LAUREUS AG PRIVAT FINANZ | Was den DAX antreibt
Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ
Mitte Januar ein neues Rekordhoch, Ende Januar ein Einbruch: Der deutsche Aktienindex DAX startet mit starken Schwankungen in das Jahr 2026. Welche Richtung schlägt er nun ein? Zwischen KI-Boom, Zinssenkungen, geopolitischen Krisen und hohen Staatsinvestitionen sind die Renditechancen für den deutschen Aktienmarkt womöglich besser, als viele Anleger glauben.
Investmentfonds.de - Düsseldorf, 18. Februar 2026 – Nach mehr als zwei Jahren strammer Aufwärtsbewegung im DAX wächst unter zahlreichen Anlegern wohl allmählich die Sorge vor verstärkten Kursrückschlägen. Schon der Jahresbeginn an der Börse verlief deutlich volatiler als in den Vorjahren. Nach immer neuen Rekorden an den Aktienmärkten in den vergangenen beiden Jahren und einem neuen DAX-Allzeithoch am 13. Januar waren zunehmende Schwankungen auch erwartet worden. Etliche Anleger haben sogar darauf gehofft, dass Kursrücksetzer mögliche Übertreibungen bereinigen und damit einhergehend die Unternehmensbewertungen wieder ein moderates Niveau aufweisen.
KI bietet weiterhin Chancen
Reinigende Gewitter gab es in den ersten Wochen des Jahres gleich mehrfach: Etwa nach der Verhaftung von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, den Grönland-Drohungen von US-Präsident Donald Trump, der Klage gegen US-Notenbankchef Jerome Powell oder der Nominierung von Kevin Warsh zu dessen designiertem Nachfolger. Nicht zuletzt die Berichtssaison mit Zahlen zum vierten Quartal sorgte für Bewegung am Aktienmarkt – vor allem bei den Tech-Konzernen, die aufgrund des KI-Hypes schon kräftig gestiegen waren. Ihre anhaltenden hohen Investitionen in die KI-Infrastruktur stoßen bei einigen Anlegern inzwischen auf Skepsis. Investoren fragen sich zunehmend, ob es den Tech-Konzernen gelingen wird, genug Erträge zu generieren, um ihre angekündigten, mehr als 600 Milliarden Dollar schweren Investitionen wieder einzuspielen. Zudem versuchen Marktteilnehmer derzeit nahezu fieberhaft abzuschätzen, welche Unternehmen oder gar ganze Branchen durch Künstliche Intelligenz grundlegend verändert oder verdrängt werden könnten – ein Trend, der sich aktuell insbesondere in teils deutlichen Kursabschlägen in der Softwarebranche widerspiegelt.Andererseits lässt sich aber auch bereits beobachten, wie die zunehmende Implementierung von Künstlicher Intelligenz in Produktionsprozesse und Unternehmensabläufe mittel- bis langfristig zu höheren Margen führt. Einige Zulieferer und Technologieanbieter profitieren schon heute sichtbar von dieser Entwicklung. Gerade die DAX-Familie mit ihrem hohen Anteil an industriell geprägten Unternehmen und spezialisierten Zulieferern bietet hier strukturelle Vorteile, da viele dieser Gesellschaften als Ausrüster und Technologiepartner unmittelbar von steigenden Investitionen in KI-Infrastruktur und Produktionsmodernisierung profitieren können.
Geldpolitik könnte Aktienmärkte stärker stützen, als viele Anleger vermuten
Unter dem Strich haben sich die weltweit wichtigsten Aktienindizes – der DAX inklusive – in den zurückliegenden Monaten recht erfreulich präsentiert. Welche Richtung der deutsche Leitindex in den kommenden Wochen und Monaten einschlagen wird, ist naturgemäß ungewiss. Doch die Chancen, dass der DAX und der deutsche Aktienmarkt insgesamt eine erfreuliche Richtung einschlagen werden, stehen so schlecht nicht – wenn auch unter womöglich stärkeren Schwankungen als in den vergangenen Jahren. So dürften Aktien ganz generell von niedrigen und womöglich sogar weiter sinkenden Zinsen der Notenbanken profitieren. In der EU ist der Leitzins bereits im vergangenen Jahr auf zwei Prozent gesenkt worden. Er ist damit niedriger als in den USA, wo er zwischen 3,50 und 3,75 Prozent liegt – zumindest noch. Denn es sollte zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass US-Präsident Trump seinen Einfluss nutzt und die US-Notenbank zu weiteren Zinssenkungen drängt. Spätestens wenn im Mai der designierte Notenbankchef Kevin Warsh an die Spitze der Notenbank rückt, kann es zu weiteren Zinssenkungen kommen.
Und auch in der Euro-Zone sollten weitere Zinssenkungen sowie zusätzliche Maßnahmen der EZB nicht ausgeschlossen werden, um die nach wie vor schwache europäische Wirtschaft anzukurbeln – vor allem in Frankreich und Deutschland. Da die Inflation in der Euro-Zone bereits knapp unter der Zielmarke von zwei Prozent liegt, ergeben sich für die Europäische Zentralbank durchaus neue Spielräume für eine expansive Geldpolitik und damit für konjunkturelle Stützungsmaßnahmen. Niedrige Zinsen machen Kredite billiger und sorgen so bei Konsum und Investitionen für zusätzlichen Rückenwind.
Kosten reduziert, Auftragsbücher gefüllt
Dass nach drei Jahren Rezession viele Unternehmen ihre Kosten reduziert und ihr Geschäft neu ausgerichtet haben, macht sich ebenfalls bezahlt. Schließlich signalisieren Prognosen, dass die Unternehmensgewinne deutscher Aktiengesellschaften 2026 teils kräftig zulegen werden. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt dabei sicherlich auch das deutsche Investitionsprogramm in Höhe von 500 Milliarden Euro und die damit einhergehenden staatlichen Investitionen in Energiewende, Verteidigung und Infrastruktur.Mut macht zudem, dass der weltweite Wirtschaftsmotor recht rund läuft, prognostizieren Wirtschaftsinstitute doch immerhin ein globales Wachstum von rund drei Prozent für 2026. Da die deutsche Wirtschaft aufgrund ihrer industrielastigen Ausrichtung in besonderem Maße vom Export und damit von der Weltwirtschaft abhängt, ist das auch eine gute Nachricht für den deutschen Aktienmarkt.
Risiken im Blick behalten
Doch Vorsicht: Anleger sollten trotz der womöglich grundsätzlichen Aufwärtstendenz damit rechnen, dass die Volatilität der Kurse hoch bleibt oder sogar weiter zunimmt. Themen wie der Wechsel an der Spitze der US-Notenbank, die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA oder die im November anstehenden Midterm-Wahlen in den USA dürften immer wieder für kräftige Schwankungen an den Märkten sorgen. Hinzu kommt die anhaltende Diskussion um die enormen KI-Investitionen großer Technologiekonzerne und die Frage, welche Geschäftsmodelle dadurch strukturell unter Druck geraten könnten. Gerade in einem solch herausfordernden Umfeld ist es für Anleger wichtiger denn je, ihre Investments breit über verschiedene Asset-Klassen zu streuen und bei Rückschlägen ihre Wertpapiere nicht vorschnell zu verkaufen. Denn dann beobachten sie die anschließenden Erholungsphasen lediglich von der Seitenlinie und verschenken somit auf mittlere und lange Sicht attraktive Renditechancen.****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (LAUREUS AG PRIVAT FINANZ). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (LAUREUS AG PRIVAT FINANZ).
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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