Fidelity: Demografischer Wandel macht betriebliche Zukunftsvorsorge unerlässlich
Über 70 Prozent der Unternehmensrepräsentanten, Wissenschaftler und Berater, die an der gestrigen 4. Villa Mumm Konferenz in Kronberg teilgenommen haben, waren der Meinung, dass Deutschland vor einer demografischen Herausforderung steht, und dass sich die damit verbundenen Belastungen der sozialen Sicherungssysteme nicht allein durch Produktivitätssteigerungen auffangen lassen. Das ergab eine TED-Umfrage unter den rund 60 Konferenz-Teilnehmern vor den fünf Fachvorträgen. Professor Dr. Herwig Birg, Bevölkerungswissenschaftler der Universität Bielefeld, betonte in seinem Vortrag die Dramatik der Situation, vor der alle Länder der Welt langfristig aufgrund des demografischen Wandels stehen. Ab 2070 rechnet er mit einer schrumpfenden Weltbevölkerung, da die bestandserhaltenden Zuwächse von durchschnittlich 2,3 Geburten pro Frau ab 2045 wahrscheinlich unterschritten würden. Damit schrumpft auch die erwerbsfähige Bevölkerung, in Deutschland von derzeit rund 75 Prozent auf 61 Prozent im Jahr 2050. "Der Trend der abnehmenden erwerbsfähigen Bevölkerung ist irreversibel und gefährdet langfristig unser Renten- und Sozialsystem. Es müssen jetzt Lösungen erarbeitet werden, um einer mittelfristig dramatisch steigenden Altersarmut vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft zu erhalten" sagt Klaus Mössle, Leiter des institutionellen Geschäfts bei Fidelity Investment Managers in Deutschland. Mit Best-Practice-Beispielen für die betriebliche Zukunftsvorsorge wurde auf der Konferenz gezeigt, dass zumindest die großen Unternehmen die Dramatik verstanden haben und erste Maßnahmen unternommen haben. "Diesem Trend, für den beispielhaft der Tarifvertrag Demografie in der Chemischen Industrie steht, muss der Mittelstand nun folgen. Nur mit zunehmender Eigenbeteiligung der Mitarbeiter wird die betriebliche Altersvorsorge im Altersvorsorge-Dreiklang aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge das dringend erforderliche größere Gewicht bekommen", so Mössle. Über 70 Prozent der Teilnehmer glauben, dass sich die Effekte des demografischen Wandels auch in den Bilanzen der Unternehmen wider- spiegeln und daher zukünftig mehr Aufmerksamkeit durch die Stakeholder erhalten werden. Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge die Einbindung verschiedener Bereiche notwendig sei, um letztlich auch die Mitarbeiter zu gewinnen. Und hier, so waren sich die Teilnehmer einig, sei noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. "Bislang wird die betriebliche Alters- vorsorge in der Breite eher vernachlässigt und nach wie vor überwiegend auf die gesetzliche Altersvorsorge gesetzt. Doch damit ist die wachsende Altersvorsorgelücke nicht zu schließen. Zahlreiche Modelle, wie zum Beispiel betriebliche Langzeitkonten haben sich bereits bewährt und bieten Mitarbeitern von Unternehmen attraktive Ansatzpunkte für eine effiziente Finanzplanung", sagt Klaus Mössle.
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