Konsumklima – Kauflaune trotz Krise
Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2009
Nürnberg, 23. Juni 2009 – Nach einigen Monaten der Stagnation zeigt die
Verbraucherstimmung in Deutschland wieder einen leichten Aufwärtstrend.
Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen zu. Auch die Anschaffungsneigung
verbessert sich noch einmal leicht. Der Gesamtindikator prognostiziert nach
revidiert 2,6 Zählern im Juni für Juli 2,9 Punkte und legt damit nach einer
Phase der Stabilität etwas zu. Insgesamt bleibt das Konsumklima dennoch auf
niedrigem Niveau.
Nachdem sich zuletzt die Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt
verdichtet haben, verstärken sich die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der
Konjunktur bei den Verbrauchern. So legen die Konjunkturaussichten moderat
zu. Ein Grund dafür dürfte der noch recht robuste Arbeitsmarkt sein. Meldungen,
denen zufolge die Inflationsrate im Mai bei null Prozent lag, zeigen ihre
positive Wirkung sowohl auf die Einkommenserwartung als auch auf die An-
schaffungsneigung. Beide Indikatoren gewinnen, wobei das Plus bei den Ein-
kommensaussichten deutlich höher ausfällt. Folglich indiziert das Konsumklima
für Juli eine positive Entwicklung. Allerdings steht die richtige Bewährungs-
probe angesichts künftig steigender Arbeitslosenzahlen noch aus.
Konjunkturerwartung: dritter Anstieg in Folge
Bereits zum dritten Mal in Folge legt die Konjunkturerwartung im Juni dieses
Jahres zu. Mit einem Plus von 5,7 Punkten fällt der Zuwachs sogar deutlicher
aus als in den beiden Vormonaten. Aktuell weist der Indikator -22,6 Punkte auf.
Damit setzt sich die Erholung – auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau – auch
zur Jahresmitte 2009 fort.
Der Konjunkturpessimismus nimmt etwas ab und die Konsumenten scheinen derzeit
davon auszugehen, dass der starke Konjunktureinbruch nach und nach gestoppt
werden kann. Sicherlich hat zu diesem Anstieg des Indikators auch der Umstand
beigetragen, dass der erwartete Einbruch auf dem Arbeitsmarkt bislang ausblieb
und durch verbesserte Regelungen zur Kurzarbeit hinausgeschoben wurde.
Allerdings liegt der Indikator bei weitem noch zu niedrig, um aus Sicht der
Verbraucher bereits von einer beginnenden Erholung sprechen zu können.
Dass die Bundesbürger mit ihrem abnehmenden Pessimismus keineswegs allein
dastehen, zeigt auch der sich verstärkende Optimismus der Finanzanalysten. So
haben sich die mittelfristigen Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) im Juni spürbar verbessert. Auch das ifo Geschäftsklima
hat sich im Juni zum dritten Mal in Folge leicht aufgehellt. Beide Institute sehen
damit eine mögliche Stabilisierung der deutschen Wirtschaft.
Einkommenserwartung: höchster Wert seit April 2008
Nach leichten Verlusten im Vormonat legt die Einkommenserwartung im Juni dieses
Jahres wieder zu. Mit einem Plus von 6 Punkten klettert der Indikator auf -3,3
Punkte. Dies ist der höchste Wert seit April vergangenen Jahres. Der Rückgang
der Inflation sowie die Aussichten der Rentner auf eine deutliche Anhebung ihrer
Bezüge zum 1. Juli 2009 dürften momentan sicherlich die wesentlichen Stützpfeiler
der Einkommensstimmung sein. Sie wirken der sich langsam ausbreitenden Angst vor
dem Jobverlust entgegen und überlagern somit bislang die für den Indikator
negativen Effekte. Allerdings ist davon auszugehen, dass mit der prognostizierten
Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt auch diese Sorge stärker wird und die
Einkommensaussichten auf eine große Belastungsprobe stellt.
Anschaffungsneigung: leichte Zuwächse
Die Anschaffungsneigung kann im Juni dieses Jahres ihr derzeit gutes Niveau
nicht nur verteidigen, sondern sogar noch leicht verbessern. Nach einem Plus
von 2 Punkten in diesem Monat weist der Indikator 14,5 Punkte auf. Im Vorjahres-
vergleich schlägt derzeit sogar ein Plus von gut 38 Zählern zu Buche. Vor allem
die sich stark abschwächende Inflation stimuliert derzeit die Konsumneigung.
Sinkende Preise, beispielsweise durch die Abwrackprämie, wirken als Kaufanreize.
Auch andere Branchen setzen diese Art der Preissenkung ein, um die Verbraucher
zu weiteren Käufen zu animieren.
--- Anzeige ---
>>Jetzt die 6.000 besten Fonds mit 100% Rabatt kaufen >>
--- Ende Anzeige ---
Die Tatsache, dass die Konsumenten den Finanzmärkten noch nicht wieder vollständig vertrauen, kommt der Anschaffungsneigung zudem zugute. Anstelle ihre verfügbaren Finanzmittel zu sparen, investieren Verbraucher derzeit tendenziell eher in Konsumgüter. Konsumklima: auf niedrigem Niveau verbessert Der Gesamtindikator prognostiziert für Juli 2009 einen Wert von 2,9 Punkten nach revidiert 2,6 Zählern im Juni. Damit verbessert sich das Konsumklima zwar etwas, jedoch bleibt das Niveau des Indikators vergleichsweise niedrig. Ob es sich hierbei bereits um den Beginn einer nachhaltigen Erholung der Konsumstimmung handelt, muss mit einem Fragezeichen versehen werden. Entscheidend wird sein, wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen entwickelt.
Zur Studie
Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und
basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der
EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren
grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber
hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der
Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienst-
leistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.
Der nächste Veröffentlichungstermin ist der 27. Juli 2009.
Weitere Informationen: Rolf Bürkl, Tel. +49 911 395-3056, rolf.buerkl@gfk.com
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen, ist in den
drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media aktiv. Insgesamt
gehören der GfK Gruppe 150 operative Unternehmen an, die über 100 Länder abdecken.
Von den 10.267 Beschäftigten (Stand 31. März 2009) arbeiten mehr als 80 Prozent
außerhalb Deutschlands. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com.
V.i.S.d.P.
GfK SE, Corporate Communications
Marion Eisenblätter
Nordwestring 101
90419 Nürnberg
Tel. +49 911 395-2645
Fax +49 911 395-4041
public.relations@gfk.com
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.