Capital | Unsicherheit über US-Zölle belastet die Stimmung
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die globalen Märkte haben die Woche schwächer begonnen, da erneute Handelskonflikte, hartnäckige Inflationsdaten und steigende geopolitische Risiken die Anleger verunsichert haben. Was zunächst wie eine Entlastungsrallye nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Zöllen aussah, ist schnell abgeebbt und hat einer komplexeren und unsichereren Lage Platz gemacht.
Die Märkte begrüßten zunächst das Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die Rechtmäßigkeit bestimmter unter Notstandsbefugnissen verhängter Zölle infrage stellte. Die erste Reaktion spiegelte die Hoffnung wider, dass eine Rücknahme der Zölle die Unsicherheit verringern und möglicherweise den Inflationsdruck abschwächen könnte. Doch dieser Optimismus erwies sich als kurzlebig. Anstatt einen Schritt zurückzutreten, reagierte die Trump-Administration schnell und berief sich auf Abschnitt 122 des Trade Act von 1974, um einen universellen Zoll von 15 % für bis zu 150 Tage einzuführen. Während dies die Zolldurchschnitte unter einigen der zuvor angedrohten Sätze begrenzt, erhöht es effektiv die durchschnittliche Zollbelastung kurzfristig und führt erhebliche politische Unsicherheit wieder ein.
Das zentrale Problem für die Märkte ist nicht nur das Tarifniveau selbst, sondern die Unvorhersehbarkeit dessen, was als Nächstes kommt. Infolgedessen starteten die Aktien die Woche niedriger, der US-Dollar schwächte sich ab, die Anleihepreise fielen und Gold stieg. Anleger scheinen die Wachstumsaussichten angesichts anhaltender Handelskonflikte und der möglichen Vergeltungsmaßnahmen von Handelspartnern neu zu bewerten. Der sogenannte „Verkaufe Amerika“-Trade ist wieder moderat aufgetreten, was Bedenken hinsichtlich des US-Wachstums, der fiskalischen Nachhaltigkeit und der angespannten internationalen Beziehungen widerspiegelt.
Über das unmittelbare 150-Tage-Fenster hinaus wird die Lage interessanter. Das 15%-Limit könnte potenziell die Verhandlungsmacht der Regierung in laufenden Handelsgesprächen mit wichtigen Partnern wie China und Indien einschränken. Mehrere Handelsabkommen wurden unter der Annahme ausgehandelt, dass höhere Zölle verhängt werden könnten. Nun könnten Handelspartner eine Obergrenze für US-Zolldrohungen wahrnehmen, was das Machtgleichgewicht verändern könnte. Während dies kurzfristig Unsicherheit schafft – etwas, das die Märkte grundsätzlich nicht mögen – könnte es langfristig zu insgesamt niedrigeren Zollniveaus führen als zuvor befürchtet. Vorerst lastet jedoch der „Nebel des Krieges“ in der Handelspolitik auf der Risikobereitschaft.
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Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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