Capital | Öl fällt auf neue Tiefststände, da geopolitische Risiken nachlassen
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Wall Street wird wieder von Tech-Aktien belastet
- US-Zinsausblick wird durch die heutigen NFP-Daten auf die Probe gestellt
Investmentfonds.de - Eine Underperformance bei US-Technologieaktien belastete erneut die Benchmark-Indizes an der Wall Street zum Start ins neue Quartal, obwohl sich die meisten Marktbereiche nach oben bewegten. Die Stimmung wurde durch die ISM-Manufacturing-Daten gestützt, die einen nachlassenden Preisdruck in der US-Wirtschaft zeigten, auch wenn die Aktivität im gesamten Sektor ebenfalls nachließ. Der Stimmungsschub durch die Daten wurde von einigen (vorübergehenden) Kommentaren von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh unterstützt, dass die Inflation in den USA möglicherweise ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Nachrichten hatten nur einen bescheidenen Einfluss auf die US-Zinskurve. Händler reduzierten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed in diesem Monat von etwa 33 % Anfang der Woche auf 28 %.
Die wirkliche Bewährungsprobe für die Märkte wird heute von den Non-Farm-Payroll-Daten kommen. Die US-Arbeitsmarktzahlen erscheinen einen Tag früher als üblich, wegen des öffentlichen Feiertags am 4. Juli am Freitag. Ökonomen sagen voraus, dass die US-Wirtschaft im Monat 114.000 Jobs hinzugefügt hat, wobei die Arbeitslosenquote bei 4,3 % stabil bleibt. Die Prognose spiegelt die Erwartungen an einen stärkeren Arbeitsmarkt in den USA wider, nachdem die Beschäftigungszahlen in den vergangenen Monaten gestiegen sind. Ein besser als erwartetes Non-Farm-Ergebnis für Juni, ähnlich wie im letzten Monat, das einen schnellen Rückgang an der Wall Street ausgelöst hat, könnte heute als „gute Nachricht, die schlechte Nachricht ist“ verstanden werden. Da die Inflation immer noch deutlich über dem Ziel der Fed liegt, würden starke Arbeitsmarktzahlen lediglich beweisen, dass der Arbeitsmarkt kein Hindernis mehr für Zinserhöhungen der Zentralbank ist und künftige Leitzinserhöhungen einladen.
Ein Abschwächungsfaktor für künftige Zinserhöhungen ist der fallende Ölpreis, der letzte Nacht erneut nachgab. Der Rohölpreis fiel gestern unter ein kritisches Niveau, das seit Beginn des US-Iran-Konflikts nicht mehr erreicht wurde. Positive Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran halfen, den Preis weiter nach unten zu drücken, wobei US-Präsident Donald Trump ankündigte, dass er bereit sei, die Gespräche bei Bedarf über die 60-tägige Waffenstillstandsfrist hinaus zu verlängern.
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