Maverix Securities AG | Rheinmetall wird zum One-Stop-Shop der Verteidigung
Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities AG
Investmentfonds.de | Rheinmetall bleibt einer der strukturell überzeugendsten europäischen Rüstungstitel. Auf den ersten Blick war das erste Quartal 2026 kein spektakulärer Zahlenkranz, auf den zweiten Blick jedoch ein belastbarer Beleg dafür, dass der Konzern die nächste Phase seiner Transformation erreicht hat. Weg vom zyklischen Projektgeschäft, hin zu einem breit aufgestellten europäischen Verteidigungs- und Sicherheitschampion mit hoher Visibilität, wachsender industrieller Tiefe und steigender Profitabilität.
Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal um 8% auf EUR 1.938 Milliarden. Das operative Ergebnis legte überproportional um 17% auf EUR 224 Millionen zu, die operative Marge verbesserte sich auf 11.6% nach 10.6% im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich von EUR 1.78 auf EUR 2.18. Rheinmetall wächst nicht nur, sondern skaliert auch profitabel.
Dass der Umsatzanstieg im Quartal moderater ausfiel als in den Vorperioden, stellt keinen Bruch der Investmentstory dar. Das Vorjahresquartal war durch Vorzieheffekte aus dem zweiten Quartal 2025 begünstigt. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Rheinmetall hingegen eine deutliche Beschleunigung bei Umsatz und Auftragseingang. Genau darin liegt die Pointe. Der Markt schaut auf das Quartal, der Titel lebt vom Hochlauf.
Der wichtigste Wert in der Bilanz ist derzeit nicht der Quartalsumsatz, sondern der Auftragsbestand. Dieser stieg zum 31. März 2026 auf EUR 73 Milliarden nach EUR 56 Milliarden im Vorjahr. Darin enthalten ist erstmals Naval Systems mit einem Auftragsbestand von rund EUR 5.5 Milliarden. Der Auftragsbestand ist somit mehr als siebenmal so hoch wie der Konzernumsatz 2025 von EUR 9.935 Milliarden. Für professionelle Anleger ist das die zentrale Botschaft: Rheinmetall verkauft keine Hoffnung, sondern abzuarbeitende Nachfrage.
Die Integration des übernommenen Marinegeschäfts ist strategisch besonders relevant. Rheinmetall erweitert sein Portfolio von Land, Luft, Cyber und Weltraum um die See und wird damit in Deutschland zu einem Komplettanbieter für alle Teilstreitkräfte. Im März 2026 steuerte Naval Systems bereits EUR 77 Millionen Umsatz und EUR 8 Millionen operatives Ergebnis bei, die operative Marge lag bei 10.1%. Das ist für einen frisch integrierten, industriell komplexen Bereich ein respektabler Start und signalisiert, dass die Akquisition nicht nur der Breite, sondern auch der Ertragskraft dienen kann.
Auch die Segmentdaten stützen unsere positive Einschätzung. Vehicle Systems steigerte den Auftragsbestand um 25% auf EUR 25.852 Milliarden und verbesserte die operative Marge auf 9.6%. Weapon and Munition blieb mit einem Umsatz von EUR 601 Millionen auf hohem Niveau, die Marge lag weiterhin bei 19%. Air Defence verzeichnete ein Umsatzwachstum von 43% auf EUR 192 Millionen und eine Steigerung der operativen Marge auf 15.6%. Digital Systems steigerte den Umsatz um 16% auf EUR 349 Millionen und verbesserte die operative Marge auf 5.2%. Dies ist nicht länger eine Ein-Produkt-Story, sondern ein zunehmend diversifizierter Verteidigungsverbund.
Gleichwohl gibt es Punkte, die Anleger nicht ignorieren sollten. So fiel der operative Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten auf minus EUR 285 Millionen, nachdem er im Vorjahr noch bei plus EUR 243 Millionen gelegen hatte. Rheinmetall begründet dies mit dem Wegfall hoher Anzahlungen im Vergleichsquartal sowie mit Vorratsaufbau und höherer Working-Capital-Bindung für das geplante Wachstum im Jahr 2026.
Für uns ist das kein Alarmsignal, sondern der Preis des Hochlaufs. Es ist jedoch die Kennzahl, an der der Markt die operative Umsetzung in den kommenden Quartalen messen wird.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Bewertung. Rheinmetall ist längst kein unentdeckter Spezialwert mehr, sondern ein europäischer Kernwert im Verteidigungssektor. Damit steigt die Fallhöhe bei Verzögerungen, Margenenttäuschungen oder politischer Volatilität. Wer heute investiert, kauft nicht den Beginn einer Neubewertung, sondern die Fortsetzung eines industriellen Superzyklus. Genau deshalb müssen Auftragseingang, Kapazitätsausbau und Cash Conversion in den kommenden Quartalen überzeugen.
Unsere Einschätzung bleibt dennoch klar positiv. Rheinmetall hat die Jahresprognose bestätigt. Der Konzern erwartet für 2026 einen Umsatz von EUR 14.0 bis EUR 14.5 Milliarden und eine operative Marge von rund 19%. Gegenüber dem Umsatz von EUR 9.935 Milliarden im Jahr 2025 impliziert das einen massiven Wachstumssprung. Der Kapitalmarkt mag zwar kurzfristig auf Quartalsabweichungen reagieren, fundamental zählt jedoch, ob Rheinmetall seine Kapazitäten in Umsatz, Marge und Cashflow umsetzen kann. Die Q1-Zahlen sprechen dafür, dass der Konzern auf Kurs ist.
Rheinmetall bleibt für uns ein struktureller Gewinner der europäischen Wiederaufrüstung. Der Titel ist zwar anspruchsvoll bewertet, die operative Visibilität ist jedoch aussergewöhnlich. Der Auftragsbestand von EUR 73 Milliarden, die bestätigte Prognose, die verbesserten Margen und die strategische Erweiterung in den Marinebereich untermauern die Investmentthese. Kurzfristig mag die Aktie schwanken, doch mittelfristig bleibt Rheinmetall einer der wenigen europäischen Industriewerte, bei denen gleichzeitig Nachfrage, politischer Rückenwind und Skaleneffekte wirken.
- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Maverix Securities AG). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Maverix Securities AG)
****
Wie ist die Anlagestrategie der Experten aktuell?
Die INVEXTRA.COM AG hat bereits vor Monaten reagiert und die Investmaxx Stop&Go Depots ihrer Kunden in risikoärmere Anlagen umgeschichtet. „Wir beobachten die Märkte aktuell von der Seitenlinie und warten eine mögliche Korrektur ab. Erst wenn sich eine nachhaltige Lösung im Nahostkonflikt abzeichnet, werden wir wieder selektiv in Aktienmärkte einsteigen“, betont Tittes.
Das Unternehmen setzt bei seiner Vermögensverwaltung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, , um rechtzeitig auszusteigen aus Aktienmärkten oder später zu günstigeren Kursen wieder einzusteigen. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
>>> Spezialisierte Experten für Fonds und ETFs entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die auf wachstumsstarken Weltmärkten basieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig vor Krisen und Inflation zu schützen.
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.
News zum Thema
Weitere News auswählen
Finanztest Empfehlung
Tausende Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag - Fondsvermittler aus dem Internet sind häufig die beste Adresse … wie beispielsweise: investmentfonds.de - Finanztest Empfehlung 10/2023