DWS: Wann lohnt sich der Einstieg in die Emerging Markets wieder?
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Die viel beschworene Abkopplung der Emerging Markets von der Weltwirtschaftsmacht USA – damit nicht mehr als ein Mythos? Teils, teils. Bezogen auf die Aktienmärkte hat die Abnabelung offenbar noch nicht stattgefunden – nichts anderes signalisieren die heftigen Verluste. Aber der Blick auf die Wirtschaftsentwicklung lässt durchaus eine andere Interpretation zu: Hier spricht viel dafür, dass die Schwellenländer ihren eigenen Weg gehen und für Wachstum sorgen könnten – auch 2009, in einem Jahr, in dem Industrieländer wie Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 2,25 fürchten – und weit darüber hinaus.1 Unter Investoren ist die Hoffnung groß, dass die Schwellenländer für die schwächelnden Volkswirtschaften USA, Europa und Co. einspringen und der Weltwirtschaft zu neuem Schwung verhelfen können. Und sie ist nicht unbegründet. Tatsächlich stehen viele Schwellenländer heute viel besser da als noch vor einigen Jahren. Auch wenn einigen Anlegern beim Gedanken an die Asien-Krise, die vor gut einem Jahrzehnt ausgehend von der massiven Kapitalflucht internationaler Investoren aus Thailand im wirtschaftlichen Zusammenbruch mehrerer ostasiatischer Staaten gipfelte, noch ganz mulmig wird. Heute ist vieles anders. Nicht nur die Schuldenberge vieler Schwellenländer sind geschmolzen. Auch das dicke Polster an Devisenreserven – allein die BRIC-Staaten verfügen zusammen über mehr als 2,8 Billionen US-Dollar – spricht für die Emerging Markets. Weiterer Vorteil: Die Banken in den Schwellenländern haben vergleichsweise wenig Geld in amerikanische Immobilienkredite investiert und sind damit in der Regel nicht so stark von den dortigen Verwerfungen betroffen. Treten die Prognosen der Experten ein, dürfte allein das wachstumsstarke BRIC-Quartett, zu dem Brasilien, Russland, Indien und China gehören, rund 90 Prozent zum globalen Wirtschaftswachstum beisteuern. Das wäre ein steiler Anstieg: Im Jahr 2000 waren es noch 27 Prozent. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse in Zukunft weiter verschieben dürften – eine Chance für Investoren.
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Volle Kraft voraus: Schätzungen zufolge ziehen die BRIC-Staaten bis spätestens 2035 an den etablierten Industrienationen vorbei. Auch die Next-11-Staaten, zu denen unter anderem Ägypten, Mexiko und Vietnam gezählt werden, dürften kräftig aufholen. Auch wenn angesichts der globalen Wachstumsschwäche derzeit nicht alles Gold ist, was glänzt – angefangen vom dramatischen Einbruch des Außenhandels bis hin zu den stark gesunkenen Rohstoffpreisen, die besonders Rohstoffexporteuren wie Brasilien und Russland die Bilanz verhageln. Starke wirtschaftliche Trends wie Konsum und Infrastruktur scheinen in den Emerging Markets jedoch weiter intakt. Beispiel China: Zwar drohen dem Reich der Mitte aufgrund der weltweit nachlassenden Nachfrage drastische Einbußen. So ist für 2009 von einem Exportminus von bis zu 15 Prozent die Rede, was angesichts einer Exportquote von rund 50 Prozent nicht zu vernachlässigen ist. Trotzdem sehen viele Experten in der Volksrepublik den Hoffnungs- träger der Weltwirtschaft – nicht ohne Grund. Um der Wirtschaft Schwung zu verleihen, will die Regierung der Volksrepublik bis 2010 etwa eine halbe Billion Euro oder 600 Milliarden US-Dollar in die Binnenwirtschaft pumpen. Ziel ist, die negativen Auswirkungen der Exportwirtschaft aufzufangen. Das Paket zu stemmen fällt der Regierung nicht sonderlich schwer: Die Verschuldung ist vergleichsweise gering, noch dazu verfügt die Volksrepublik über Devisenreserven von umgerechnet rund 1,4 Billionen Euro. Auch wenn 2009 für das über Jahre hinweg erfolgsverwöhnte China kein Glanzjahr wird und keine Rekorde gebrochen werden, hoffen Investoren auf das Prinzip „First-in-first-out“ und damit darauf, dass Chinas Aktienmarkt als erster das Tal verlassen kann – eben weil er auch als erstes zur Korrektur angesetzt hat. Niedrige Rohstoffpreise könnten dabei helfen. Wie geht es weiter? Nach Ansicht von Thomas Gerhardt, Leiter Aktienfondsmanagement Emerging Markets der DWS, haben die Emerging Markets 2008 den Preis für die gute Wertentwicklung in der Vergangenheit gezahlt. „Ich gehe von einer Rückkehr auf den Erfolgspfad aus, weil viele Schwellenländer unabhängig von den Industrieländern eine starke wirtschaftliche Eigendynamik entwickelt haben.“ Mit anderen Worten: Sobald der Risikoappetit der Anleger wieder zunimmt, könnten Aktien aus den Schwellenländern aufgrund der relativ starken Fundamentaldaten zu den ersten Gewinnern eines globalen Aufschwungs zählen. Gemessen an ihrer fundamentalen Stärke sind die Papiere derzeit viel zu niedrig bewertet – davon sind die Experten überzeugt. Trotz allem Optimismus – was jedoch nicht vergessen werden darf: Es war schon immer gewagter, sein Geld in Schwellenländer zu tragen. Deshalb sollten Anleger auch in Zukunft ein gutes Maß Vorsicht walten lassen, wenn sie in den Schwellenländern investieren. Auf jeden Falls ist es ratsam, nicht auf einzelne Aktien zu setzen. Eine gute Alternative: Fonds, die breit streuen.
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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