Janus Henderson Investors: Ein Jahr nach dem Brexit-Votum - Kommentar von Tim Stevenson
Tim Stevenson, Director of European Equities bei Janus Henderson Investors
In einem aktuellen Kommentar äußert sich Tim Stevenson, Director of
European Equities, ein Jahr nach dem Brexit-Votum in Großbritannien
zu den Auswirkungen auf europäische Aktienwerte. Zudem gibt er einen
Ausblick auf europäische Aktienmärkte und erklärt, welche Gründe für
eine überdurchschnittliche Wertenwicklung europäischer Bankentitel
sprechen:
"Ein Jahr ist es her, seit die Briten mit ihrem rätselhaften und
verhängnisvollen Votum beschlossen, der EU den Rücken zu kehren.
Und nur wenige Monate trennen uns vom ersten Jahrestag der Wahl
Donald Trumps zum US-Präsidenten.Diese beiden Ereignisse, so hatten
viele befürchtet, würden eine allgemeine Ablehnung etablierter Parteien
und ihrer Politik nach sich ziehen und einem endzeitlichen „Neuen Deal“
in Europa und Amerika den Boden bereiten.
Im Vereinigten Königreich haben die stärksten Brexit-Befürworter das
sinkende Schiff verlassen oder räumen widerstrebend ein, dass sich
viele, wenn nicht gar all ihre Versprechungen nicht erfüllen werden.
Und manche von ihnen treibt inzwischen die Frage um, wie sie das den
von ihnen Getäuschten beibringen sollen. Je deutlicher die Folgen
zutage treten, desto intensiver wird man in den kommenden Monaten
über „lange Übergangsphasen“ debattieren. In den USA wachsen derweil
die Zweifel an Präsident Trumps Fähigkeit, seinen „brillanten“ Wirt-
schaftsplan in die Tat umzusetzen.
Europäischer Pragmatismus übertönt Brexit-Rauschen
Wie wichtig all das ist, wird im Vergleich deutlich. Während die
Schlagzeilen über Trump und den Brexit die Aufmerksamkeit auf sich
ziehen, setzt Europa seinen Weg klammheimlich und unbeirrt fort
getreu dem Motto „plus ça change, plus c’est la même chose“; was
übersetzt in etwa so viel bedeutet wie „Manches ändert sich eben
nie“. Auf dem alten Kontinent (ohne Großbritannien) nimmt die Wirt-
schaft Fahrt auf und befeuert wie nicht anders zu erwarten die
Debatte darüber, ob die Europäische Zentralbank (EZB) den Ausstieg
aus ihrem quantitativen Lockerungsprogramm wagen kann.
Schon positionieren sich Anleger in Erwartung des baldigen Endes
der ultralockeren Geldpolitik in Europa. Auf über 0,5% haben sie
damit die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen getrieben,
die nun deutlich über dem Niveau Ende 2016 liegen, als sie kurzzeitig
ins Minus rutschten."
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