Capital | Wall Street beendet Quartal mit deutlichem Kursplus
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- US-JOLTs-Daten deuten auf Verbesserung am Arbeitsmarkt hin
- Yen fällt unter die Marke von 162 und erreicht neues 40-Jahres-Tief
Investmentfonds.de | Die Wall Street beendete die anderthalb Quartale mit einem guten Ergebnis, wobei Technologieaktien wieder an Glanz gewannen, als die wichtigsten Benchmarks erneut auf Rekordhochs schlossen. Es gab keinen klaren Auslöser für den Schritt. Thematisch werden die Märkte weiterhin von geopolitischen Risiken, Zinsunsicherheit und Fragen zur Unternehmensrentabilität angetrieben – letztere werden in den kommenden Wochen an Bedeutung gewinnen, da die US-Gewinnperiode in vollem Gange ist. Es könnte sich nur um Aufruhr am Ende des Berichtszeitraums gehandelt haben, als die Anleger ihre Investitionen in die großen Technologieunternehmen umschichteten, die in letzter Zeit eine leichte Schwächephase durchgemacht hatten. Dennoch sieht die Preisentwicklung für US-Indizes konstruktiver aus, insbesondere für den technologiedominierten S&P 500 und NASDAQ, wobei sich der Markt trotz der jüngsten Volatilität in beide Richtungen immer noch in einem Aufwärtstrend befindet.
Zum Abschluss einer durch Feiertage verkürzten Woche werden sich die Märkte verstärkt auf das US-Zinsrisiko konzentrieren. Die Daten zu den US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) werden bereits am Donnerstag statt am üblichen Freitag veröffentlicht, da der Freitag auf den Unabhängigkeitstag (Independence Day) fällt. Zuvor wurden im US-Handel die JOLTS-Daten zu den offenen Stellen bekannt gegeben, die für den Berichtsmonat einen stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg der Vakanzen zeigten. Dies unterstreicht die Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen in den USA – eine Entwicklung, die voraussichtlich auch durch die anstehenden Non-Farm-Payrolls bestätigt wird. Die Daten deuten darauf hin, dass die Beschäftigungslage für die US-Notenbank (Fed) kein Hindernis mehr bei der Bekämpfung der Inflation und einer möglichen Zinsanhebung darstellt. Etwas stärker als erwartet ausfallende Arbeitsmarktdaten könnten die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die Fed noch vor Jahresende erhöhen; die impliziten Wahrscheinlichkeiten hierfür liegen derzeit bei rund 83 %.
Die gestiegene Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen in den USA treibt das Währungspaar USD/JPY – auch angesichts der Tatsache, dass die Bank of Japan bei der eigenen geldpolitischen Straffung deutlich hinterherhinkt – auf neue Höchststände. Im Handelsverlauf der Nacht durchbrach der Kurs die Marke von 162 und erreichte ein neues 40-Jahres-Hoch. Angesichts des Niveaus und der Dynamik dieses Anstiegs richten sich die Blicke der Marktteilnehmer weiterhin auf mögliche Währungsinterventionen des japanischen Finanzministeriums; historischen Erfahrungen zufolge ist ein solcher Schritt wohl nur eine Frage der Zeit.
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