Capital | Rohölpreise bewegen sich seitwärts, während die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter eskalieren
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Wall Street nach Erzeugerpreisdaten und ASML-Zahlen uneinheitlich
Investmentfonds.de | Die Wall Street zeigte sich uneinheitlich: Während schwächer als erwartet ausgefallene Erzeugerpreisdaten die Sorgen vor Inflationsdruck dämpften, konnten die über den Erwartungen liegenden Ergebnisse von ASML der Stimmung im Technologiesektor keine neuen Impulse verleihen. An den Märkten war eine leichte Umschichtung zu beobachten, bei der zyklische Werte leicht besser abschnitten – gestützt durch weitere Anzeichen dafür, dass der Preisdruck in der US-Wirtschaft nachlässt. Der Erzeugerpreisindex blieb hinter den Erwartungen zurück; die Kernrate sank sogar, anstatt wie prognostiziert zu steigen. Infolgedessen reduzierten die Märkte die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed noch vor Jahresende auf rund 70 %. Während zyklische Werte zulegten, konnte der schwer gewichtete Technologiesektor nicht vom Aufwärtstrend profitieren – trotz solider ASML-Zahlen, die an der NASDAQ zwar für einen anfänglichen Kurssprung sorgten, im weiteren Handelsverlauf jedoch kaum Anschlusskäufe nach sich zogen. Die Wall Street – und insbesondere die NASDAQ – verharrt weiterhin in einer Konsolidierungsphase, da die Märkte auf einen stärkeren Impuls warten, der einen Ausbruch aus diesem Muster einleiten könnte.
Die Märkte verharren im Griff geopolitischer Unsicherheit, wobei die Ölpreise im Handelsverlauf eine Seitwärtsbewegung mit Schwankungen zeigten. Die Rohölpreise gerieten in Bewegung, als die USA Angriffe auf iranische Ziele starteten und widersprüchliche Meldungen – zumeist rhetorischer Natur – über die jeweilige Haltung der Konfliktparteien zum Krieg und zu möglichen Verhandlungen bekannt wurden. Vorerst scheint das Risiko für die Ölpreise eher auf der Oberseite zu liegen, da sich die USA und der Iran gegenseitig hochschaukeln und um die Kontrolle über die Straße von Hormus ringen. Natürlich kann sich die Lage sehr schnell ändern – ähnlich wie bei einem unerwarteten „TACO“. Die Signale aus den USA deuten jedoch auf schwerere und anhaltendere Angriffe hin, während der Iran seine Haltung verschärft und die Grenzen der US-Reaktionsfähigkeit austestet; dies lässt auf ein Aufwärtsrisiko für die Preise schließen.
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