicher bei Zinssenkungen, was ihr etwas mehr Spielraum verschafft, die Zinsen anzuheben, ohne unmittelbar in einen „zu restriktiven“ Bereich zu geraten. Die EZB dürfte daher vorsichtig bleiben, die Abhängigkeit von aktuellen Daten betonen und klare Vorfestlegungen vermeiden. Die Märkte preisen derzeit bereits ein bis zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr ein.
Die Bank of England steht vermutlich vor der größten Herausforderung. Die britische Wirtschaft zeigt bereits nur minimales Wachstum, wobei aktuelle BIP-Daten auf eine Stagnation hindeuten, während die Inflation hartnäckiger bleibt als in anderen großen Volkswirtschaften. Der zusätzliche Druck durch steigende Energiekosten erhöht das Risiko eines stagflationären Umfelds. Im Gegensatz zur Fed verfügt die Bank of England über weniger Handlungsspielraum, und im Vergleich zur EZB sieht sie sich stärkeren inländischen Inflationskräften gegenüber. Dies deutet auf einen eingeschränkteren geldpolitischen Spielraum hin, sodass Zinssenkungen trotz schwachen Wachstums voraussichtlich verzögert werden.
An den Märkten verharren Investoren insgesamt in einer abwartenden Haltung. Der Energieschock hat ein klares Inflationsrisiko geschaffen, doch das endgültige Ausmaß hängt stark davon ab, wie lange die Störungen anhalten. Entsprechend reagieren die Märkte sensibel sowohl auf die Kommunikation der Zentralbanken als auch auf Entwicklungen im Nahen Osten. Die Volatilität bleibt erhöht, während eine klare Richtung fehlt, da Investoren auf deutlichere Signale warten, ob sich die aktuelle Lage zu einem länger anhaltenden Inflationsschock entwickelt oder lediglich eine vorübergehende Störung darstellt.
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